Für den Zuschlag der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland soll nach einem unbestätigten Bericht des

WM 2006

Geld aus schwarzer Kasse?

dpa
16. Oktober 2015, 17:16 Uhr
Foto: firo

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Für den Zuschlag der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland soll nach einem unbestätigten Bericht des "Spiegels" Geld aus einer schwarzen Kasse des Bewerbungskomitees geflossen sein.

Wie das Nachrichtenmagazin online ohne Nennung von Quellen am Freitag berichtete, sollen vier entscheidende Stimmen aus dem FIFA-Exekutivkomitee gekauft worden sein. Der DFB hatte zuvor in einer Pressemitteilung Ungereimtheiten rund um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an die FIFA eingeräumt. Es habe aber keine Anhaltspunkte gegeben, "dass Stimmen von Delegierten im Zuge des Bewerbungsverfahrens gekauft wurden."

Nach Informationen des "Spiegel" soll der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus dem damaligen Bewerbungskomitee 13 Millionen Mark als Privatmann geliehen haben. Das Geld ist dem Bericht zufolge eingesetzt worden, um die vier Stimmen der asiatischen Vertreter im FIFA-Exko für sich zu gewinnen. Zusammen mit den europäischen Vertretern war Deutschland auf 12 Stimmen gekommen. Auf Mitkonkurrent Südafrika entfielen damals 11 Stimmen. Der Neuseeländer Charles Dempsey hatte sich enthalten. Louis-Dreyfus starb im Jahr 2009. Adidas gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Louis-Dreyfus soll laut "Spiegel" das Geld eineinhalb Jahre vor der WM zurückgefordert haben. Im April seien daraufhin 6,7 Millionen Euro an die FIFA für ein angebliches Kulturprogramm und von dort an Louis-Dreyfus gezahlt worden.

Der DFB wollte sich über die veröffentlichte Pressemitteilung hinaus nicht äußern. Das Managements von Franz Beckenbauer, dem damaligen Chef des Organisationskomitees, war auf dpa-Anfrage zu einer Stellungnahme nicht bereit. Die FIFA teilte mit, dass der Fall an die Audit- und Compliance-Kommission weitergeleitet worden sei.

Autor: dpa

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