Jan Simunek ist ein ruhiger Zeitgenosse. Der tschechische Abwehrspieler wirkt als Person ausgeglichen und innerlich gereift. Vielleicht liegt ein Teil seiner Ruhe auch in seinem Hobby verankert.

VfL

Ein Angler hat viel Geduld

01. November 2015, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Jan Simunek ist ein ruhiger Zeitgenosse. Der tschechische Abwehrspieler wirkt als Person ausgeglichen und innerlich gereift. Vielleicht liegt ein Teil seiner Ruhe auch in seinem Hobby verankert.

Der Abwehrspieler, einst mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister, ist leidenschaftlicher Angler. Stundenlang an einem See oder Fluss zu sitzen, sich nicht zu bewegen und auf den Glücksmoment eines dicken Fisches zu warten, das erfordert Geduld.

Geduld, die brauchte der Abwehrhüne auch in den letzten zwölf Monaten beim VfL Bochum. Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da stand [person=1787]Jan Simunek[/person] in einem Pflichtspiel, es war am 24. Oktober 2014, beim Auswärtsmatch in Leipzig in der Startformation. 30 Minuten dauerte es, dann war die Partie für ihn schon wieder beendet. Was folgte, war eine zwölfmonatige Leidenszeit mit zwei schweren Operationen zur Jahreswende. Simunek, die Top-Verstärkung für die Defensive, stand dem VfL tatsächlich nur sechsmal und insgesamt 487 Minuten zur Verfügung. Wen wunderte es da, dass der Innenverteidiger, der dieses Mal im defensiven Mittelfeld operierte, weit nach Spielende in der rewirpower-Lounge seinen Gefühlen freien Lauf ließ: „Ich freue mich und bin einfach nur glücklich. Es war nach einem Jahr des Wartens ein super Erlebnis für mich.“

Auf diesen Tag hatte der Tscheche kontinuierlich hingearbeitet. Er hatte sich neben zwei Kurz-Einsätzen in Liga zwei viel Spielpraxis in den regelmäßigen Testspielen des zweiten Anzugs geholt. Und sich, wenn es sein musste, auch mal wieder eine Auszeit gegönnt. Jetzt wirkt es so, als wenn der VfL plötzlich wieder einen Führungsspieler mit Erstliga-Qualität in seinen Reihen hat.
Fast wäre dem Abwehrspieler ein perfekter Einstand geglückt, nachdem er schon das 1:1 mit einem Kopfball vorbereitet hatte. Eine Viertelstunde vor Spielende nämlich landete sein herrlicher 18-Meter-Kracher an der Querlatte des Hamburger Gehäuses. Simunek: „Da fehlten nur die berühmten Zentimeter.“

Ich glaube, die Zuschauer sind voll und ganz auf ihre Kosten Kosten gekommen
Jan Simunek

Obwohl er nicht auf seiner Wunschopsition zum Zuge kam, war er insgesamt zufrieden: „Ich habe mich von Minute zu Minute gesteigert, nachdem ich am Anfang Schwierigkeiten hatte. Ich denke, es war insgesamt ein ordentliches Spiel von mir.“
Das bescheinigte er übrigens auch seiner Mannschaft: „Das 1:1 ist ein sehr gutes Ergebnis, gegen einen sehr guten Gegner. Ich glaube, die Zuschauer sind voll und ganz auf ihre Kosten Kosten gekommen.“ Ginge es nach Simunek, dann könnte es gleich am nächsten Freitag in Karlsruhe so weitergehen. Doch weil Anthony Losilla nach abgelaufenenr Gelbsperre zurückkehrt, ist offen, ob Simunek gleich wieder zu einem Startelf-Einsatz kommt oder ob er tags darauf beim Testspiel gegen Köln II (auf dem Leichtathletikplatz )weitere Spielpraxis sammelt.

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