Auf den ersten Blick kommt die Manager-Debatte auf Schalke zur absoluten Unzeit. Ein Kommentar.

Kommentar

Heldt könnte erhobenen Hauptes gehen

18. Oktober 2015, 16:18 Uhr
Foto: firo

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Auf den ersten Blick kommt die Manager-Debatte auf Schalke zur absoluten Unzeit. Ein Kommentar.

Irgendwie mutet es haarsträubend an. Schalke feiert einen extrem emotionalen Heimsieg und zementiert Platz drei - doch bei S04 ist eben nicht "alles gut", sondern wieder etwas los: Horst Heldt steht vor seiner Ablösung, wenn man seine Aussagen aus dem Sport1-Doppelpass mal etwas wirken lässt, scheint ein kurzfristiger Rücktritt immer wahrscheinlicher zu werden.

Auf Schalke kannst du einfach nix richtig machen
RS-User Jörg Hugo Andersch

So richtig ins Bild will das angesichts der sportlichen Kurskorrektur nicht passen. "Ich kapiere es nicht. Einerseits quasselt man von Kontinuität und andererseits wird an Stühlen gesägt, was das Zeug hält", kommentierte RS-User Mariusz Krysinski die überraschende Meldung von Heldts bevorstehender Ablösung, Jörg Hugo Andersch stieß ins gleiche Horn: "Auf Schalke kannst du einfach nix richtig machen. Holst du Messi aus Barcelona, freuen sich 60.000 Mitglieder, die anderen 60.000 schreien über die Ablöse und sein Gehalt."

Recht haben sie, denn den sportlichen Totalschaden, der nach der Saison 2014/15 zu beklagen war, hat Heldt in erstaunlicher Art und Weise repariert. Seine Bilanz nach gut fünf Jahren auf Schalke fällt insgesamt positiv aus: Dreimal erreichten die Königsblauen die Champions League, trotz eines (zu) hohen Spieler-Etats konnte der Verein weiter entschuldet werden. Teure Karteileichen wie Kevin-Prince Boateng sind zwar ärgerlich, insgesamt aber zu verschmerzen, wenn man an die Mannschaft denkt, die da aktuell für Furore sorgt: Da steht eine begeisternde, blutjunge Truppe auf dem Platz, die so auch ohne Probleme noch drei weitere Jahre aufspielen könnte.

Heldt hinterlässt nur eine Baustelle

Genau das wäre auch Heldts Vermächtnis: Ein "starkes" oder besser "wiedererstarktes" Schalke. Sportlich gibt es nach dem Glücksgriff mit Trainer André Breitenreiter nur eine Baustelle: Die erhoffte Vertragsverlängerung mit Joel Matip.

Heldt könnte tatsächlich erhobenen Hauptes gehen. Dies müsste auch der Aufsichtsrat anerkennen, der ihm anscheinend trotzdem kein Vertrauen mehr schenkt. Eine Garantie dafür, dass es mit einem neuen Manager noch besser läuft, gibt es nicht. Ein Paradigmenwechsel ist ohnehin nicht nötig, Schalke kann und muss sein Kapital aus der Nachwuchsarbeit schöpfen. Dort schließt sich der Kreis, denn Heldt hat einen großen Anteil an den Verdiensten der "Knappenschmiede". Seine Fußstapfen dürften trotz nur 1,69 Meter Körpergröße größer ausfallen, als viele dachten.

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