90 Minuten konnte Felipe Santana seinen Frust über seine Situation bei Schalke verbergen. Für seinen alten Freund aus der Zeit beim BVB.

Felipe Santana

„Der Trainer hat mit mir noch nicht gesprochen“

06. September 2015, 12:07 Uhr
Foto: firo

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90 Minuten konnte Felipe Santana seinen Frust über seine Situation bei Schalke verbergen. Für seinen alten Freund aus der Zeit beim BVB.

Das Schicksal von Kevin Kuranyi und Lincoln, die als ehemalige Schalker vom Dortmunder Publikum am Samstag beim Abschiedsspiel von Dede zeitweise übel ausgepfiffen wurde, blieb Felipe Santana zwar erspart. Aber die zeitweiligen „Schei… 04“-Schmähgesänge der 81.359 Zuschauer im Signal Iduna Park dürften auch dem ehemaligen BVB-Abwehrspieler gegolten haben. „Dafür habe ich an so einem Tag kein Verständnis“, meinte „Tele“ nach dem Spiel. „Am Samstag ging es um Dede. Deshalb habe ich auch zugesagt.“

Er habe immer offen zu seiner Dortmunder Vergangenheit gestanden. „Dortmund ist ein Teil meines Lebens. Ich kann das nicht leugnen und ich will das auch nicht leugnen.“ Dass er bei den Königsblauen noch unter Vertrag steht, ist ohnehin nur seinem inzwischen auskurierten Muskelfaserriss, der einem Wechsel zum 1. FC Köln im Wege stand, und der HSV-Transferposse um Marvin Friedrich geschuldet. Auch eine Türkei-Option zerschlug sich.

Obwohl Santana zwischenzeitlich von S04-Sportvorstand Horst Heldt klar signalisiert wurde, dass er auf Schalke keine Rolle mehr spielt, haben sich die Gelsenkirchener kurz vor Torschluss doch noch eine Spielgenehmigung für den Brasilianer besorgt. Die Knappen wollten ihn als Backup in der Hinterhand haben, weil die Hamburger einer Ausleihe Friedrichs bereits zugesagt hatten. Da der 19-Jährige aber doch blieb, weil der HSV die geforderte Ausleihgebühr von 300.000 Euro nicht bezahlen konnte, steht Santana jetzt zwar mir Spielgenehmigung, aber weiterhin ohne jegliche Chance auf einen Einsatz da.
Santana sieht seine Situation deshalb eher nüchtern. Ein Gespräch mit André Breitenreiter habe jedenfalls noch nicht stattgefunden, offenbarte der 29-Jährige: „Der Trainer hat mit mir noch nicht gesprochen.“

Für Dede habe ich es gern gemacht!
Felipe Santana

Der Brasilianer weiß: „Ich habe zwar jetzt die Erlaubnis. Das bedeutet aber nicht, dass ich auch spiele. Das ist eine ganz andere Sache.“ Und fügt an: „Ich mache meine Arbeit weiter und dann schauen wir mal, was passiert.“

Erst einmal wohl nichts. Denn derzeit dürfte Santana trotz der Verletzung von Matija Nastasic nicht mehr als Option Nummer sechs sein. Neben Joel Matip und Benedikt Höwedes stehen im Kader der Knappen auch noch Roman Neustädter, Kaan Ayhan und Marvin Friedrich vor dem Brasilianer. Keine guten Aussichten, um sich ins Schaufenster zu stellen und sich für andere Klubs interessant zu machen.

Am Samstag in Dortmund konnte Santana in der alten Heimat aber zumindest für 90 Minuten seinen Frust in den Hintergrund schieben. „Ich habe mich gefreut, bei so einer tollen Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Für Dede habe ich das gerne gemacht“, meinte Santana. Auch, wenn er selbst eher überschaubare Einsatzzeiten beim Jux-Match hatte. Aber selbst davon kann er in Gelsenkirchen derzeit nur träumen.

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