Für Kevin Großkreutz muss der Dienstagabend ein wahrer Albtraum gewesen sein.

BVB II

Großkreutz muss Vorbild sein

26. August 2015, 11:26 Uhr
Foto: Tillmann

Foto: Tillmann

Für Kevin Großkreutz muss der Dienstagabend ein wahrer Albtraum gewesen sein.

Zum ersten Mal seit dem 24. Mai 2009 bei der 2:4-Niederlage Rot Weiss Ahlens gegen Greuther Fürth kehrte der Weltmeister ins Wersestadion zurück - mit 1:5 ging er mit der zweiten Mannschaft Borussia Dortmunds letztendlich unter. "Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und dumme Gegentore bekommen", analysierte ein sichtlich mitgenommener [person=1628]Großkreutz[/person] nach der Partie. Dem Verein, der ihn nach seiner Ausbootung in der Jugend der Schwarzgelben aufgenommen und zum Profi gemacht hat, wünscht er dennoch weiterhin alles Gute: "Ich würde es ihnen gönnen, wenn sie es wieder so weit wie möglich nach oben schaffen."

Die Hoffnung, dass dies auch bei der U23 des BVB gelingt, hat allerdings einen herben Dämpfer erlitten. In der Wersestadt präsentierte sich die zugegebenermaßen sehr junge Mannschaft wie ein Absteiger. Kein Selbstvertrauen, keine Körperspannung. Sie haben sich nach den beiden Gegentoren durch Ahlens [person=6056]Jan Klauke[/person] ihrem Schicksal ergeben. "Wir wollten auch für Kevin gewinnen, damit er bei seinem Ex-Klub einen sauberen Auftritt hinlegen kann. Allerdings haben wir richtig in die Scheiße gegriffen", zeigte sich Borussen-Coach David Wagner von der Leistung seines Teams enttäuscht.

Stellvertretend dabei der fünfte RWA-Treffer durch [person=2000]Gianluca Marzullo[/person]. Nach einer kurzausgeführten Ecke flankte der eingewechselte [person=3959]Felix Bechtold[/person] aus dem Halbfeld ins Strafraumzentrum. Unbedrängt kann Marzullo den Ball mit der Brust annehmen, sich drehen und per volley den Ball oben links versenken. Wagner: "Wir haben uns präsentiert wie eine junge Jugendmannschaft, die sich von einer Seniorentruppe abkochen lässt."

Da half auch der Einsatz des 27-jährigen Profis auf der Rechtsverteidigerposition nicht viel. Und dass obwohl sich die Reserve-Jungs so viel bei Großkreutz abgucken könnten, wie auch Wagner meint: "Wenn alle das Weiße in den Augen hätten wie Kevin, wenn er sich das schwarzgelbe Trikot überstreift, wäre das alles nicht passiert. Er präsentiert die Grundtugenden im Fußball, die man braucht, um erfolgreich zu sein." Letztendlich gebracht hat es bisher nichts. Mit nur einem Punkt aus fünf Spielen rangiert der BVB II auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nur Wegberg-Beeck, das sich bisher in der Regionalliga als Kanonenfutter präsentiert, ist noch schlechter gestartet.

Auf den Linienchef wartet nun noch viel Arbeit, um nicht sogar bis in die Oberliga durchgereicht zu werden. Wagner: "Fakt ist, dass wir nach fünf Spielen nur einen Punkt geholt haben. Wir wussten, warum wir vor der Saison kein Ziel ausgegeben haben, unser erstes muss nun sein, das erste Spiel zu gewinnen. Die Liga ist schwer und wir müssen der Mannschaft nun helfen, so schnell wie möglich zu lernen. Talent alleine reicht nicht."

Autor:

Mehr zum Thema

Kommentieren