Viele Fans fordern ihre Vereine auf, die Aktion der Bild zu boykottieren und sich mit St. Pauli zu solidarisieren. So gehen S04 und BVB damit um.

BVB/S04

Das sagen die Klubs zu "Wir helfen"

derWesten
18. September 2015, 16:40 Uhr

Viele Fans fordern ihre Vereine auf, die Aktion der Bild zu boykottieren und sich mit St. Pauli zu solidarisieren. So gehen S04 und BVB damit um.

Einen Tag nach dem erfolgreichen Start in die Europa-League-Saison , erklärte der Schalke 04 auf Nachfrage unserer Redaktion, ob der Bundesligist die umstrittene Bild-Flüchtlingsaktion am kommenden Spieltag mittragen wird, dass man sich "mit dem Thema beschäftigt". Eine klare Antwort wollte der Verein nicht geben. Der BVB erklärte indes, dass die Borussen das Bild-Emblem tragen werden.

Bundesligen-Sponsor Hermes räumt am Wochenende den Platz auf dem Trikot-Ärmel der Bundesliga-Profis für ein Logo mit dem Schriftzug "Wir helfen - #refugeeswelcome". Auf dem Logo ist auch das Emblem der Bild-Zeitung zu sehen, die die Aktion für Flüchtlinge präsentiert.

Fans fordern Boykott

Das hat bei zahlreichen Fans von verschiedenen Bundesliga-Vereinen für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Fans von Borussia Dortmund, Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf fordern einen Boykott der Aktion. Die Gelsenkirchener Solidargemeinschaft "Königsblaue Hilfe e.V." forderte auf ihrer Homepage, das eigene Engagement in den Vordergrund zu stellen und nicht das der Boulevardzeitung: "Dass auf Schalke und in Gelsenkirchen Flüchtlinge willkommen sind, zeigte die Vereinsfamilie erst am vergangenen Sonntag, [...[. Deshalb sollte es für jeden Schalker selbstverständlich sein, die Aktion des FC Schalke und nicht die des Springer-Verlages zu unterstützen", heißt es in einem Eintrag. Auch die größte Schalker Ultragruppe, die Ultras Gelsenkirchen (UGE) unterstützt den Aufruf der Königsblauen Hilfe: "Die Schalker Fan Initiative hat zu dieser Farce deutliche Worte gefunden. Ultras Gelsenkirchen kann sich diesen nur anschließen", heißt es in einem Beitrag auf der Homepgae der UGE.

BVB boykottiert Bild-Aktion nicht

Auch die Fans des Revierrivalen Borussia Dortmund hatten beim Europa-League-Spiel des BVB am Donnerstagabend unmissverständlich kundgetan, was sie von der Bild-Flüchtlingsaktion halten. Von der Südtribüne aus zeigten sie einem Millionenpublikum Banner mit der Botschaft: "Keine PR für Hetzer - Bild-Aktion boykottieren. Die Flüchtlingskrise für's eigene Image zu instrumentalisieren? Das bringt nur Bild. #Bildnotwelcome."

Der Redaktion der Ruhrnachrichten gegenüber erklärte der BVB: "Borussia Dortmund versteht sich als Mitglied der Solidargemeinschaft der 36 Profiklubs unter dem Dach der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Die DFL hat alle Klubs am 11. September gebeten, sich der Aktion anzuschließen und das entsprechende Logo zu tragen. Dieser Bitte kommen wir nicht etwa aus blindem Gehorsam nach, sondern weil Borussia Dortmund das Motto #refugeeswelcome seit Wochen lebt und seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Das Statement #refugeeswelcome ist uns persönlich wichtig. Deswegen, und nur deswegen, tragen wir es."

Autor: derWesten

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