Schalke marschiert - und surft aktuell auf einer regelrechten Welle des Erfolgs.

Schalke

Rückkehrer Höwedes mit eindringlichem Appell

01. Oktober 2015, 23:48 Uhr
Foto: firo

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Schalke marschiert - und surft aktuell auf einer regelrechten Welle des Erfolgs.

Sechs Siege in Serie sind ein Lauf, der vielleicht auch dazu verleiten könnte, abzuheben. Da braucht es Leute mit Erfahrung, die die Dinge richtig einordnen. So gesehen dürfte der Kapitän genau zur rechten Zeit zurückgekehrt sein - denn nach etwas mehr als vier Monaten stand Benedikt Höwedes am Donnerstagabend nicht nur erstmals wieder vom Beginn an auf dem Platz, sondern ging auch noch über die kompletten 90 Minuten.

Höwedes nach über 90 Minuten leicht angeschlagen

Sein Einsatz hinterließ jedoch Spuren - ein Eisbeutel kühlte den Knöchel, der ihn im Sommer so lange zum Zuschauen gezwungen hatte. "Wer vier Monate ausgesetzt hat, steckt so ein Spiel nicht ganz so leicht weg", sagte Höwedes anschließend. Es ist wohl zu befürchten, dass das Tripolis-Spiel für ihn ein kleiner Rückschlag war und der Abwehrmann gegen Köln erstmal wieder herausgenommen wird. Unmittelbar nach der Partie wollte Höwedes aber keine voreilige Prognose abgeben: "Ich habe hier und da ein Wehwehchen und muss mal sehen, wie mein Körper in den nächsten Tagen so darauf reagiert. Aber wenn ich zurückkommen will, brauche ich Spiele und dafür war das heute prädestiniert. Man muss sich nach solch einer langen Verletzung durchbeißen. Ich hoffe und denke, dass da nichts Schlimmes ist", sagte der Rückkehrer.

Die Begegnung gegen Asteras war schnell analysiert. "Wir haben zur Halbzeit hochverdient mit 3:0 geführt und hätten noch deutlicher führen können. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann runtergespielt", meinte der 27-Jährige. Nach dem 4:0-Sieg führt Schalke die Gruppe K in der Europa League souverän an. "Insgesamt sind wir zufrieden - vor allem mit dem Ergebnis. Sechs Punkte in der Europa League nehmen wir gerne mit, den sechsten Sieg in Folge nehmen wir auch gerne mit", bilanzierte Höwedes. "Wir würden am jetzt am Wochenende natürlich gerne den siebten Sieg nachlegen", meinte er mit Blick auf das nächste Heimspiel gegen Köln am Sonntag (15.30 Uhr).

Der Trainer hat vom ersten Tag an eine Euphorie ausgelöst, die den ganzen Verein, vor allem aber die Mannschaft beflügelt hat
Höwedes über Breitenreiter

Dann könnte Schalke Gesichte schreiben - sollten den Königsblauen auch der siebte Streich gelingen. Was aber macht die Gelsenkirchener aktuell so stark? Höwedes hat natürlich eine Erklärung - sie heißt André Breitenreiter: "Der Trainer hat vom ersten Tag an eine Euphorie ausgelöst, die den ganzen Verein, vor allem aber die Mannschaft beflügelt hat. Wir haben klare Strukturen, wie wir das Spiel aufbauen und wie wir verteidigen wollen. Man sieht im Vergleich zum letzten Jahr deutlich mehr Emotionen und Leidenschaft auf dem Platz. Man sieht, dass das Publikum sehr gut auf diese neue Art und Weise reagiert. Es trägt ja auch Früchte und das freut uns umso mehr. Aber wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und nachlassen und uns mit dieser Momentaufnahme zufrieden geben, sondern müssen wertschätzen, was uns stark gemacht hat: Dass wir alle in dieser Mannschaft arbeiten, dass sich keiner zurücknimmt", forderte Höwedes - und war mit seinem fast schon flammenden Appell noch nicht fertig: "Wir müssen gierig bleiben. Das haben wir in den letzten Tagen immer betont und nun gegen Tripolis auch unter Beweis gestellt."

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Eines liegt dem Spielführer wie auch seinem Cheftrainer dabei besonders am Herzen: Die Entwicklung von Schalkes Talenten. "Wir können die jungen Spieler nicht alle auf Podeste stellen, mit denen sie vielleicht noch gar nicht zurechtkommen. Wir älteren Spieler müssen Vorbilder sein", findet der Weltmeister - zum Beispiel für [person=13777]Leroy Sané[/person]. "Er ist in einer bestechenden Form, ist sehr wichtig für uns und hat unheimlich viel Tempo und kann mit Sicherheit auch ein großer Spieler werden", schwärmte Höwedes, um gleich wieder den mahnenden Finger zu heben: "Wir sollten nicht den Fehler machen und unmenschliche Dinge von ihm verlangen, weil er noch sehr jung ist, weil er Fehler machen darf und Fehler machen wird. Er macht auch jetzt nicht alles richtig. Er macht Einzelaktionen, die fantastisch aussehen, aber er muss auch noch reifen. Das braucht Zeit und die bekommt er von uns auch. Er wird seinen Weg gehen, wenn er so bescheiden bleibt wie er ist und die Kritik annimmt. Das tut er und deshalb glaube ich, dass wir noch eine Menge Spaß an ihm haben werden."

Dann nahm Höwedes den Youngster tatsächlich mehr oder weniger unter seine Fittiche und stieg mit ihm in den Aufzug, der die beiden aus den Katakomben der Arena beförderte. Es war ein schönes letztes Bild eines erfolgreichen Abends.

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