Düsseldorf: Weidemann klärt Torwart-Frage

Melka oder "Ratta"?

kru
26. Juli 2007, 21:04 Uhr

"Die Jungs müssen heiß sein", erwidert Fortunas Coach Uwe Weidemann kurz und knapp auf die Frage, ob er auf den Auftakt am Samstag bei Union Berlin schon brenne. "Aber natürlich freue ich mich, dass es wieder los geht." Auch wenn die Landeshauptstädter in der "Alten Försterei" mit einer ziemlich umgekrempelten Mannschaft auflaufen, wurden auch die Neuzugänge zwangsläufig mit einem immer wieder gleichen Thema konfrontiert.

Seit 13 Jahren haben die Düsseldorfer kein Auftaktspiel mehr für sich entscheiden können. "Deshalb ist für uns der Start besonders wichtig", betont Weidemann, der hinzufügt: "Hauptsache, wir bringen aus Berlin etwas mit. Der Rest ist erst einmal zweitrangig."

Erst am heutigen Donnerstag wird sich endültig klären, wer in der Metropole für die Rot-Weißen zwischen den Pfosten steht. Behält Michael Melka, der von Borussia Mönchengladbach kam, die Oberhand oder darf sich am Ende doch Michael Ratajczak die neue Nummer eins nennen? Weidemann: "Man muss wirklich sagen, dass wir zwei sehr gute Torhüter in unseren Reihen haben, die uns die Entscheidung verdammt schwer gemacht haben. Einer hat einen hauchdünnen Vorsprung. Wir werden es den Jungs heute mitteilen, wer in Berlin im Kasten steht."

Geklärt ist hingegen, wer die Truppe aufs Spielfeld führt. Henri Heeren ist in der kommenden Saison Kapitän der Fortunen. "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm, denn seine Ansichten gefallen mir", erklärt der Linienchef. "Henri ist mein verlängerter Arm auf dem Platz, das war mir schon relativ früh klar. Eigentlich wollte ich es schon vor der Partie gegen Galatasaray Istanbul bekannt geben, doch da ist mir etwas dazwischen gekommen."

Der Spielerrat wird komplettiert durch Andreas Lambertz, der auch ab sofort Heerens Stellvertreter sein wird, Robert Palikuca, Markus Anfang und den Neuverpflichtungen Axel Lawarée und Oliver Hampel.

Wenn am Samstag dann der Startschuss der kommenden Spielzeit ertönt, wird es auch nur noch wenige Wochen dauern, bis Weidemann und Wolf Werner, Düsseldorfs Geschäftsführer Sport, sehen, ob sie auf dem Transfermarkt einen guten Job gemacht haben. "Den Beweis müssen wir erst noch leisten. Aber wir haben zumindest schon mal Strukturen in unser Gesamtgefüge gebracht. In den Vorbereitungsbegegnungen konnte man zumindest schon gute Ansätze erkennen", ist Weidemann weitesgehend zufrieden. "Auch das Umschalten von Abwehr auf Angriff und andersherum hat mir schon sehr gut gefallen. Wir haben eine gehörige Portion an Dynamik gewonnen."

Gegner-Vorschau Union Berlin Neuhaus' Stürmer-Problem

Uwe Neuhaus, der neue Trainer von Union Berlin, ist derzeit nicht zu beneiden. Der Coach hat nur zwei Tage vor dem Match gegen Fortuna Düsseldorf ein gewaltiges Problem, und zwar im Angriff. Karim Benyamina fehlt schon einige Tage wegen einer Mittelohrentzündung, Nenad Vuckovic laboriert an seiner hartnäckigen Knieverletzung und Nico Patschinski, der letzte Sorgenfall für Neuhaus, hat sich eine Wadenprellung zugezogen. "Schön ist anders. Doch ich habe Vertrauen in unsere Mannschaft", relativiert der ehemalige Essener Neuhaus.

Was soll er auch machen? Die einzigen Alternativen sind "Mac" Younga-Mouhani und die beiden 19-jährigen Youngster Tom Martins und Tobias Scharlau. Im letzten Test gegen den englischen Traditionsverein Leeds United stand Martins genauso in der Startelf wie Younga-Mouhani und Patschinski, der zwar erst für den 2:0-Endstand sorgte, jedoch aus bekannten Gründen später den Platz verlassen musste.

Der bekanntesten Neuzugänge der "Eisernen" sind neben Younga-Mouhani die weiteren Ex-Profis Michael Bemben (früher RW Essen, VfL Bochum) und Marco Gebhardt (Eintracht Frankfurt). Auch Alexej Spasskov (kam von Holstein Kiel) sollte Fußball-Fachleuten ein Begriff sein. Fakt ist, die erste Elf der Union kann sich durchaus sehen lassen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie man auf Ausfälle reagieren kann.

Autor: kru

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