Gegen den SV Bommern kassierte der ambitionierte Bezirksligaaufsteiger SSV Hagen bereits die vierte Niederlage im fünften Saisonspiel.

SSV Hagen

Die erste Euphorie ist verflogen

Julian Bischoff
15. September 2015, 11:37 Uhr
Foto: Ketzer

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Gegen den SV Bommern kassierte der ambitionierte Bezirksligaaufsteiger SSV Hagen bereits die vierte Niederlage im fünften Saisonspiel.

Ende August war noch alles in bester Ordnung am Höing. Am zweiten Spieltag meldete sich der SSV nach vier Jahren der Abstinenz eindruckvoll zurück im überkreislichen Fußball; mit sage und schreibe 7:1 wurde die SG Hemer vom heimischen Sportpark gejagt. Die Mannschaft von Trainer Peter Loche, der hinterher von einem "Paukenschlag" sprach, schien den großen Erwartungen gerecht werden zu können.

Nur ein Sieg aus fünf Spielen

Ein paar Wochen später ist von der Anfangseuphorie nicht mehr viel zu spüren beim SSV. Auf den Coup gegen Hemer folgten drei Niederlagen in Folge, am Sonntag verlor man erneut knapp mit 2:3 beim SV Bommern. Zusammen mit der Auftaktniederlage bei Hagen 11 hat die Loche-Elf somit vier der ersten fünf Partien verloren. In der Tabelle schlägt sich diese Bilanz mit Rang 13 nieder, die Hagener sind Drittletzter. Laut Loche gibt es für die Niederlagenserie mehrere Gründe. Zunächst wäre da die überzogene Erwartungshaltung gegenüber seiner Mannschaft, die in der vergangenen Saison in der Kreisliga hochüberlegen zum Aufstieg marschierte.

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Während der Trainer vor der Spielzeit kein konkretes Saisonziel ausgeben mochte und lediglich darauf verwies, man wolle so schnell wie möglich in der neuen Liga Fuß fassen, hatte manch einer sowohl im Verein als auch im Umfeld Größeres im Sinn. "Die zwei Jahre waren der Anfang. Der Hauptfilm beginnt erst", kündigte Ex-Trainer Ömür Turhan, mittlerweile Vorstandsvorsitzender, nach dem Aufstieg an. Spieler [person=6249]Serdar Demirel[/person] sagte gar, es werde nun "Großes kommen" vom Verein aus Hagen. Benjamin Knoche, Trainer des Lokalrivalen Hagen 11, sprach davon, dass der SSV "auf jeden Fall unter die ersten Vier" kommen werde. "Das waren zu große Vorschusslorbeeren", befindet Loche. Seine Elf sei "von den Namen her vielleicht klangvoll besetzt", ihm sei jedoch von Anfang an klar gewesen, "dass es kein Selbstläufer wird".

Fehlende Konzentration und Cleverness

Darüber hinaus bemängelt Hagens Übungsleiter, der erst relativ kurz vor Saisonbeginn seinen neuen Job angetreten und davor mit dem Trainerdasein "schon fast abgeschlossen" hatte, die Haltung sowie die vielen individuellen Fehler seiner Mannschaft. Bei der jüngsten Niederlage in Bommern ging man mit einer Führung in die Pause, woraufhin Loche in der Kabine betonte "dass wir noch nicht durch sind". Dennoch schlich sich in Hälfte zwei einmal mehr der Schlendrian ein ins Spiel des Aufsteigers. Zu den individuellen Fehlern, die zu den Gegentreffern geführt hätten, habe es seiner Elf auch wiederholt an der nötigen Cleverness gefehlt.

Loche will angesichts der derzeitigen Lage nicht verhehlen, dass er sich noch die eine oder andere Verstärkung wünscht, personell habe man "noch Luft nach oben". Ein weiterer Kritikpunkt des Trainers richtet sich indes nicht an seine Elf, sondern an den Verein. Die Trainingsbedingungen seien derzeit alles andere als optimal, es sei schwierig, bestimmte taktische Dinge einzustudieren, "wenn man nur eine Platzhälfte zur Verfügung hat".

"Wir schieben keine Panik"

Trotz des schwachen Auftakts und der nach der jüngsten Pleite "total betrübten Stimmung" seiner Mannschaft möchte Loche die aktuelle Lage nicht überdramatisieren: "Wir schieben jetzt bestimmt keine Panik." Die Trainingsbeteiligung und das Engagement der Mannschaft sei weiterhin gut, in dieser Trainingswoche gelte es nun, an spezifischen Schwächen zu arbeiten. Diese liegen laut Loche vor allem im Umschaltspiel und der fehlenden defensiven Stabilität.

Dass am kommenden Sonntag ausgerechnet der bislang ganz starke Tabellenzweite aus Breckerfeld im Sportpark gastieren wird, passt zur Lage der Hagener, denen laut Loche zur Zeit auch das Glück fehle. Doch gibt sich Loche trotz der momentan schwierigen sportlichen Situation entschlossen: "Wir werden den Kampf annehmen."

Autor: Julian Bischoff

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