Sportlich und privat befindet sich Bochums Sommer-Zugang Tim Hoogland auf Wolke sieben.

VfL Bochum

Hoogland: Currywurst statt Leberkäs!

28. August 2015, 13:03 Uhr
Foto: firo

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Sportlich und privat befindet sich Bochums Sommer-Zugang Tim Hoogland auf Wolke sieben.

Seit knapp drei Wochen hat seine Familie den Umzug von London ins Ruhrgebiet abgewickelt, sodass er wieder jeden Abend ein normales Familienleben führen kann. Auch sportlich genießt der Mittelfeldspieler den Augenblick – beim Blick auf die Tabelle kein Wunder.

„Wenn mir einer beim Blick auf das Auftaktprogramm gesagt hätte, dass wir nach den Spielen in Paderborn und Freiburg noch eine weiße Weste haben, dann hätte ich ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt“, schmunzelt Hoogland. Doch selbst als er zu Wochenbeginn noch den Jubel der VfL-Anhänger im Ohr hatte, blieb der langjährige Profi nüchtern: „Die Tabellenführung ist zunächst einmal eine Momentaufnahme. Daran haben wir richtig Spaß, mehr auch nicht.“

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Dass der gute Start in die neue Spielzeit nicht von ungefähr kommt, dessen ist man sich im VfL-Umfeld bewusst. „Man hat in der Vorbereitung schon gemerkt, dass wir als Team gut funktionieren und die Vorgaben des Trainers Woche für Woche besser umsetzen. Diese Arbeit trägt nun mehr und mehr Früchte“, sagt Hoogland.

Seit über zehn Jahren ist der flexible Mittelfeldspieler mittlerweile im Profi-Geschäft, hat bei einigen Vereinen gekickt und dementsprechend viele Trainer-Charaktere kennengelernt. Doch nur ein Fußballlehrer arbeitete so akribisch wie Gertjan Verbeek: „Auch wenn ich beides nicht vergleichen möchte, so erinnert es mich schon ein wenig an meine Zeit in Mainz unter Thomas Tuchel. Auch der hatte einen ganz klaren Plan und wir wussten, wenn wir diesen umsetzen, dann kann es gut werden.“

Der 30-Jährige ist erfahren genug, um doch kleine Unterschiede in der Detailarbeit zwischen Tuchel und Verbeek festzustellen: „Die Art und Weise wie Verbeek uns auf die Spiele vorbereitet, ist einmalig. Auch was er uns in der Pause mit auf den Weg gibt, um uns zu verbessern, das macht das Spielen gewissermaßen leichter.“

Da fangen die Gegner schon an zu kotzen
Tim Hoogland

Da überrascht es nicht, dass Hoogland mit der momentanen Spiel- und Funktionsweise des Teams sehr zufrieden ist: „Wir lassen doch kaum noch Großchancen zu. Selbst die Riesenchance von Nils Petersen gegen Freiburg mit dem langen Ball von der Seite war mehr ein Glücksfall, als klar herausgespielt.“ Kleiner Fakt am Rande: Während der VfL die Gegner kaum mal zu Abschlussmöglichkeiten kommen lässt, hat Hoogland schon elf Mal das gegnerische Tor anvisiert – Spitzenwert im VfL-Team, noch vor Top-Torjäger Simon Terodde.

Trotz dieser Torschuss-Offensive hat der Defensivspieler seinen geschärften Blick für die Abwehr nicht verloren und ein großes Lob für die Innenverteidiger übrig: „Da fangen die Gegner – sorry – schon zu kotzen an, weil unser Duo ihnen das Leben so schwer macht.“ Doch bei aller Euphorie, bei allem Lob für die Mitspieler, ist kein Platz zum Träumen: „Wenn wir jetzt meinen, wir könnten schon alles, dann hauen uns die Sechziger den Laden voll. Es gibt keinen Selbstläufer in der Liga.“

Apropos 1860 München: Hier ist es Hoogland wichtig, einige Sommergerüchte zu beseitigen: „Als das Angebot von 1860 kam, da war ich eigentlich mit dem VfL schon klar, und habe das auch in München unmissverständlich kommuniziert.“ Umso erstaunter musste er in der Zeitung lesen, dass der Löwen-Aufsichtsrat ihn abgelehnt habe.

Der Mittelfeldspieler ist mittlerweile heilfroh, wieder im Revier zu sein: „Currywurst statt Leberkäs, auch das ist eine Philosophie.“

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