[b]Vorbereitung:[/b] 
[b]RWE: [/b]Verlief mit viel Energie, Coach Heiko Bonan musste die Truppe nicht nur fit kriegen, sondern erst einmal zusammenschweißen. Das gelang sichtlich, der 41-Jährige war vom ständigen Tempo – er musste stellenweise bremsen – sehr angetan. Qualitätsmerkmal: Mit der Zusammenstellung der Startelf für den Auftakt gegen Oberhausen lässt er sich bis Samstag, bis zur Teamsitzung vor dem Spiel, Zeit.

RWE, RWO, Düsseldorf, Wuppertal und Dortmund II im Regionalliga-Test

Quintett vor dem Start unter der Lupe

cb,og,kru,gri,md
26. Juli 2007, 22:27 Uhr

[b]Vorbereitung:[/b]
[b]RWE: [/b]Verlief mit viel Energie, Coach Heiko Bonan musste die Truppe nicht nur fit kriegen, sondern erst einmal zusammenschweißen. Das gelang sichtlich, der 41-Jährige war vom ständigen Tempo – er musste stellenweise bremsen – sehr angetan. Qualitätsmerkmal: Mit der Zusammenstellung der Startelf für den Auftakt gegen Oberhausen lässt er sich bis Samstag, bis zur Teamsitzung vor dem Spiel, Zeit.

