"Juve"-Teamarzt wehrt sich gegen Doping-Urteil

tw
12. April 2005, 12:57 Uhr

"Juve"-Teamarzt Riccardo Agricola hat beim einem Turiner Gericht Einspruch gegen seine Gefängnisstrafe wegen Sportbetrugs eingelegt. Agricola soll seine Spieler von 1994 bis 1998 systematisch mit EPO gedopt haben.

Der Dopingskandal rund um den Teamarzt des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin, Riccardo Agricola, nimmt kein Ende. Der 57-Jährige hat gegen seine Verurteilung wegen Sportbetrugs durch Epo-Doping und Verabreichung weiterer gesundheitsschädlicher Medikamente zu 22 Monate Gefängnis bei einem Turiner Gericht Einspruch eingelegt. Auch die Turiner Staatsanwaltschaft, die für Agricola 38 Monate Haft beantragt hatte, ging in die Berufung.

Der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello hatte Agricola vorgeworfen, "Juve"-Spieler zwischen 1994 und 1998 systematisch mit Epo und anderen unerlaubten Mitteln gedopt zu haben. Fast drei Jahre und 39 Verhandlungstage hatte der Prozess gegen Agricola gedauert.

Für den erfolgreichsten und einflussreichsten Klub auf dem Apennin war das Urteil ein schwerer Schlag, weil die Staatsanwaltschaft die großen Erfolge der "alten Dame" in den 90er Jahren ausdrücklich mit Doping in Verbindung gebracht hatte.

Blutkontrollen sollen Pflicht werden

In Zukunft sollen Blutkontrollen nach den Spielen der Profi-Ligen in Italien wieder Pflicht werden. "Im neuen Kollektivvertrag der italienischen Fußballer werden wir ab 1. Juli die Kicker verpflichten, sich Bluttests zu unterziehen", bestätigte der Präsident der Spielergewerkschaft AIC, Sergio Campana. Auch der AC-Mailand-Verteidiger Alessandro Costacurta sprach sich für bessere Anti-Doping-Kontrollen aus. "Wir sind für die Blutkontrollen. Je mehr Tests durchgeführt werden, desto besser ist es", meinte der Milan-Profi.

Autor: tw

Kommentieren