Eine ganze Großstadt strömt am Mittwochabend aus den Stadien in Dortmund und Gelsenkirchen.

BVB und S04

Nach Pokalspielen droht Ausnahmezustand

Niklas Preuten
28. Oktober 2015, 09:15 Uhr
Foto: firo

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Eine ganze Großstadt strömt am Mittwochabend aus den Stadien in Dortmund und Gelsenkirchen.

Muss Borussia Dortmund im DFB-Pokal gegen den SC Paderborn in die Verlängerung oder sogar ins Elfmeterschießen und endet das Duell zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach fast zeitgleich nach 90 Minuten, droht auf den Bahnhöfen im Ruhrgebiet Ausnahmezustand. Rund 140.000 Menschen werden sich nach den Heimspielen des BVB und S04 auf den Weg nach Hause machen. Auch die Umstiegsstationen in Duisburg und Essen werden zu neuralgischen Punkten. Felix Neureuther hat der Bundespolizei in jedem Fall einen arbeitsreichen Mittwochabend beschert.

Als der Ski-Star und bekennende Bayern-Fan im August die 2. Runde im DFB-Pokal ausloste , sorgte er für zwei Heimspiele der Revierrivalen. Da beide erst am vergangenen Sonntag in der Bundesliga antraten, sind der BVB und Schalke 04 nun jeweils am Mittwoch im Pokal zu Hause gefordert sind. Damit ist eine Situation eingetreten, die die Spieltagsplaner in der Bundesliga und Europa League in dieser Saison bewusst vermieden haben. Aus gutem Grund: Die Bundespolizei bereitet sich auf einen "größeren Einsatz vor, um gewalttätige Auseinandersetzungen von an- und abreisenden Fans zu unterbinden", sagt deren Sprecher Volker Stall.

Neuralgische Umstiegspunkte in Duisburg und Essen
Eine dreistellige Anzahl von Einsatzkräften der Bundespolizei soll am Mittwochabend für die Sicherheit an verschiedenen Bahnhöfen im Ruhrgebiet sorgen, präziser möchte Stall aus "einsatztaktischen Gründen" nicht werden. Drei Schwerpunkte hat der Einsatz der Bundespolizisten: Neben dem BVB-Heimspiel um 19 Uhr gegen Paderborn und dem Schalker Duell um 20.30 Uhr mit Mönchengladbach steigt nachmittags bereits das kleine Revierderby in der Regionalliga West. Die Zweitvertretungen des FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund treffen um 15.30 Uhr im Wattenscheider Lohrheidestadion aufeinander.

"Wir rechnen bei dem Spiel der zweiten Mannschaften nicht mit großen Problemen", sagt Stall. "Es wird sich zeigen, wie viele aus der Dortmunder Fanszene trotz des Pokalspiels nach Wattenscheid fahren werden." Auch Axel Pütter, Leiter der Bochumer Polizei-Pressestelle, sieht der Partie gelassen entgegen: "Nach aktuellem Stand gehen wir nicht davon aus, dass es zu Problemen kommen wird", sagt er im Interview mit Reviersport.

Prekärer könnte es am Abend werden, wenn sich schwarz-gelbe und blau-weiße Anhänger begegnen, und auch Mönchengladbacher Anhänger auf dem Weg sind. "Wir haben einen Blick auf das Konfliktpotenzial, das die Partien bergen", stellt Stall klar. Die Polizisten werden Präsenz an den Bahnhöfen zeigen. "Wenn es die Situation verlangt, begleiten wir auch Fan-Gruppierungen", erklärt Stall.

Fußballfans treffen auf Berufspendler
Die Bahn setzt Sonderzüge zwischen Duisburg und dem Signal-Iduna-Park ein. Auch die Paderborner Fans können mit einem Entlastungszug direkt zum Stadion und wieder zurück reisen. Zwischen Mönchengladbach und Gelsenkirchen verkehrt zudem eine S-Bahn, die auf 400 Plätze erweitert ist. "Wir planen mit pünktlichen Zügen, aber die Bahn ist natürlich unberechenbar", sagt Stall.

Der Sprecher der Bundespolizei wünscht sich, dass "die Fans auf Pyrotechnik verzichten, damit Unbeteiligte kein Knalltrauma davontragen. Denn der Berufsverkehr spielt auch eine Rolle". Stall hofft auf einen "weitestgehend stressfreien Einsatz", sagt aber auch: "Wir sind aufgestellt für den Fall der Fälle."

Autor: Niklas Preuten

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