Zu Beginn der Woche ist endlich der Tip Off in der nordamerikanischen Profiliga NBA erfolgt. In der virtuellen Welt durften die Fans schon vor einigen Wochen ran.

NBA Live 16

Wilder Shootaround mit "Opa" Dirk

Martin Herms
30. Oktober 2015, 18:48 Uhr
Foto: EA Sports

Foto: EA Sports

Zu Beginn der Woche ist endlich der Tip Off in der nordamerikanischen Profiliga NBA erfolgt. In der virtuellen Welt durften die Fans schon vor einigen Wochen ran.

Mit NBA Live 16 hat EA Sports im September ein weiteres mit Spannung erwartetes Sportspiel herausgebracht. Nachdem die Formkurve bereits bei NBA Live 15 nach oben gezeigt hat, kann sich der Basketball-Fan auch in diesem Jahr über ein verbessertes Game freuen. Doch trotz einiger erfolgreicher Anpassungen rennt NBA Live 16 der Musik auf dem Markt genau wie sein Vorgänger noch hinterher. Gegenüber dem großen Konkurrenten NBA 2K ist die Lücke zwar nicht mehr so groß wie noch vor einigen Jahren, ein gleichwertiges Produkt liegt aber noch lange nicht vor.

Auf den ersten Blick hat EA bei den Spielermodellen einen großen Schritt nach vorne gemacht. Akteure wie Thunder-Star Russell Westbrook, der in diesem Jahr auch dem Titel ziert, sehen ihrem Original erstaunlich ähnlich. Auch die Gesichtszüge sind sehr authentisch. Doch leider gilt dies bei weitem nicht für alle Spiele. In diesem Bereich gibt es noch sehr viel Nachholbedarf. Aus deutscher Sicht fällt dabei vor allem das verunstaltete Porträt von Superstar Dirk Nowitzki aussieht, der eher einer älteren Version des Schauspielers Nicolas Cage ähnelt. Dieser Vergleich hatte bei Twitter für reichlich Schmunzeln gesorgt. Dirks Moves sind zwar bei weitem nicht mehr so flüssig wie noch in seinen besten Zeiten, ein wenig jünger hätte man die Mavericks-Legende aber dennoch abbilden können.

Wer NBA Live 16 als Anfänger spielt, findet daran zunächst durchaus Gefallen. In der Offensive ist die Bedienung durchaus leicht. Das Dribbling und die Würfe von außen machen Spaß und sind sehr actionreich. Wer sich allerdings auf höherem Niveau messen möchte, dürfte aufgrund der kaum vorhandenen Defense frustriert werden. Der Zugriff auf die Angreifer ist mit der L2-Taste kaum realisierbar. Auch beim Rebound bekommt der Verteidiger ärgerliche Probleme. Vorne bleibt es mehr oder weniger bei einem wilden Shootaround. Offensiv fehlt, abgesehen von den gelungenen Pick and Rolls, die Flexibilität der 2K-Modelle.

So bleibt festzuhalten, dass EA mit NBA Live 16 ein weiterer Schritt nach vorne geglückt ist. Verbesserte Optik, die Kommentare Stan Van Gundy und Jalen Rose sowie die aus der ESPN-Lizenz TV-reifen Inszenierungen haben den Spielspaß deutlich angehoben. Im Gegensatz zu den Zugpferden FIFA und NHL hinkt die Basketball-Version aber noch weit hinterher.

Autor: Martin Herms

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