Die U23 des BVB zeigte nicht nur bei der Niederlage gegen das Pendant aus Gladbach eklatante Schwächen beim Torabschluss.

BVB II

Kritik von Wagner nach Pleite gegen Gladbach II

Tobias Hinne-Schneider
24. September 2015, 14:02 Uhr
Foto: Tillmann

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Die U23 des BVB zeigte nicht nur bei der Niederlage gegen das Pendant aus Gladbach eklatante Schwächen beim Torabschluss.

Es ist nie gut, wenn der gegnerische Trainer auf der Pressekonferenz mit den Worten, "Eigentlich ist es ganz einfach...", beginnt. Doch genauso hat der Nachfolger von André Schubert gestern begonnen, Arie van Lent führte die Fohlen-Elf zu seinem ersten Sieg. "Die letzten beiden Tage waren in Gladbach ein wenig Chaos, aber trotzdem haben wir von Beginn an die Partie kontrolliert. Aus drei Torchancen machen wir im ersten Durchgang zwei Tore. Nach dem Anschlusstreffer war Dortmund bis zum Ende dran am Ausgleich, wir hatten aber das Quäntchen Glück auf unserer Seite", setzte van Lent sein Statement fort.

Glück? Damit wäre die Sache nicht auf den Punkt gebracht. Zwar hatte der BVB im zweiten Durchgang die Kontrolle über die Partie, kombinierte sich auch gefällig bis an den gegnerischen Strafraum, doch dann fehlte die Durchschlagskraft. "Uns fehlt in den Situationen vielleicht der nötige Biss", monierte Abwehrspieler Christoph Zimmermann im Anschluss an die Partie. Denn mit Glück hatte das nur sehr wenig zu tun, denn die Abschlussschwäche des BVB ist bereits im gesamten Saisonverlauf eklatant. Lediglich sechs Tore schoss die Elf von Trainer David Wagner in den bisherigen neun Saisonspielen. Einzig der FC Wegberg-Beeck hat noch weniger Treffer erzielt. Doch die sind grade erst aufgestiegen, eine Mannschaft von Amateuren, der BVB kommt aus der dritten Liga, hatte mit Moritz Leitner einen Fußballer dabei, der seine Schuhe schon in der Champions League geschnürt hat.

"Ich bin heute total verärgert über unsere Chancenverwertung. Das war einfach schlecht. Die Spieler müssen den Anspruch haben, aus 16 oder sogar elf Metern Entfernung zumindest den Ball auf das Tor zu bringen", fasste Wagner das große Problem seiner Mannschaft zusammen. Dortmund bestimmt das Spiel, schießt allerdings keine Tore, ein Rattenschwanz, den sie bereits aus Drittliga-Zeiten kennen. Normalerweise steht Wagner vor seinen Spielern, doch dieses Mal hagelte es Kritik: "Das hat auch mit Eitelkeit zu tun, der fehlenden Reife, dann einfach mal den Punch zu setzen. Wir ergötzen uns an unserem Spiel, machen dann aber nicht das entscheidende und das ist den Ball über die Linie zu bringen. Das ist keine Frage der Qualität."

Bereits am Samstag, den 26. September, geht es weiter, dann reist der SC Wiedenbrück nach Dortmund. Anders als der BVB konnte sich die Mannschaft von Alfons Beckstedde durch den 3:0-Sieg gegen den FC Kray etwas Luft verschaffen. Mit 13 Punkten belegt Wiedenbrück aktuell den zehnten Tabellenplatz. Wie viel Kredit Dortmunds Trainer David Wagner noch hat, weiß wohl nur Ingo Preuß, der Sportliche Leiter des BVB II. Wagner richtet den Blick aber schon wieder nach vorne: "Die Enttäuschung gebe ich mir nur den einen Tag, denn danach blicken wir auf den nächsten Gegner. Dann müssen wir spielen wie in der zweiten Halbzeit und die Torchancen endlich verwerten."

Autor: Tobias Hinne-Schneider

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