Sechs Pflichtspiele, sechs Siege – da lassen die Fans schon gerne mal die Korken knallen.

VfL Bochum

Intakte Mannschaft in der Außendarstellung

11. September 2015, 11:27 Uhr
Foto: firo

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Sechs Pflichtspiele, sechs Siege – da lassen die Fans schon gerne mal die Korken knallen.

Strahlende Sieger tanzen vor der Ostkurve. Der VfL vermittelt derzeit den Eindruck einer Spaßgesellschaft. Doch wie ist es um das Innenleben der Mannschaft bestellt, denn den Luxus, sich derzeit einen Jan Simunek, Tobias Weis, Manuel Riemann oder Thomas Eisfeld auf der Bank oder gar Tribüne zu leisten, haben nicht viele Mannschaften in Liga zwei.

Doch wenn es Spannungen im mittlerweile gut besetzten Kader gibt, dann sind sie für Außenstehende nicht wahrnehmbar. Tim Hoogland, als gesetzter Akteur von sportlichen Sorgen völlig befreit, fällt es leicht eine Bestandsaufnahme zu geben: „Alle ziehen mit, keiner stellt sich quer. Natürlich ist es immer so, dass einige unzufrieden sind, aber die üben im Training so viel Druck aus, dass alle gezwungen sind ihre besten Leistungen abzurufen. Wer da nicht mitmacht, ist ganz schnell draußen.“

Der Mittelfeldspieler ist erfahren genug, dass der Ist-Zustand – keine großen Verletzungen –, nur eine Momentaufnahme ist: „Die Plätze werden tiefer, das Verletzungsrisiko größer und deshalb ist es wichtig, dass alle bei 100 Prozent sind. Jeder Zweikampf, jedes Training ist wichtig, um am Wochenende top fit zu sein.“

Wer da nicht mitmacht, ist ganz schnell draußen
Tim Hoogland

Aber wie groß ist dennoch das Konfliktpotenzial, wenn es einmal negative Ergebnisse zu verarbeiten gilt? „Auch dann werden wir professionell mit der Situation umgehen. Für alles andere ist in unserem Team auch kein Platz“, sagt Hoogland. „Schließlich ist die erste Elf immer nur so gut wie der gesamte Kader.“ Hoogland bricht eine Lanze für das komplette Team: „Wir haben eine starke Mannschaft, nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine und sogar in der Freizeit. Daraus kann man viel Kraft schöpfen.“

Stimmungshoch also bei Hoogland, aber wie sehen die Reservisten eigentlich die Situation? Zum Beispiel Manuel Riemann, der mit dem Anspruch, die Nummer eins zu werden, nach Bochum kam, bisher aber nur im Pokalspiel gegen Salmrohr zum Einsatz kam. „Ich könnte es mir einfach machen, mich auf die Bank setzen und hoffen, dass wir jedes Spiel verlieren. Dann käme ich vielleicht sogar zu einem Einsatz, aber hinter einer verunsicherten Mannschaft zu stehen, das bringt einem doch auch nichts“, sagt Riemann offen.

Manuel Riemann als Quertreiber? Ein klares Nein.

Der Ex-Sandhäuser hat den zweiten Weg gewählt: „Ich muss dem Trainer Tag für Tag im Training beweisen, dass er in meinen Augen die falsche Entscheidung getroffen hat. Spiele ich dann immer noch nicht, kann ich mir nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben.“
Riemann als Quertreiber? Das kann sich der Schlussmann selbst nicht vorstellen. „In den letzten Jahren war es für mich immer wichtig, dass sich die Reservisten loyal verhalten, deshalb kann ich mich jetzt selbst nicht anders verhalten.“

Dass dies allerdings nicht immer leicht ist, gibt er offen zu: „Natürlich gibt es den einen oder anderen Moment, in dem ich sehr frustriert bin; in dem es unglaublich weh tut. Das wird am Freitag in Sandhausen sicherlich auch so sein, wenn ich auf der Bank Platz nehme.“ Nachdenklich fügt er hinzu: „Ich bin von Natur aus nicht der Geduldigste. Auch wenn es für mich persönlich noch nicht rund läuft – Bochum war dennoch die richtige Entscheidung.“

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