Montagabend, 5. Oktober, 21.52 Uhr. Die Schauinsland-Reisen-Arena bebt. Gerade hat Giorgi Chanturia das „goldene Tor“ gegen Paderborn erzielt.

MSV Duisburg

"Keine Ahnung, wie die darauf kommen"

06. Oktober 2015, 12:53 Uhr
Foto: firo

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Montagabend, 5. Oktober, 21.52 Uhr. Die Schauinsland-Reisen-Arena bebt. Gerade hat Giorgi Chanturia das „goldene Tor“ gegen Paderborn erzielt.

Der erste Sieg des MSV, der erste Einsatz des „georgischen Messis“ und direkt sein erstes Tor. Ein Einstand, von dem jeder Fußballer träumt.

„Es ist ein ganz spezieller Tag für mich“, lacht [person=31842]Chanturia[/person]: „Es ist ein großartiges Gefühl, dieses wichtige Match mit einem Treffer zu entscheiden. Die Mannschaft ist klasse und ich kann versprechen, dass wir alles dafür unternehmen, am Ende die Klasse zu erhalten.“

Der 22-Jährige hat mit seinem technisch hochwertigen Tor allerdings nicht nur für die dringend erforderliche Kehrtwende gesorgt, sondern gleichzeitig auch noch seinem Coach Gino Lettieri den Job gesichert. Deshalb spurtete er nach seinem vielumjubelten Geniestreich auch sofort in Lettieris Arme. „Ich habe dem Trainer vor meiner Einwechslung versprochen, dass ich ein Tor für ihn erzielen werde“, berichtet Chanturia. Auch wenn er erst wenige Tage in Duisburg ist, weiß er schon genau, wie wichtig diese Erlösung ist, und schiebt Richtung des Linienchefs nach: „Er ist ein guter Trainer.“

Die Chemie zwischen den beiden stimmt genauso gut, wie die zwischen Lettieri und dem zweiten neuen Hoffnungsträger, [person=31749]Victor Obinna[/person]. Beide Akteure sind gerade erst nach Meiderich gewechselt, auch weil der 48-Jährige sofort einen guten Draht zu ihnen aufbaute. „Als wir vor sieben Wochen zum ersten Mal telefoniert haben, wollte Giorgi danach sofort zu uns“, erinnert sich Lettieri an den ersten Kontakt auf Englisch. Mittlerweile spricht der Fußballlehrer mit Chanturia - wie auch Obinna - auf italienisch, denn diese Sprache spricht der Offensive seit seiner Zeit bei Hellas Verona.

Zudem waren es italienische Medien, die dem Techniker, der in der Jugend des FC Barcelona ausgebildet wurde, den Spitznamen „georgischer Messi“ verliehen haben. „Aber Messi ist der Gott des Fußballs. Ich habe keine Ahnung, wie die darauf kommen“, zeigt sich Chanturia geerdet. Verwunderlich ist das nicht, denn trotz seines guten Rufs musste der in Tiflis geborene Rechtsfuß lange zittern, ehe sich die Chance beim MSV ergab. Zuletzt war er für den rumänischen Erstligisten und Champions-League-Teilnehmer CFR Cluj aktiv, doch sein Vertrag wurde nicht verlängert und er hing lange in der Luft. Erst als der Kontakt zu den Zebras zustande kam, keimte bei ihm wieder Hoffnung auf, denn für seine Zukunft in der georgischen Nationalmannschaft muss er regelmäßig spielen.

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Die Entscheidung pro MSV scheint augenscheinlich für beide Seiten gut zu sein, denn Lettieri ist von Chanturia nicht nur wegen des Tores begeistert: „Zu Beginn hatte er natürlich einige Probleme, aber er hat seine Aufgabe insgesamt viel besser gemacht, als ich es erwartet habe. Vor allem in den Schlussminuten in der Defensive.“ Zu viel Lob will er allerdings nicht verteilen – wie auch auf dem Platz, als sie sich in dem Armen lagen. Anstatt zu feiern, schärfte Lettieri lieber Chanturias Sinne: „Ich habe ihm gesagt, dass er im Überschwang der Euphorie jetzt bloß nicht die Gelb-Rote Karte kassieren darf. Zum Glück hat er gehört.“

Chanturia will die gezeigte Leistung in den nächsten Wochen weiter ausbauen, denn er will zurück ins A-Team. Für die aktuelle Länderspielpause ist er schließlich nicht nominiert worden. „Das ist auch gut, denn so kann er sich auf uns konzentrieren“, macht Lettieri deutlich. Dennoch wird er ihm keine Steine in den Weg legen, wenn das nächste Mal die Einladung ins Haus flattert. „Internationale Spiele helfen ihm und damit auch uns.“ Wie bereits gegen Paderborn.

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