Am Samstag fand das Krefelder Derby zwischen dem VfR Fischeln und KFC Uerdingen statt. Dieses Spiel wird allen voran der Grotifant nicht so schnell vergessen.

KFC Uerdingen

Rüssel-Gate an der Grotenburg

Krystian Wozniak
22. September 2015, 14:00 Uhr
Foto: Griepenkerl

Foto: Griepenkerl

Am Samstag fand das Krefelder Derby zwischen dem VfR Fischeln und KFC Uerdingen statt. Dieses Spiel wird allen voran der Grotifant nicht so schnell vergessen.

Was war passiert? Nachdem der KFC das 1:0 (Uerdingen siegte am Ende mit 2:0, Anm. d. Red.) erzielte, bat Präsident Lakis den Grotifanten Stimmung zu machen. Daraufhin stieg das legendäre Uerdinger Maskottchen auf den Zaun und wollte für eine tolle Atmosphäre sorgen. Da hatte Andreas Bosheck, der im Kostüm des Grotifanten steckt, die Rechnung ohne einen Fan gemacht. Dieser sprang nämlich plötzlich hoch, packte den Kopf des Maskottchens am Rüssel und warf ihn über die Absperrung. Der Grotifant stand nun kopflos auf dem Zaun. Am Dienstagmorgen sprach RevierSport mit Bosheck über die Ereignisse am Samstag.

Andreas Bosheck, aktuell sind Sie ein gefragter Mann. Ganz Deutschland berichtet über den kopflosen Grotifanten. Können Sie die Szene noch einmal aus Ihrer Sicht schildern?
Ich sollte nach dem 1:0 Stimmung erzeugen und habe das mit dem Gang auf den Zaun auch versucht. Als mir plötzlich ein Fan meinen Kopf klaute, war ich etwas angesäuert und sprang über den Zaun, um mir mein Eigentum zurückzuholen. Der Dieb war aber schon weggelaufen und ein kleiner Junge hielt meinen Kopf fest. Diesen habe ich dann auch zurückbekommen. Doch lustig war die Aktion sicherlich nicht. Vor allem die Berichterstattung in der Boulevardpresse verärgert mich sehr.

Die Geschichte ging sogar bis nach China
Andreas "Grotifant" Bosheck

Was macht Sie so wütend?
Die Zeitung mit den vier Buchstaben verdreht Fakten. Da heißt es, dass der Grotifant außer Rand und Band wäre und sich eine Schlägerei mit den eigenen Fans geliefert haben soll. Das ist erstunken und erlogen. Das ist überhaupt nicht witzig. Ich bin im Auslieferungsdienst tätig und mein Vorgesetzter konnte darüber auch nicht lachen. Ich stehe dort mit meinem vollen Namen und werde als Schläger abgestempelt. Die Geschichte ging sogar bis nach China. Da gibt es auch diese Berichte. Natürlich kann und soll man darüber berichten, aber wenn gelogen wird, dann ist der Spaß zu Ende. Das ist eine echte Sauerei!

Sie hätten sich bei dieser Aktion auch verletzten können...
Ja, natürlich. Ich konnte mich nur mit Mühe auf dem Zaun halten. Wenn mich jemand noch angeschubst hätte, dann wäre ich auf eine Bande geknallt und ich will dann nicht wissen, was mir hätte passieren können. Was wäre, wenn ich querschnittsgelähmt wäre? Hätte dann der Boulevard geschrieben: Wir sprachen zuerst mit dem Rollstuhlfahrer? Diese Berichterstattung ist wirklich unterste Schublade.

Haben Sie mittlerweile mit dem "Täter" gesprochen?
Nein, aber ich weiß, wer es war. Das ist ein Fan aus der Ultra-Szene gewesen, der einfach lustig sein wollte. Und ich wollte einfach mein Eigentum sichern.

Werden Sie in Zukunft wieder auf den Zaun steigen?
In der nächsten Zeit erst einmal nicht mehr. Wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist, dann wird man den Grotifanten bestimmt wieder auf dem Zaun jubeln sehen.

Autor: Krystian Wozniak

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