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In Europa kennt uns jede Sau!

17. September 2015, 10:02 Uhr
Foto: firo

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Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 sollten die Herausforderung "Europa League" mit Selbstbewusstsein angehen.

[b]Ein Kommentar[/b]

Als am 28. August in Monaco die Würfel fielen, wurde auch in der RevierSport-Redaktion geflachst: „Jetzt kommt bestimmt... wie heißt das? Qäbälä?“ Ja, heißt so. Und es kam tatsächlich so. Borussia Dortmund muss in der Gruppenphase der Europa League gegen einen Gegner ran, der exotischer kaum sein könnte. Gegen einen Verein, den trotz der sportlichen Globalisierung keiner kennt, der aus einem anderen Fußball-Universum zu stammen scheint. „Futbol Klubu Gilan Qǝbǝlǝ“ – da sind ja sogar Buchstaben drin, die hier noch keiner gesehen hat.

Über den FK Krasnodar, Dortmunds Gegner am heutigen Donnerstag, oder Asteras Tripolis aus der Schalker Gruppe weiß man nur unwesentlich mehr als über den oben beschriebenen Kontrahenten – der aber eben nicht der Fantasie eines unterbeschäftigten RevierSport-Redakteurs entsprungen, sondern ganz konkrete Realität ist.

Die Europa-League-Giganten stammen aus dem Revier

Das heißt für den BVB und S04 aber auch: Die beiden Revier- Vertreter sind turmhoch favorisiert. Nimmt man den UEFA-Koeffizienten zum Maßstab, ist Schalke 40,7 mal so gut wie Qäbälä. Gleich zwei Fußball-Goliaths stammen also hier aus dem Revier!

Das ist aber kein Grund zum Jubeln, sondern eher eine Gefahr. Von den überragend aufspielenden Borussen erwartet nun das ganze Umfeld die nächste Gala und auch die – noch nach Stabilität suchenden – „Knappen“ sollten tunlichst mit einem klaren Sieg aus Zypern zurückkommen. Das ist keine Überheblichkeit, sondern einfach nur eine Beschreibung des Größenverhältnisses der beiden Welten, die dort aufeinander prallen.

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Trainer hassen diese Spiele, in denen sie vor allem etwas zu verlieren haben. Umso wichtiger wird es sein, ihre Teams erfolgreich auf die Underdogs einzustellen. Nicht nur, um eine Blamage zu vermeiden, sondern auch um auf Dauer nicht zu viel an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Vor allem aus Dortmunder Sicht erscheint das Verpassen der Champions League ja eher wie ein Ausrutscher. Und trotz aller neuer Bescheidenheit hegen auch die Königsblauen andere Ansprüche als der FC Augsburg. Ein Mitmischen um den EL-Titel darf also das Ziel sein, ein späteres Comeback in der Königsklasse ist absolut wünschenswert. Ob man sich künftig an Gegner wie Qäbälä gewöhnen muss oder nicht, wird vor allem die Leistung in der Bundesliga zeigen. Falls die Konkurrenz, vor allem aus Wolfsburg und Leverkusen, zu stark ist, und es auch in Zukunft „nur“ zur Europa League reicht, dann sollten Dortmund und Schalke im Gegensatz zum FCA dort aber nicht kleinmütig auftreten, denn: In Europa kennt uns jede Sau!

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