RWO: Lief absolut zufriedenstellend. Bis auf eine Hälfte gegen Osterfeld zeigte sich Coach Hans-Günter Bruns sehr zufrieden. Ausfälle gab es kaum zu beklagen, in der zweiten Halbzeit gegen den MSV konnte man andeuten, was in der Truppe steckt.
Düsseldorf: Bis auf die 1:3-Niederlage beim Stadtnachbarn TuRU hat man sich in der Vorbereitung nichts zu Schulden kommen lassen. Vier "kleinere" Gegner wurden mit einem Torverhältnis von 21:1-Treffern allesamt weggefeuert. Vor allem mit den letzten beiden Tests gegen Galatasaray Istanbul (1:1) und Süd-Regionalligist Hessen Kassel (2:0) wurden echte Prüfsteine gemeistert.
Wuppertal: Auch wenn die Ergebnisse in den beiden wichtigsten Partien gegen Borussia Mönchengladbach (2:3) und Eintracht Frankfurt (0:1) nicht passten, verlief die Vorbereitung zufriedenstellend. Einziges Manko: Auch gegen unterklassige Teams stand die Defensive nicht immer sattelfest.
BVB: Kurz, aber knackig. Daher zeigte sich auch Coach Theo Schneider absolut einverstanden. Unter anderem wurde Konkurrent Ahlen bezwungen, wobei die Defensive einen sicheren Eindruck machte.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/569-2602_preview.jpeg Hans-Günter Bruns (Foto: mmb-Pressebild)[/imgbox]
Torwart:
RWE: Der Platzhalter wird beim Duell gegen die Kleeblätter noch nicht feststehen, Sören Pirson, gekommen von Borussia Dortmund, wird im Kasten stehen. In der ersten DFB-Pokalhauptrunde danach am 4. August gegen den Bundesligisten Energie Cottbus erhält Daniel Masuch die Bewährungschance im Rahmen eines Ernstfalls. Klar dürfte sein, welche Wahl Bonan auch immer erwägt, er liegt immer richtig.
RWO: Christoph Semmler bleibt die Nummer eins, auch wenn oft betont wird, was für einen großen Sprung Lukas Fronczyk gemacht hat. Semmler spürt seinen Atem, es kann sich positiv auf die eigene Leistung auswirken.
Düsseldorf: Mit Michael Melka und Michael Ratajczak hat man zwei hervorragende Keeper verpflichtet, die sich dementsprechend auch in der Vorbereitung ein Kopf an Kopf-Rennen lieferten. Die endgültige Entscheidung wird allerdings erst am heutigen Donnerstag getroffen.
Wuppertal: Christian Maly steht ohne Wenn und Aber zwischen den Pfosten, dahinter steht mit Neuzugang Sascha Samulewicz ein fähiger Keeper für den Ernstfall bereit.
BVB: Marcel Höttecke steht zwischen den Pfosten. Er muss die Lücke von Sören Pirson schließen, eine Aufgabe, die ihm der Großteil der Dortmunder zutraut.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/065-3104_preview.jpeg Düsseldorfs Andreas Lambertz (Foto: firo). [/imgbox] Abwehr:
RWE: Bonan lässt die Dreierkette agieren, deren zentraler Spieler wohl der Schweiz-Österreicher Daniel Sereinig wird, Kapitän Stefan Lorenz warf eine hartnäckige Waden-/Fußgelenksgeschichte aus der Bahn. Dafür dürfte Allrounder Michael Lorenz, gleichzeitig der Kapitänsvertreter nicht überraschen, was auch für David Czyszczon gilt. Wähle Bonan für links Mitja Schäfer, könnte Michael Lorenz auf rechts wandern, Czyszczon auf die Bank.
RWO: War in der Oberliga der Trumpf, tritt quasi unverändert in der Regionalliga auf. Chef der Dreierkette ist Kapitän Benjamin Reichert, um die beiden anderen Plätze kämpfen vier Akteure. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die Deckung eine Klasse höher schlägt.
Düsseldorf: In der gesamten Vorbereitung wurden nur fünf Gegentreffer kassiert, davon drei gegen TuRU. Ein großer Vorteil: Die Innenverteidiger kennen sich schon aus dem Vorjahr bestens, der einzige Neuzugang auf dieser Position, Adrian Spier, wird sich wohl erst einmal hinten anstellen müssen. Auch auf den Außen wird Trainer Uwe Weidemann wohl auf die bekannten Namen David Krecidlo auf rechts und Neu-Kapitän Henri Heeren auf links zurückgreifen.
Wuppertal: Auf rechts holte Dennis Malura den Vorsprung von Marco Neppe mittlerweile auf, links ist Michael Lejan gesetzt. In der Innenverteidigung darf sich vorerst das Pärchen Michael Stuckmann und Daniel Voigt beweisen.
BVB: Bisher absolut im Bilde, kein Wunder, man kennt sich aus der letzten Spielzeit. Auch in dieser Saison soll die Deckung um "Boss" Uwe Hünemeier das Fundament darstellen.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/346-2376_preview.jpeg Vater und Sohn Klinger.[/imgbox]
Mittelfeld:
