Viktor Skripnik ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen - nach dem kämpferischen 0:1 (0:1) gegen den FC Bayern München platzte ihm aber der Kragen.

Werder Bremen

Skripniks Wutausbruch

dpa
18. Oktober 2015, 12:08 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Viktor Skripnik ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen - nach dem kämpferischen 0:1 (0:1) gegen den FC Bayern München platzte ihm aber der Kragen.

"Es ist nicht alles nur schlecht, was wir machen", wetterte der Trainer von Werder Bremen. Er war allzu genervt von den kritischen Fragen der Reporter nach der fünften Niederlage in Serie. "Wo ist Eure Lösung? Ihr bestätigt immer: Das ist schlecht, scheiße und so weiter. Das sieht meine Tochter auch. Jede Oma, jeder Opa, der im Stadion sitzt, sieht, dass das schlecht ist", blaffte der Ukrainer in die Medienrunde im Presseraum des Weserstadions. "Sind wir denn etwas anderes gewohnt, haben wir uns die Champions League vorgenommen?"

Er selbst war traurig über die Minusserie: "Ich bin unzufrieden, denn jetzt geht es auswärts nach Mainz und dann kommt Dortmund. Dann sitzen wir hier genauso - vielleicht ohne mich." Ein Satz, der aus dem Nichts kam und aufhorchen ließ. Dabei hatte Geschäftsführer Thomas Eichin bewusst den Druck von dem 45-Jährigen genommen mit der Aussage, Skripnik bleibe auch beim 0:12 gegen die Bayern im Amt. Hinterher meinte Eichin fast ein wenig erleichtert: "Wir sind noch da!"

Was den Bremern Hoffnung machte? Das "Kämpfen, Kratzen und Beißen" (Skripnik) gegen die Bayern, gegen die fast ein Unentschieden geglückt wäre. Mit einer klugen Defensivtaktik und den wenigen überfallartigen Kontern verkauften sich die Norddeutschen gut.

Als Anthony Ujah in der 68. Minute nur von Manuel Neuer gestoppt wurde, sieben Minuten später ein wenig fahrlässig seine zweite Großchance vergab, träumte die lautstarke Werder-Kulisse von einem Punkt. "Du merkst, die Bayern werden unruhiger, das ist schon ärgerlich", sagte Eichin. Mit Einstellung und Leistung war er zufrieden.

"Wir können auf die Leistung aufbauen", sagte Kapitän Clemens Fritz nach seinem 250. Bundesliga-Spiel. Keeper Felix Wiedwald war ein guter Rückhalt, sein Einsteigen gegen Robert Lewandowski in der 71. Minute allerdings grenzwertig. Die Bremer hätten sich über einen Elfmeter nicht beschweren können. "Eine weitere Niederlage ist immer ärgerlich, wir hatten uns viel vorgenommen und es war mehr drin", sagte Wiedwald: "Das wird uns Zuversicht geben für die schweren Wochen."

Nur einer strahlte so richtig nach Schlusspfiff: Claudio Pizarro. Sein Name hallte ihm aus der Bayern-Fankurve entgegen. Der 37 Jahre alte Peruaner herzte Ex-Kollegen wie Torschütze Thomas Müller und Philipp Lahm. Die Hoffnung, dass der Oldie den Bremern mehr Qualität im Angriff beschert, zerschlug sich allerdings wieder einmal.

Autor: dpa

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren