Der Saisonstart von Rot-Weiss Essen lief nicht so, wie es sich die Verantwortlichen vorgestellt haben.

RWE-Boss Welling

"Bin total entspannt"

20. Oktober 2015, 13:26 Uhr
Foto: Tillmann

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Der Saisonstart von Rot-Weiss Essen lief nicht so, wie es sich die Verantwortlichen vorgestellt haben.

Wir sprachen mit dem 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Welling über die bisherigen Spiele. Der 44-Jährige gibt sich trotz der angespannten Lage betont entspannt und erklärt auch, warum...

Michael Welling, Rot-Weiss Essen ist nach zwölf Spielen nur 13. in der Tabelle. Mit dieser Situation können Sie nicht zufrieden sein...
Es ärgert mich natürlich, dass wir verlieren und der Tabellenplatz kotzt mich an! Trotzdem bin ich bezüglich unseres Weges und unserer Perspektive total entspannt. Der eine oder andere von außen mag es nicht verstehen und mancher Fan mag mich für diese Aussage steinigen wollen, aber ich bin entspannter, als ich das in den letzten Jahren war. Wir hatten schon öfter Phasen, in denen wir sportlich nicht erfolgreich waren und da habe ich mir mehr Sorgen gemacht als momentan. Ich bewerte die Leistung und sehe die Schritte. Daher bin ich überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie bewerten Sie die Leistungen?
Wenn wir jetzt in jedem Spiel heillos unterlegen wäre, müsste man sich Gedanken machen. Aber wenn ich die Spiele durchgehe und jedes für sich betrachte, sage ich: Bei Köln II war es schlecht, da haben wir mehr als verdient verloren. Aber in allen anderen Spielen haben uns die Gegner nicht dominiert. Ich bin deshalb entspannt, auch mit Blick auf die Tabelle.

Das Saisonziel, bis zum Schluss ganz vorne mit dabei zu sein, ist aber schon jetzt in weite Ferne gerückt...
Wenn man das Saisonziel sieht, möglichst lange den Kontakt zur Spitze zu halten, dann ist dieses Ziel definitiv verfehlt. Wir sind nicht bei der Spitzengruppe. Ich habe aber am Wochenende noch mit einem Fan gewettet, dass wir am Ende der Saison deutlich weiter oben stehen werden. Klar wäre es schöner gewesen, wenn das jetzt schon der Fall wäre. Aber wir werden unseren Weg machen, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Ihr Trainer hat einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Muss man jetzt schon auf das zweite Jahr hoffen?
Hoffnung ist der falsche Begriff. Wir bauen darauf, dass wir vernünftig arbeiten. Das ist das Entscheidende. Wir legen gerade das Fundament für die Zukunft. Man darf nicht vergessen, dass wir einen großen Umbruch hinter uns haben, nicht nur was das Personal, sondern auch was den Grundgedanken angeht. Das braucht seine Zeit. Ich hätte mir auch gewünscht, dass es schneller geht. Wir sind auch davon ausgegangen, dass es schneller geht. Leider ist das nicht der Fall. Wir werden trotzdem konsequent weiter arbeiten.

Kommen bei Ihnen keine Zweifel auf, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist?
Wir können nicht nach zwölf Spielen anfangen, wieder alles in Frage zu stellen. Wir haben vor der Saison mit voller Überzeugung den Schnitt nach Fascher und Harttgen gemacht. Ich glaube, es gab kaum jemanden, der es für falsch hielt, dass wir nun einen anderen Weg gehen, der eine deutlich stärkere Verzahnung mit dem Jugendbereich beinhaltet. Diesen Weg gehen wir jetzt und werfen nicht gleich alles über den Haufen.

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