RWE: Zentraler Akteur wird der wiedererstarkte Stijn Haeldermans sein, der offensiv federführend ist. Dann der Donnerstags-Schock: Der Belgier verletzte sich im Training und fällt sechs Wochen aus. Die Frage nach der wichtigen „Sechser-Rolle“ bewegt. Tim Gorschlüter wurde unter Bonan wieder richtig gut, ein Qualitätsmerkmal, dass Konkurrent Mario Klinger für sich auch reklamieren kann, der dazu die größere Torgefährlichkeit hat. Klinger war zuletzt angeschlagen, könnte jedoch auch zurück in die Dreierkette rutschen. Links scheint sich der ungemein dynamisch und dazu auch brisant-giftige Sören Brandy herauskristallisieren. Rechts machte Tim Erfen einen deutlich besseren Eindruck als Josef Kotula. Der ständige Drang zur Torauslinie ist im spielstaken Mittelfeld gesichert.
RWO: Der Part in der Truppe, wo die meisten Neuzugänge auflaufen werden. Tim Kruse, David Müller und wohl auch Thomas Tennagels haben sich durchgesetzt. In den ersten Partien konnten alle zeigen, sie bringen RWO nach vorne, jeder mit seinen Qualitäten. Aus dem Aufstiegs-Mittelfeld werden zum Start vermutlich nur Marcel Landers und Markus Kaya in der ersten Elf stehen.
Düsseldorf: Gerade die Verpflichtungen Marco Christ, Sebastian Heidinger und Oliver Hampel dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen. Auf der anderen Seite scheinen die alt eingesessenen Akteure Markus Anfang, Andreas Lambertz und Ahmet Cebe nur ganz schwer zu verdrängen zu sein.
Wuppertal: Die taktischen und personellen Möglichkeiten sind deutlich gestiegen, die zuvor problematische rechte Schiene konnte mit Hüzeyfe Dogan gut besetzt werden. Im Falle der Rauten-Variante agiert Manuel Bölstler als Sechser, Tim Jerat kommt über links und Mike Rietpietsch zieht die Gestalter-Fäden – künftig fest im Offensiv-Zentrum. Dahinter scharren Talente wie Jan Hammes und Lucas Oppermann mit den Hufen.
BVB: Viel Hoffnung ruht auf Neuzugang Sebastian Hille, der vermutlich aus dem Mittelfeld seine Schnelligkeit ausspielen soll. Mit 26 Jahren ist er bereits der Oldie im BVB-Kader, an seiner Seite sollen Talente wie Mehmet Boztepe, Marco Rummenigge oder Christian Eggert weiter wachsen.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/057-3096_preview.jpeg Wuppertals Michael Stuckmann (Foto: firo).[/imgbox]
Angriff:
RWE: Als zentraler Stürmer wurde der Norweger André Schei Lindbaek nachverpflichtet, der aber aufgrund der mangelnden Fitness und noch nicht komplettierten System-Integration für die Startelf nicht in Frage kommt, was auch für Rafael Kazior gilt. Vincent Wagner, bisher lediglich in der Verbandsliga zuhause, dürfte seine Feuertaufe erleben. Neben ihm dürften Rolf-Christel Guié-Mien – mit eher hängender Stürmer-Rolle – und Sercan Güvenisik wenig auferegt sein.
RWO: Mike Terranova und Tuncay Aksoy trafen in der Oberliga zweistellig. Quoten, die schwer zu wiederholen sind. Allerdings bei der offensiven Ausrichtung nicht unmöglich. Terranova wird mit Neuzugang Julian Lüttmann beginnen, beide zeigten in den Testmatches ihren Torinstinkt. Da könnte ein Duo heranwachsen, was zusammen passt. Aksoy gibt dahinter Gas und lauert auf seine Chance. Das war es dann aber auch schon, da sich Marcel Stiepermann erneut einen Mittelfußbruch zuzog, mindestens fünf Monate pausieren muss. Daher würde es nicht überraschen, wenn Sascha Mölders aus Duisburg am Ende doch noch leihweise in Oberhausen landet.
Düsseldorf: Mit dem letztjährigen Zweitliga-Bomber Axel Lawarée (15 Treffer für Augsburg), Schalke-Talent Christian Erwig und den mit Profi-Erfahrung ausgestatteten Bekim Kastrati hat die Fortuna in diesem Bereich ordentlich zugelegt. Auch Cebe wurde in den Vorbereitungsmatches immer wieder in der Sturmspitze gesehen. Im Moment haben mit Sicherheit Lawarée und Erwig die besten Karten.
Wuppertal: Mit Mahir Saglik wurde pünktlich zum Start der lang gesuchte Torjäger verpflichtet, er dürfte gemeinsam mit Sven Lintjens den Parade-Sturm bilden – auch wenn es den Anschein hat, dass Lintjens hinter den Spitzen eher seine Stärken ausspielen kann.
BVB: Der erste Sturm liest sich wirklich gut. Denis Omerbegovic und Sahr Senesie bilden ein Duo, das sich vor kaum einem Angriffs-Pendant verstecken muss. Dahinter lauert Christopher Nöthe, der zum aber Start verletzt passen muss.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/647-651_preview.jpeg Sahr Senesie (Foto: firo).[/imgbox]
Stärken:
RWE: Man kann auf den Gedanken kommen, diese Auswahl kann nur offensiv agieren, dafür spricht das System und die Eigenschaften der Akteure (auf Schnelligkeit wurde geachtet). Dazu passt, dass die Truppe keine echten Namen in sich birgt. Und wenn man meint, Güvenisik und Guie-Mien hätten einen solchen, muss man sagen, diese Kicker müssen sich ganz neu beweisen. Einsatz pur ist gesichert. Ideal für die Kulisse in einem Eröffnungsspiel an der Hafenstraße.
