Auf dieses Spiel freut sich ganz Velbert: Am Samstag (14 Uhr) ist Rot-Weiss Essen zu Gast.

SSVg Velbert

Schmidts Highlight gegen RWE

Krystian Wozniak
10. September 2015, 10:17 Uhr
Foto: Tillmann

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Auf dieses Spiel freut sich ganz Velbert: Am Samstag (14 Uhr) ist Rot-Weiss Essen zu Gast.

Wenn RWE kommt, dann herrscht bei den meisten Regionalligisten der Ausnahmezustand. In Velbert ist die Vorfreude auf den Nachbarn aus der Ruhrmetropole ebenfalls riesig. "Hier benötigt kein Spieler eine externe Motivation. Gegen Essen wollen alle spielen. Ähnlich ist es nur noch gegen Aachen und Oberhausen", weiß Andre Pawlak um die Topspiele der Liga.

Neben Velberts erstem Vorsitzenden Oliver Kuhn, der seit etlichen Jahren Vereinsmitglied bei Rot-Weiss Essen ist, ist die Partie gegen den Aufstiegsanwärter allen voran für Philipp Schmidt etwas ganz Besonderes. Der 26-jährige Angreifer ist gebürtiger Essener und lebt in der Stadt. "Da werden viele bekannte Gesichter auf der Tribüne sitzen. Dieses Spiel ist ein absolutes Highlight", sagt Schmidt. RWE kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt an die Velberter Sonnenblume. Denn der Aufsteiger spielte zuletzt beeindruckenden Fußball und konnte sogar einen 0:2-Rückstand beim aktuellen Titelträger Borussia Mönchengladbach II egalisieren - der Lohn: Platz fünf nach sieben Spieltagen! "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Die Saison ist noch sehr jung und das Auftaktprogramm kam uns schon entgegen. Aber wir brauchen uns auch vor niemandem zu verstecken", betont Schmidt.

Es wird zweimal am Tag trainiert und jeder ist sehr verbissen. Es geht um Einsatz-, Punktprämien. Jeder will natürlich spielen, weil es um das Gehalt geht. In Essen, Aachen oder Oberhausen leben alle vom Fußball
Philipp Schmidt

Dass Schmidt aktuell nur so vor Selbstvertrauen strotzt, kommt nicht von ungefähr. Der ehemalige Krayer erzielte vier Tore in den ersten sechs Spielen - nur Mönchengladbachs Marlon Ritter (6) ist noch erfolgreicher. Zuvor waren Schmidt in 34 Regionalligaspielen für Rot-Weiß Oberhausen und den FC Kray nur sechs Treffer gelungen. Nichtsdestotrotz konnte er sich mit guten Leistungen in Kray für einen Vertrag bei RWO empfehlen und den Traum des Profifußballers leben. "Da ist natürlich alles sehr professionell. Aber es hat auch seine Nachteile. Es wird zweimal am Tag trainiert und jeder ist sehr verbissen. Es geht um Einsatz- und Punktprämien. Jeder will natürlich spielen, weil es um das Gehalt geht. In Essen, Aachen oder Oberhausen leben alle vom Fußball", erzählt Schmidt.

Das ist in Velbert anders. Die Mannschaft trifft sich beinahe täglich ab 17.30 Uhr zu einer Trainingseinheit. Zuvor gehen die Spieler - wie Schmidt beispielsweise in der Automobil-Branche - einem Beruf nach. "Wir haben alle einen Plan A, der Fußball ist der Plan B. Wir sind nicht davon abhängig. Trotzdem macht es in Velbert sehr viel Spaß und hier ist ebenfalls alles auf einem hohen Niveau", berichtet Schmidt. Die Velberter Mannschaft spielt fast seit zwei Jahren in unveränderter Formation und ist eine eingespielte und verschworene Truppe. Schmidt: "Wir kennen uns alle sehr gut und wissen, wer, wo gekitzelt werden muss, um das Optimum rauszuholen. Mit unserem Teamgeist können wir auch Rot-Weiss Essen schlagen."

Darüber würde sich mit Sicherheit ganz Velbert freuen - inklusive Schmidts Freunde und Familie aus Essen.

Autor: Krystian Wozniak

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