Der Körper von Andreas Wiegel gab dem Mittelfeldspieler des MSV Duisburg schon am Montagabend auf dem Rasen des Stadions am Millerntor die Antwort.

Duisburg

MSV hat Georgier an der Angel

Dirk Retzlaff
16. September 2015, 09:50 Uhr

Der Körper von Andreas Wiegel gab dem Mittelfeldspieler des MSV Duisburg schon am Montagabend auf dem Rasen des Stadions am Millerntor die Antwort.

Am Dienstag nach der MRT-Untersuchung wurde es in der Buchholzer Unfallklinik zur traurigen Gewissheit: Kreuzbandriss. Zudem ist der Meniskus beschädigt. Möglichst schnell soll nun die Operation erfolgen. Rund acht Monate wird es dauern, bis er wieder fit ist.

Ausgerechnet bei seinem Comeback, das gleichzeitig sein Saisondebüt war, passierte es. Wiegel hatte sich in der Vorbereitung im Freundschaftsspiel beim TV Voerde kurz vor Schluss einen Anriss des vorderen Kreuzbandes zugezogen und sich in den letzten Monaten mit eiserner Disziplin wieder herangekämpft.

MSV-Trainer Lettieri: „Wir stehen alle unter Schock“
„Der Spieler steht unter Schock, wir alle stehen unter Schock“, so MSV-Trainer Gino Lettieri am Dienstag. Kurz vor der verhängnisvollen Szene – Marc Rzatkowski foulte den Duisburger – wollte Lettieri Wiegel auswechseln. „Aber Kevin Scheidhauer war mit den Kräften am Ende – da habe ich mich für ihn entschieden“, so Lettieri, der sich zuvor über einen starken Auftritt des Mannes mit der Rückennummer 16 gefreut hatte.

Wiegels Ausfalls ist ein herber Rückschlag für den ohnehin schon personell gebeutelten MSV , in den letzten Tagen eröffnete sich den Meiderichern eine weitere personelle Option. Laut georgischer Quellen steht der MSV in engem Kontakt mit Offensivspieler Giorgi Chanturia, der in diesen Tagen bei den Zebras erscheinen soll. Der 22-Jährige bestritt sechs A-Länderspiele für Georgien und war auch im März beim 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft in Tiflis eine Halbzeit lang am Ball.

Zuletzt stand Chanturia auf Leihbasis beim rumänischen Erstligisten CFR Cluj unter Vertrag, ist seit dem 1. Juli aber ohne Verein. Zuletzt platzte ein Transfer nach Italien. Georgiens Nationaltrainer Kakhaber Tskhadadze will weiter auf den 22-Jährigen, der zu den größten Talenten seines Landes zählt, setzen, verlangt aber von ihm, kurzfristig bei einem Verein die entsprechende Spielpraxis zu erhalten.

Die Konstellation könnte dem MSV in die Karten spielen. Mit dem neuen georgischen Innenverteidiger Lasha Dvali kann der MSV Chanturia zumindest einen Landsmann aufbieten, der bei den Startschwierigkeiten helfen könnte.

Autor: Dirk Retzlaff

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