Die Rote Laterne leuchtet nach wie vor in Duisburg. Auch im neunten Anlauf hat es wieder nicht zum ersten Dreier gereicht.

MSV Duisburg

Spekulationen in der T-Frage

28. September 2015, 12:56 Uhr
Foto: Ketzer

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Die Rote Laterne leuchtet nach wie vor in Duisburg. Auch im neunten Anlauf hat es wieder nicht zum ersten Dreier gereicht.

Im Gegenteil: Bei Union Berlin setzte es die siebte Niederlage der Saison. Damit bleibt der MSV mit nur zwei Zählerchen Letzter. Obwohl die Zebras nach Paderborn (5) sowie 1860 München (6) mit sieben Toren die drittschlechteste Offensive haben und mit unglaublichen 23 Einschlägen die Schießbude der Liga sind, steht Gino Lettieri weiterhin nicht zur Disposition.

„Unser Trainer wird auch nächsten Montag gegen den SC Paderborn auf der Bank sitzen“, verkündete Sportdirektor Ivica Grlic sofort nach der Niederlage die einstimmige Entscheidung der Vereinsverantwortlichen. Grund dafür sei die bislang beste Auswärtsleistung. Grlic: „Das Team hat alles rausgeholt und sich wieder gut präsentiert. Schade, dass sich die Mannschaft aber nicht belohnt hat.“

Weil sie erneut bei Standards pennte und zur Pause bereits fast aussichtslos mit 0:3 hinten lag. Doch angeführt von Neuzugang Victor Obinna, der nicht nur wegen seines ersten Tores überzeugte, kämpften sich die Meidericher zurück und machten damit klar, dass sie nicht gegen Lettieri spielen. Der Fußballlehrer spürte jedenfalls die Rückendeckung seiner Spieler: „Meine Mannschaft hat nie aufgegeben, das spricht für sich.“

Gegen Lettieri sprechen allerdings nach wie vor die nackten Zahlen. Kein Wunder, dass die Spekulationen über seinen Nachfolger bereits entfacht sind. Ex-MSV-Coach Kosta Runjaic wurde sofort nach seiner Demission in Kaiserslautern ins Gespräch gebracht, doch seine Rückkehr ist ausgeschlossen, da er auf ein Engagement in der Beletage spekuliert.

[infobox-right]Kommentar
Richtige Entscheidung
Dass die Verantwortlichen auch nach der Niederlage in Berlin an Gino Lettieri festhalten, ist richtig. Angesichts der neun (!) Verletzten ist es dem MSV kaum möglich, konkurrenzfähig zu sein – da ist es auch egal, wer an der Seitenlinie steht. Trotz der immer wiederkehrenden Rückschläge zerreißt sich die Mannschaft und ist bis auf die zweite Halbzeit gegen Braunschweig noch nie auseinandergebrochen. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Chemie zwischen Team, Trainer und Sportlicher Leitung stimmt. Klar ist aber auch, dass wenn es gegen Paderborn wieder nicht klappt, Lettieris Zeit wohl ablaufen wird, denn Fußball ist und bleibt reiner Ergebnissport.[/infobox]

Des Weiteren werden mit Benno Möhlmann, "Pele" Wollitz oder auch Jens Keller Kandidaten genannt, die im Gegensatz zu Lettieri Bundesliga-Erfahrung haben und deshalb eine Alternative sein sollen, sollte der Bock nicht im kommenden Heimspiel gegen die ebenfalls schlecht gestarteten Paderborner endlich umgestoßen werden.

Darauf hoffen allerdings nach wie vor die Duisburger Funktionäre, schließlich ist der ohnehin kleine Etat völlig ausgereizt und eine Trainerentlassung würde den mit rund 7,8 Millionen Euro verschuldeten Klub nur zusätzlich belasten.

Allerdings gibt es auch Stimmen bei den Sponsoren, die mahnen, dass den Spielverein ein Abstieg teurer zu stehen komme, als ein Trainerwechsel. Wie die Entscheidung, die unaufhaltsam naht, ausfallen wird, hängt jetzt mehr denn je von der Mannschaft ab.

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