Das anstehende Topspiel zwischen dem Wuppertaler SV und KFC Uerdingen wirft seine Schatten voraus.

WSV/KFC

Ultras provozieren mit Video

02. September 2015, 15:41 Uhr
Foto: Ketzer

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Das anstehende Topspiel zwischen dem Wuppertaler SV und KFC Uerdingen wirft seine Schatten voraus.

Am Sonntag, 6. September, treffen die beiden Aufstiegsfavoriten im Stadion am Zoo aufeinander. Aber nicht nur sportlich birgt das Duell eine Menge Brisanz.

Unter dem Motto „Stellt euch“ provozieren die „Wuppertaler Ultras“ die Fans des KFC bereits mit einem Video im Internet. In dem 3.42-Minuten-Clip werden erst Fanutensilien von anderen Vereinen gezeigt. Neben einer Zaunfahne aus Mülheim werden Artikel von Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, des FC St. Pauli und des KFC präsentiert. Grablichter und ein Totenschädel sorgen für eine gespenstische Atmosphäre.

[video]vimeo,https://vimeo.com/137852502[/video]

Wenig später bekennen sich die Wuppertaler zu einem Graffiti im Grotenburg-Stadion. Letzte Woche Samstag wurde der Schriftzug „Zukunftslos“ auf die Stehtribüne gesprüht, danach folgt der Schwenk zu den stets vermummten Wuppertalern, die daraufhin die Krefelder beleidigen. Zum Schluss des Videos laufen die „WUs“ vermummt durch rot-blauen Rauch und stürmen mit den Worten „Stellt euch ihr F...“ los. Das Video endet mit dem Aufruf: „06.09.15 für Wuppertal“.

Weil sich die „Ultras Krefeld“ seit Saisonbeginn allerdings im Boykott befinden und das Team bislang weder optisch, noch akustisch unterstützt haben, ist es fraglich, ob die Krefelder auf das Video reagieren. Uerdingens Präsident Lakis ist vom Clip schockiert, glaubt aber nicht an eine Eskalation: „Wir werden im Vorfeld intensiv mit unseren Fanbeauftragten sprechen, doch ich befürchte nicht, dass sich unsere Fans davon provozieren lassen. Wir haben nicht mehr die Szene wie vor 30 Jahren, zudem treten sie aus vereinspolitischen Gründen nicht mehr so zahlreich auf. Sie sind zwar noch da, aber als Zuschauer.“

Stadt Krefeld erstattet Anzeige

Auf die Friedfertigkeit des Anhangs setzt der Funktionär, der seitens des WSV noch keine Entschuldigung für die Aktion erhalten hat, auch am Sonntag. Schließlich haben die Fans des KFC das Graffiti sofort entfernt und keine Gegenmaßnahmen ergriffen. „Das hat mit Fußball nichts zu tun“, schimpft Lakis: „Aber die Wuppertaler haben sich geoutet, den Schriftzug angebracht zu haben. Die Stadt als Eigentümer des Stadions hatte bereits Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, doch jetzt wird die Polizei ihre Konsequenzen daraus ziehen.“

„Der Clip ist uns bekannt und fließt in unsere Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen mit ein."
Polizei-Hauptkommissar Stefan Weiand

Mehr noch. Die Wuppertaler Beamten prüfen, ob es sich bei dem Video um eine Provokation handelt, oder ob es schon einen Straftatbestand wegen Aufrufs zur Gewalt darstellt. Polizei-Hauptkommissar Stefan Weiand: „Der Clip ist uns bekannt und fließt in unsere Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen mit ein. Weitere Angaben kann ich aus polizeitaktischen Gründen aber noch nicht machen.“

Auch WSV-Vorstandssprecher Alexander Eichner will sich zu dem Video, das er selbst noch nicht gesehen habe, nicht äußern: „Ich kann dazu nichts sagen, kann aber versprechen, dass wir wie immer alles für die Sicherheit unserer Zuschauer unternehmen. Wir veranstalten extra ein Familienevent und erwarten ein hochinteressantes und brisantes Spiel – mehr nicht.“

"Die Schlacht wird ausschließlich auf dem Platz geschlagen und darf nicht von irgendwelchen Außenseitern missbraucht werden.“
Lakis

Lakis wendet sich derweil mit einem flammenden Appell an die Fans: „Wir alle möchten ein Fußballfest zweier Mannschaften, die aufsteigen wollen, erleben. Die Schlacht wird ausschließlich auf dem Platz geschlagen und darf nicht von irgendwelchen Außenseitern missbraucht werden.“ Hoffentlich kommt der Appell auch bei allen an.

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