Der SFCV trifft sich am Freitag zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Fan-Vorstand bestätigt.

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Ermittlungen vor Versammlung bestätigt

Manfred Hendriock
16. Oktober 2015, 00:03 Uhr
Foto: SFCV

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Der SFCV trifft sich am Freitag zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Fan-Vorstand bestätigt.

An diesem Freitag findet in der Arena im Raum „Tibulsky“ die seit Wochen mit Spannung erwartete Außerordentliche Mitgliederversammlung des Schalker Fan-Club Verbandes (SFCV) statt. Der SFCV-Vorstand um den Vorsitzenden Frank Arndt will sich den Fragen der Mitglieder stellen – und dabei dürfte es unangenehm werden. Denn die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der WAZ, dass sie ein Ermittlungsverfahren gegen die Vorstandsmitglieder des SFCV aufgenommen hat. „Es besteht ein Anfangsverdacht wegen Straftaten“, erklärte Oberstaatsanwältin Anette Milk. Dabei geht es um den Vorwurf der Untreue.

Anfangsverdacht besteht

Seit Mitte August steht der SFCV-Vorstand schwer unter Beschuss von Teilen seiner Mitglieder. Ins Rollen gekommen war die Angelegenheit, als Ender Ulupinar von seinem Posten als Vorsitzender des SFCV-Aufsichtsrates abgelöst wurde – damals stand im Raum, er habe bei seinen Prüfungen „Unregelmäßigkeiten im Finanzgebaren“ entdeckt. Dass Ulupinar die Gruppe der Vorstands-Kritiker anführt, scheint sich nun zu bestätigen. Denn Oberstaatsanwältin Milk erklärte, die Strafanzeige gegen den SFCV-Vorstand sei von einem Rechtsanwalt im Auftrag von Ulupinar erstattet worden. Über den Eingang der Anzeige hatte die WAZ bereits am 17. September berichtet. Nun hat die Staatsanwaltschaft die darin erhobenen Vorwürfe geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Anfangsverdacht besteht.

Im Wesentlichen geht es darum, dass der SFCV-Vorstand Geschäfte ohne Genehmigung des Aufsichtsrates gemacht haben soll. Laut Staatsanwaltschaft handele es sich um mehrere Posten: Etwa um ein Darlehen in Höhe von 14 000 Euro an Susanne B. Oder um einen Sonderbonus von knapp 10 000 Euro ebenfalls an Susanne B., eine ehemalige SFCV-Angestellte. Zudem gehe es „um den unklaren Verbleib von mehreren Dutzend Dauerkarten, die 2014 und 2015 für beträchtliche Summen angeschafft worden sind“. Und auch eine Zahlung von 4000 Euro an die „123 JS Event GmbH“, die umfirmierte SFCV Fanbetreuung GmbH, steht auf dem Prüfstand.

Die Türen bleiben verschlossen

Ausdrücklich betont die Staatsanwaltschaft, dass sich die Anzeige von Ulupinar gegen die SFCV-Vorstandsmitglieder richtet – und nicht gegen den sechsköpfigen SFCV-Aufsichtsrat, dem auch Schalkes Geschäftsführer Peter Peters angehört. Bei einer zweiten Strafanzeige, die bei der Staatsanwaltschaft Bonn eingegangen ist, soll es sich aber auch um die Verflechtungen zwischen dem Verein Schalke 04 und dem SFCV und um deutlich höhere Summen drehen. „Dies kann ich aber noch nicht bestätigen“, erklärte Milk.

Sowohl der SFCV als auch Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies hatten in den vergangenen Wochen angekündigt, die im Raum stehenden Vorwürfe prüfen zu lassen. Es ist damit zu rechnen, dass der SFCV seine Ergebnisse an diesem Freitag bei der Mitgliederversammlung vorlegen wird. Dies soll aber hinter verschlossenen Türen im Raum „Tibulsky“ geschehen: Medienvertreter sind nicht zugelassen.

Autor: Manfred Hendriock

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