Nach dem Skandal in der Champions League haben Inter Mailand und die italienische Justiz mit der Aufarbeitung begonnen. Ein Täter erhielt Stadionverbot, weitere Rowdies Hausarrest. Auch ein

Italien setzt ein Zeichen gegen die Rowdies

15. April 2005, 20:21 Uhr

Nach dem Skandal in der Champions League haben Inter Mailand und die italienische Justiz mit der Aufarbeitung begonnen. Ein Täter erhielt Stadionverbot, weitere Rowdies Hausarrest. Auch ein "Juve"-Fan wurde verurteilt.

Die italienische Justiz hat nach den Ausschreitungen beim abgebrochenen Skandal-Derby der Champions League zwischen Inter und AC Mailand und der Partie Juventus Turin gegen FC Liverpool schnell erste Konsequenzen gezogen. Ein "Juve"-Fan wurde am Freitag zu acht Monaten Gefängnis verurteilt, weil er während der Partie im Stadio Delle Alpi in Turin am Mittwoch Feuerwerkskörper in den Liverpooler Fanblock geschossen hatte.

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In Mailand erhielt ein 21-Jähriger aus dem Lager der Inter-Ultras ein dreijähriges Zutrittsverbot für italienische Stadien. Zudem muss sich der Klempner, der als einer der Täter bei der Randale identifiziert wurde, an Spieltagen bei einer Polizeidienststelle melden. Über das Stadionverbot hinaus drohen dem Rowdy weitere strafrechtliche Konsequenzen.

Ein Richter in Mailand verhängte zudem nach den Krawallen, bei denen der Abschuss zahlreicher Leuchtraketen auf den Rasen zum Abbruch geführt hatte, einen Hausarrest gegen einen weiteren per Polizeivideo überführten Mittäter. Inter hatte in Folge der Ausschreitungen aus seinem Fanblock beschlossen, für das Abbrennen der Feuerwerkskörper vor einem Zivilgericht Schadensersatz von den Tätern einzuklagen.

Für die Maßnahme erntete Inter, das die beim Zwischenstand von 0:1 und einem Gesamtstand von 0:3 vom deutschen Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) abgebrochene Partie nach Entscheid der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verloren hatte, Lob vom Mailänder Generalstaatsanwalt Fabio Roia: "Das ist ein wichtiges Zeichen. Es sagt aus, dass ein Klub seine Fans für das Verhalten im Stadion zur Verantwortung zieht."

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