Wenn am Dienstagabend (18:30 Uhr) die SSVg Velbert und die SG Wattenscheid 09 aufeinandertreffen, sind die Blicke ganz besonders auf einen Mann gerichtet.

Velbert - Wattenscheid

"Kein Match wie jedes andere"

Martin Herms
24. August 2015, 18:25 Uhr
Foto: Ketzer

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Wenn am Dienstagabend (18:30 Uhr) die SSVg Velbert und die SG Wattenscheid 09 aufeinandertreffen, sind die Blicke ganz besonders auf einen Mann gerichtet.

Einst bezeichnete André Pawlak die SG Wattenscheid 09 als "sein Baby." Eine pathetische, aber durchaus treffende Aussage, denn der 44-Jährige war es, der den tief gefallenen Traditionsverein wieder auf die Beine gebracht hat. In seinen vier Jahren als Trainer an der Lohrheide führte er die 09er von der Westfalenliga zurück in die Regionalliga. Trotz eines Mini-Etats gelang ihm in seiner letzten Spielzeit auch der Klassenerhalt. Das Ende vom Lied ist bekannt: Aufgrund anhaltender Querelen mit der damaligen Vereinsführung um den Vorsitzenden Christoph Jacob verkündete Pawlak notgedrungen seinen Abschied und heuerte im Sommer 2014 in Velbert an. Auch an der Sonnenblume hatte der langjährige Jugendtrainer des FC Schalke 04 auf Anhieb Erfolg und stieg in die Regionalliga auf.

Ich hatte in Wattenscheid vier sensationelle Jahre
André Pawlak

Am Dienstagabend kommt es in Velbert nun zum ersten Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Die persönliche Bedeutung dieser Partie will Pawlak erst gar nicht kleinreden. "Das ist für mich sehr bedeutsam. Es ist kein Match wie jedes andere, das ist doch klar", betont der hauptberufliche Lehrer und fügt hinzu: "Ich hatte in Wattenscheid vier sensationelle Jahre, wir sind zwei Mal aufgestiegen und haben zuletzt die Klasse in der Regionalliga gehalten. Dem Klub habe ich sehr viel zu verdanken. Natürlich stehe ich auch weiterhin in sehr engem Kontakt zu den Leuten aus dem Umfeld. Deshalb freue ich mich auch auf diese Partie und eine hoffentlich vierstellige Kulisse."

Mit seinem neuen Klub konnte Pawlak am vergangenen Samstag endlich den ersten Sieg der jungen Saison einfahren. Im Aufsteigerduell beim TuS Erndtebrück gab es einen 2:1-Erfolg. Somit ist den Blau-Weißen mit vier Zählern aus drei Spielen ein ordentlicher Start gelungen. Das kann jedoch auch sein Ex-Verein von sich behaupten. Die Elf von Farat Toku sammelte vier Punkte aus nur zwei Spielen ein, darunter ein überraschendes 1:1-Remis beim amtierenden Meister Borussia Mönchengladbach II. Pawlak stellt sich auf einen heißen Tanz ein. "Aus der aktuellen Truppe kenne ich persönlich nur noch Nico Buckmaier, aber ich weiß, dass es eine ganz schwere Aufgabe für uns wird. Wir trauen unserer Heimstärke und gehen nach dem ersten Sieg selbstbewusst an die Aufgabe. Bei aller Freude über dieses Spiel geht es in erster Linie um drei Punkte und die wollen wir holen."

Dabei wird der einstige Wattenscheider Erfolgstrainer auch mit Sicherheit nicht auf sein "Baby" Rücksicht nehmen können.

Autor: Martin Herms

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