Mit zwei Aufstiegen in die Regionalliga hat der FC Kray in den letzten drei Jahren für reichlich Furore gesorgt. Nun liefert auch der Nachwuchs positive Schlagzeilen.

U19 Niederrheinliga

Krayer Jungs stürmen an die Spitze

Martin Herms
16. Oktober 2015, 12:21 Uhr
Foto: Wolfgang Heß

Foto: Wolfgang Heß

Mit zwei Aufstiegen in die Regionalliga hat der FC Kray in den letzten drei Jahren für reichlich Furore gesorgt. Nun liefert auch der Nachwuchs positive Schlagzeilen.

Der FC Kray entwickelt sich so langsam aber sicher zu einem echten Angstgegner für Rot-Weiß Oberhausen. Nur wenige Wochen nachdem die Profis ihr Heimspiel gegen den Underdog aus dem Essener Osten mit 1:3 verloren, wurde auch die U19 der Kleeblätter von den Krayern überrascht. Vor knapp zwei Wochen gewann der FCK an der heimischen Buderusstraße gegen den Aufstiegsfavoriten mit 1:0 und setzte sich in der A-Jugend-Niederrheinliga endgültig oben fest. Mittlerweile steht die Mannschaft, die erst im Sommer aus der Leistungsklasse aufgestiegen war, mit den Oberhausenern und den Sportfreunden Baumberg punktgleich an der Spitze.

Betreut wird die Krayer U19 von Cheftrainer Muhammet Isiktas und Vincent Wagner, dem langjährigen Publikumsliebling von Rot-Weiss Essen. Unterstützung erhält das Duo von Athletiktrainer Sven Linnemann. Seit seinem Wechsel im Sommer 2014 zum FC Kray betreut Wagner parallel das Nachwuchsteam des kleinen Stadtteilklubs. Vor den Einheiten mit der Regionalliga-Mannschaft gibt der 29-Jährige seine Erfahrungen an die jungen Burschen weiter. Die jüngsten Erfolge der A-Jugend lassen erkennen, dass es ihm und Chefcoach Isiktas auch gut gelingt. Gleich im ersten gemeinsamen Jahr gelang der ersehnte Aufstieg in die Niederrheinliga. Die Relegation meisterten die Essener mit drei Siegen aus drei Spielen souverän. Obwohl der Kader nur auf wenigen Positionen verändert wurde, mischt das Team nun auch die Niederrheinliga auf. "Wir können sehr zufrieden sein mit der Entwicklung der Jungs", betont Wagner. "Gegen Top-Mannschaften wie Rot-Weiß Oberhausen haben wir uns super verkauft und hatten sogar die leicht bessere Spielanlage. Es macht wirklich Spaß, dem Team bei der Arbeit zuzusehen."

Dass ausgerechnet meine Jungs einen Fair-Play-Preis gewonnen haben, dürfte den einen oder anderen zum Schmunzeln bringen
Vincent Wagner

Fair Play-Preis vom Fußballverband Niederrhein
Bemerkenswert ist dabei, dass seine Spieler bei allem Einsatz nicht über das Ziel hinausschießen. Im vergangenen Sommer wurde die Mannschaft mit dem Fair Play-Preis des Fußballverbandes Niederrhein ausgezeichnet - eine besondere Anerkennung für einen Verein, dessen erste Mannschaft in der jüngsten Vergangenheit in diesem Zusammenhang nicht immer den besten Ruf genoss. Pikanterweise gehört gerade Wagner nicht gerade zu den zimperlichsten Akteuren seines Fachs. Am vergangenen Wochenende fehlte der Abwehrchef der ersten Mannschaft aufgrund einer Rotsperre. "Dass ausgerechnet meine Jungs einen Fair-Play-Preis gewonnen haben, dürfte den einen oder anderen zum Schmunzeln bringen“, lacht Wagner und fügt hinzu: "Beim allem Ehrgeiz stehen bei uns Fair Play und Respekt an oberster Stelle. Auch ich versuche es den Spielern täglich vorzuleben", sagt Wagner, der bereits seine B-Lizenz als Trainer in der Tasche hat.

Der Traum von der Bundesliga

Nach seinen ersten positiven Eindrücken an der Außenlinie schließt Wagner eine mögliche Trainerlaufbahn nicht aus. Sein Ziel ist der Erwerb des Fußballlehrers, der ihm künftig so manche Tür im Trainergeschäft öffnen könnte. "Der Job macht mir richtig viel Freude. Ich könnte mir vorstellen, auch in Zukunft in diesem Bereich zu arbeiten", bekräftigt Wagner. Bis dato wolle er sich aber noch auf seine aktive Laufbahn konzentrieren. "Zwei, drei gute Jahre" habe er schließlich noch vor sich. Zudem ist auch sein Abenteuer mir der Krayer U19 noch längst nicht beendet. Der ganz große Sprung in die Bundesliga sei laut Wagner aber vorerst nur ein Traum. "Wir hatten einen super Start und es war nicht zu erwarten, dass wir in dieser Liga so gut spielen. Aber wir müssen auch an jedem Wochenende an unser Limit gehen, um bestehen zu können. Unser Ziel bleibt der direkte Klassenerhalt. Da diesen nur die ersten sechs Teams erreichen, wäre das für einen Klub mit unseren Mitteln schon eine Sensation."

Doch gerade damit kennen sich Vincent Wagner und der FC Kray schließlich bestens aus...

Autor: Martin Herms

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