RWO: Der Teamgeist soll das absolute Plus werden. Die Truppe bildete in der Oberliga bereits eine echte Einheit, die vier Neuen fügten sich ausnahmslos ein. Ein Bild, was selten zu finden ist. Zudem wird klar, spielerisch konnten die Kleeblätter zulegen, der Torhunger in der Vorbereitung war sehr groß. Zudem ist immer noch die Aufstiegs-Euphorie spürbar.
Düsseldorf: Was sich in der vergangenen Spielzeit immer wieder als große Schwäche der Landeshauptstädter heraus kristallisierte, könnte in der kommenden Saison die große Stärke werden. Wie oben beschrieben, wurde im Offensivbereich auf dem Transfermarkt einiges getan. Außerdem ist die Viererkette eingespielt, Veränderungen dürften nicht zu erwarten sein.
Wuppertal: Das Mittelfeld hat mit den Neuverpflichtungen sowohl an Qualität als auch an Variations-Möglichkeiten gewonnen, dürfte ein echtes Sahnestück werden. Vor allem, wenn Rietpietsch ähnlich wie in der Schlussphase der vergangenen Saison als Gestalter überzeugt.
BVB: Die Borussen können auf eine eingespielte Viererkette zurückgreifen, generell fiel die Rotation für eine Zweitvertretung sehr gering aus. "Lediglich" David Solga, Pirson und vorerst Daniel Gordon müssen ersetzt werden.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/101-3141_preview.jpeg Oberhausens Benjamin Reichert und Oberhausens Pechvogel Stijn Haeldermans.[/imgbox]
Schwächen:
RWE: Man könnte meinen, der Altersdurchschnitt von 24,32 Jahren des Gesamtkaders. Allerdings kann man diesen Aspekt auch argumentativ umkehren. Unklar bleibt, wie sich das Sturmzentrum bewährt, dass der Ball bis dorthin gut getragen wird, diese Prognose ist nicht gewagt.
RWO: Der Etat ist klein, die Ligaerfahrung nicht viel größer. Zwar weiß ein Terranova oder ein Timo Uster, was in der dritten Klasse los ist. Aber viele Akteure haben noch nicht oft oder gar nicht in der Regionalliga gezockt. Der Wind weht rauer, an dieses Klima muss man sich schnell gewöhnen. Denn am Ende soll Platz zehn erreicht werden, es wird ein schwieriger Kampf bis zum Ende.
Düsseldorf: Neben dem allseits bekannten Auftakt-Problem der Fortuna, könnte es auch noch einige Zeit dauern, bis der qualitativ hochwertig besetzte Kader richtig in Schwung kommt. 13 Neuzugänge mussten integriert werden, sicher keine leichte Aufgabe für den Trainerstab und die Mannschaft.
Wuppertal: Die Innenverteidigung offenbarte bislang einige Abstimmungs-Probleme, wirkte noch nicht sattelfest. In der Vorbereitung ist das nicht weiter tragisch, bei einer Fortführung im Liga-Alltag kann es schnell Punkte kosten.
BVB: Erfahrung wird weiter klein geschrieben, der Durchschnitt beträgt 19,9 Lenze. Im Mittelfeld muss sich erst ein absoluter Chef herauskristallisieren, zudem klappt das Miteinander der einzelnen Teamteile noch nicht wie gewünscht.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/060-3099_preview.jpeg Mike Rietpietsch (Fotot. firo).[/imgbox] Prognose:
RWE: Natürlich spricht niemand richtig fordernd darüber, sofort wieder hoch zu gehen. Aber die Gedanken sind frei. Das Team kann sich beweisen, Coach Heiko Bonan auch, es ist für ihn die erste richtige Station, wo es knallt. Die Gedanken zurück an die Saison 79/98 sind aber auch da, als man aus der Zweiten Liga abging und in die Oberliga durchgereicht wurde – die Quali für die zukünftige dritte Bundesliga ist das Mindestziel. Und selbst das scheint nicht genug.
RWO: Oberhausen ist die Bürde des ewigen Favoriten los, man startet eher als Außenseiter in die Saison. Was nicht heißt, Platz zehn ist unrealistisch. Allerdings darf nicht viel passieren, ein guter Start wäre enorm wichtig, um die Aufstiegseuphorie noch länger aufrecht erhalten zu können.
Düsseldorf: Geschäftsführer Sport Wolf Werner und Coach Weidemann haben bei der Kaderzusammenstellung tolle Arbeit geleistet. So früh wie vor dieser Saison stand das Team noch nie, außerdem kann man von richtig Klasse der Neuen reden. Demzufolge sollte man die Fortuna durchaus auch auf der Aufstiegs-Rechnung haben.
Wuppertal: Man will klipp und klar hoch, ließ sich bei den Transfers nicht lumpen. Dennoch verließen mit Markus Ortlieb, Gaetano Manno und Tobias Damm gleich drei Leistungsträger den Verein. Das ist angesichts der Neuzugänge kein Grund für Pessimismus, allerdings wird der Angriff auf die Spitze auch kein Selbstläufer.
BVB: Das Ziel heißt Platz zehn, jedoch muss dafür schon alles perfekt laufen. Realistischer ist das Einlaufen unterhalb des Drittliga-Striches.

Autor: cb,og,kru,gri,md

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