Der Fußball-Weltverband FIFA hat Generalsekretär Jérôme Valcke

FIFA

Generalsekretär Valcke suspendiert

dpa
17. September 2015, 22:57 Uhr
Foto: firo

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Der Fußball-Weltverband FIFA hat Generalsekretär Jérôme Valcke "mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres von all seinen Aufgaben entbunden". Das teilte die FIFA mit.

Neue, schwere Korruptionsvorwürfe gegen das bisherige FIFA-Machtzentrum um den scheidenden Präsidenten Joseph Blatter: Generalsekretär Jérôme Valcke, Blatters engster Vertrauter, wurde am Donnerstag vom Weltverband "mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres von all seinen Aufgaben entbunden". Das teilte die FIFA am Abend mit. Der Verband habe von einer Reihe von Vorwürfen Kenntnis erhalten, die den Generalsekretär beträfen. Daher sei eine "formelle Untersuchung durch die FIFA-Ethikkommission" in Auftrag gegeben worden.

Die Ethikkommission teilte dazu in einer dürren Erklärung nur mit, man habe das Vorgehen der FIFA zur Kenntnis genommen. Weitere Details wurden nicht genannt. "Die Frage, ob in einer konkreten Angelegenheit eine Untersuchung hängig ist, kommentiert die Untersuchungskammer nicht", hieß es lediglich.

Auch der skandalträchtige Verband gab zunächst keine weiteren Informationen preis, doch in Valcke könnte es nun einen absoluten Topmann erwischen. Der 54 Jahre alte Franzose, seit 2007 im Amt, gilt als linke Hand Blatters, der für Februar 2016 seinen Rücktritt angekündigt hat.

Nun könnte es für Blatter und Valcke eng werden

Schon in der Vergangenheit hatte es immer wieder Vorwürfe gegen Valcke gegeben. Doch er überstand - wie bis Mitte dieses Jahres sein Verbündeter Blatter - immer sämtliche Anschuldigungen. Nun könnte es für das Duo eng werden.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor am Donnerstag von schweren Vorwürfen der Marketingagentur JB Sports Marketing gegen die FIFA-Spitze berichtet. In dem "SZ"-Bericht heißt es, Vertreter der Agentur hätten einen Ticketingvertrag mit der FIFA für die WM-Turniere 2010 bis 2022 vorgelegt, in dessen Kontext Valcke eine "diskrete Gewinnbeteiligung zugesichert worden sein soll".

Autor: dpa

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