Ralf Fährmann war der beste Griff des scheidenden Schalke-Managers Horst Heldt. Heldt setzte die Rückkehr gegen den Plan von Ralf Rangnick durch.

FC Schalke 04

Heldts Transferbilanz

Manfred Hendriock
21. Oktober 2015, 09:51 Uhr
Foto: Elmar Redemann

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Ralf Fährmann war der beste Griff des scheidenden Schalke-Managers Horst Heldt. Heldt setzte die Rückkehr gegen den Plan von Ralf Rangnick durch.

Man kann sich das sehr nett vorstellen. Als Clemens Tönnies und Horst Heldt am Samstag in der Halbzeitpause des Spiels gegen Hertha BSC intensiv miteinander diskutierten und der Manager später danach befragt wurde, worum es in dem Gespräch gegangen sei, da antwortete er: „Er“, und gemeint war damit Schalke-Chef Tönnies, „hat mich beglückwünscht, dass ich den Vertrag mit Ralf Fährmann verlängert habe. Und letztens hat er mir gratuliert, dass ich mit Leroy Sané verlängert habe.“

Die süß-saure Miene, die Heldt dabei machte, verriet deutlich, dass die Gratulation bestenfalls ein Randaspekt des Gesprächs war...

Die Personalien Fährmann und Sané zählen aber zweifellos zu den Dingen, die sich Heldt in seiner Schalke-Bilanz ans Revers heften kann. Für Super-Talent Sané waren englische Vereine im Sommer schon bereit, zweistellige Millionen-Ablösesummen zu zahlen – Heldt überzeugte ihn von einer Zukunft auf Schalke bis 2019. Und Fährmann, man hat es beinahe schon vergessen, war 2011 einer der ersten Einkäufe, die er nach Schalke holte (siehe Auflistung).

Draxler-Verkauf brachte Schalke schon 36 Millionen Euro

Trainer Ralf Rangnick wollte damals unbedingt Kevin Trapp vom 1. FC Kaiserslautern als Neuer-Nachfolger verpflichten – Heldt war die aufgerufene Ablöse zu hoch und setzte Fährmann durch. Der hatte in seinem Vertrag bei Eintracht Frankfurt eine Klausel, die ihm eine ablösefreie Rückkehr nach Schalke ermöglichte. Heute einer der wichtigsten Transfers für Schalke in den letzten Jahren.

Horst Heldts Transferbilanz auf Schalke war in den vergangenen Jahren oft ein Thema, das kontrovers diskutiert wurde – weil ihm eben nicht nur Volltreffer wie Fährmann, Leon Goretzka oder vor dieser Saison Johannes Geis geglückt sind, sondern ihm auch einige kapitale Flops unterlaufen sind. Was aber auch seine Kritiker anerkennen: Heldt ist ein glänzender Verkäufer. Direkt nach seinem Amtsantritt schlug er gemeinsam mit Finanz-Vorstand Peter Peters von den Bayern die gewaltige Ablösesumme für Manuel Neuer heraus, die sich durch Bonuszahlungen auf etwa 31,5 Millionen Euro erhöhte – Schalke stand damals finanziell am Abgrund. Und der Verkauf von Julian Draxler in diesem Sommer brachte Schalke die höchste Ablösesumme der Vereinsgeschichte ein (36 Millionen Euro plus vier Millionen weiterer Boni).

Die Spieler-Einkäufe von Horst Heldt

Sommer 2011: Christian Fuchs (FSV Mainz 05 - 3,8 Mio Euro), Marco Höger (Alemannia Aachen - 1,5 Mio Euro), Ralf Fährmann (Eintracht Frankfurt - ablösefrei), Teemu Pukki (HJH Helsinki - 1,5 Mio Euro), Ciprian Marica (VfB Stuttgart - ablösefrei), Timo Hildebrand (vereinslos - ablösefrei)

Winter 2011 / 2012: Chinedu Obasi (1899 Hoffenheim - 4,5 Mio Leihe und Ablöse)

Sommer 2012: Roman Neustädter (Borussia Mönchengladbach - ablösefrei), Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen - ablösefrei), Ibrahim Afellay (FC Barcelona - 500.000 Euro Leihgebühr)

Winter 2012 / 2013: Raffael (Dynamo Kiew - 1 Mio Euro Leihgebühr), Michel Bastos (Olympique Lyon - 1 Mio Euro Leihgebühr)

Sommer 2013: Adam Szalai (FSV Mainz 05 - 8 Mio Euro), Leon Goretzka (VfL Bochum - 3,25 Mio Euro), Christian Clemens (1. FC Köln - 2,8 Mio Euro), Felipe Santana (Borussia Dortmund - 1 Mio Euro), Kevin-Prince Boateng (AC Mailand - 10 Mio Euro), Dennis Aogo (Hamburger SV - 2,4 Mio Euro Leihe und Ablöse).

Winter 2013 / 2014: Jan Kirchhoff (FC Bayern - 500.000 Euro Leihgebühr)

Sommer 2014: Sidney Sam (Bayer Leverkusen - 2,5 Mio Euro), Eric Maxim Choupo-Moting (FSV Mainz 05 - ablösefrei), Fabian Giefer (Fortuna Düsseldorf - ablösefrei), Christian Wetklo (Darmstadt 98 - ablösefrei)

Winter 2014 / 2015: Matija Nastasic (Manchester City - 9,5 Mio Euro Leihe und Ablöse)

Sommer 2015: Franco Di Santo (Werder Bremen - 6 Mio Euro), Junior Caicara (Ludgorets Razgrad - 4,5 Mio Euro), Johannes Geis (10 Mio Euro plus Boni), Alexander Nübel (SC Paderborn - 200.000 Euro), Sascha Riether (SC Freiburg - ablösefrei), Pierre Emile Höjbjerg (FC Bayern - 1 Mio Euro Leihgebühr), Michael Gspurning (eigene Reserve - ablösefrei)

Aus der eigenen Jugend gekommen: Sead Kolasinac (Sommer 2012), Max Meyer (Winter 2012 / 2013), Kaan Ayhan (Sommer 2013), Timon Wellenreuther (Sommer 2014), Marvin Friedrich (Sommer 2014), Leroy Sané (Winter 2014 / 2015), Felix Platte (Sommer 2015), Thilo Kehrer (Sommer 2015)

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Autor: Manfred Hendriock

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