Gegen weitgehend überforderte Norweger gelang der BVB-Offensive ein starker Auftritt - dabei ragten vor allem zwei Mittelfeldspieler heraus.

BVB-Noten

Mkhitaryan und Gündogan überragend

Sebastian Weßling
27. August 2015, 22:56 Uhr
Foto: firo

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Gegen weitgehend überforderte Norweger gelang der BVB-Offensive ein starker Auftritt - dabei ragten vor allem zwei Mittelfeldspieler heraus.

Roman Weidenfeller (4): Schon vor Wochen hatte Trainer Tuchel dem in der Liga zur Nummer zwei degradierten Routinier den Einsatz in dieser Partie versprochen. Einer seiner ersten Amtshandlungen: den Ball aus dem Netz herauszuholen, nachdem Halvorsen vollkommen überraschend die Norweger Führung erzielt hatte - und zwar per Kopf aus dem Fünfmeterraum, wo ein Torhüter auch gerne mal eingreifen darf (19.). Fiel ansonsten nur noch einmal auf, als er beim Herauslaufen Sokratis umrannte, obwohl längst abgepfiffen war - das fand der Grieche wenig witzig. Beim zweiten Gegentor absolut machtlos (64.).

Matthias Ginter (3): Da der eben erst wiedergenesene Piszczek nur auf der Bank saß, durfte Ginter wieder auf der rechten Abwehrseite ran. Agierte etwas verhalten, wählte oft den sicheren Pass zurück, anstatt mal eine offensive Aktion zu wagen. Als er doch einmal eine Hereingabe wagte, rauschte Kagawa heran und vollstreckte zum 4:1 (40.). Und wenig später landete sein Ball bei Reus, der aus spitzem Winkel zu hoch schoss (45.). Seine Doppelchance machte Torhüter Rossbach mit zwei starken Paraden zunichte (12.). Nach hinten hatte der Aushilfs-Rechtsverteidiger kaum Probleme.

Sokratis (3): Kehrte nach überwundener Bänderdehnung in die Mannschaft zurück - und spielte einen absolut soliden Part. Gefährlich wurden ihm weniger die norwegischen Angreifer als der eigene Torhüter - bis zur 64. Minute, als er gegen den Torschützen Berg zu passiv blieb.

Mats Hummels (2): Souveräner Auftritt des Kapitäns, der gegen meist absolut harmlose Norweger hinten nichts anbrennen ließ - und mit feiner Spieleröffnung unter anderem das 1:1 einleitete (25.). Nur beim zweiten Gegentreffer nicht ganz aus der Verantwortung zu nehmen, als er Halvorsens Vorarbeit nicht verhindern konnte (64.).

Marcel Schmelzer (2-): Gegen die tiefstehenden Norweger war der nominelle Linksverteidiger fast nur in der gegnerischen Hälfte zu finden - wo er immer wieder für Gefahr sorgte. Bereitete schon früh Großchancen für Reus (5.) und Ginter (12.) vor. Defensiv kaum gefordert - und daher ohne Probleme.

Julian Weigl (2-): Beeindruckend, wie selbstverständlich der 19-Jährige die Position des alleinigen Sechsers vor der Abwehr spielt. Fing viele Bälle ab und verteilte diese sicher - so war es seine Balleroberung samt Pass auf Ginter, die das 4:1 einleitete (40.).

Jonas Hofmann (3-): Der 23-Jährige durfte statt des geschonten Aubameyang spielen. Zeigte in vielen Szenen seine starke Technik und Geschwindigkeit, ließ immer wieder seine Gegenspieler stehen - war aber dann viel zu unpräzise in seinen Pässen und Abschlüssen. Immerhin: Er bereitete eine Großchance durch Kagawa (21.) und das 5:1 durch Gündogan (51.) vor.

Ilkay Gündogan (1): War erkennbar in Spiellaune - es kam ihm aber auch entgegen, dass der schwache Gegner ihn defensiv kaum forderte. Stark, wie er zwei Mann im Strafraum stehen ließ und dann Reus das 2:1 auflegte (27.). Noch stärker, wie er den Ball perfekt in den Lauf von Mkhitaryan chippte, der Reus das 3:1 auflegte (31.). Auch das 5:1 leitete er durch einen langen Diagonalball auf Mkhitaryan ein (57.). Bei seinem eigenen Treffer hatte er ein wenig Glück, dass der eigentlich starke Rossbach bei dem sehr zentral angesetzten Schuss daneben griff (51.).

Shinji Kagawa (2): Auch er hatte viele gute Szenen gegen einen Gegner, der ihm auch immer wieder viel Raum ließ. Leitete die erste BVB-Großchance durch feine Vorarbeit für Schmelzer ein (5.) und traf selbst zum 4:1 (40.) und kurz vor Schluss ins leere Tor zum 7:2 (90.). Der Torabschluss allerdings bleibt sein Manko, er ließ mehrere gute bis sehr gute Gelegenheiten aus.

Henrikh Mkhitaryan (1): In dieser Saison sind starke Auftritte von ihm bislang die Regel - und dieses Spiel war keine Ausnahme. Vergab zwar seine erste richtig gute Gelegenheit (12.), schoss dann aber ein Traumtor vom linken Strafraumeck (25.) - dafür gab es die ersten "Mkhitaryan"-Sprechchöre. Bereitete zwei Reus-Tore mit traumhaft präzisen Pässen vor (31., 57.) und war auch bärenstark in der Arbeit gegen den Ball.

Marco Reus (1-): In Abwesenheit von Aubameyang nahm er den Platz im Sturmzentrum ein - zumindest theoretisch. Denn der flinke Dribbler war überall in der gegnerischen Hälfte zu finden - dabei aber nicht so stark wie Mkhitaryan und Gündogan. Und doch gelangen ihm drei Treffer, die ihm seine Mannschaftskameraden allerdings auch blitzsauber auflegten (27., 31., 57.).

Autor: Sebastian Weßling

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