Nach katastrophalem Start fing sich der BVB noch und gewann bei Odds BK mit 4:3 - auch weil Henrikh Mkhitaryan überzeugte.

BVB

Die Einzelkritik vom 4:3-Sieg gegen Odds

Sebastian Weßling
21. August 2015, 08:26 Uhr
Foto: firo

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Nach katastrophalem Start fing sich der BVB noch und gewann bei Odds BK mit 4:3 - auch weil Henrikh Mkhitaryan überzeugte.

Die Einzelkritik:
Roman Weidenfeller (5): An den ersten beiden Gegentoren noch machtlos, dann aber patschte er sich Ruuds zwar flatternden, aber relativ unplatzierten Freistoß aus größerer Distanz selbst ins Netz (22.). Danach kaum noch mit Gelegenheiten, sich auszuzeichnen.
Gonzalo Castro (5-): Lief als Rechtsverteidiger auf, obwohl er diese Position eigentlich nicht mehr spielen möchte. Und schon nach wenigen Sekunden sah man, warum: Gegenspieler Zekhnini ließ ihn mit einfacher Körperdrehung stehen und bereitete das 0:1 aus BVB-Sicht vor. Auch vor dem 0:2 etwas zu passiv gegen den durchlaufenden Torschützen Nordkvelle - obwohl er auch das Zuspiel auf den rechten Flügel verhindern musste (20.). Offensiv fand er gar nicht statt.

Matthias Ginter (4): Durfte sich mal wieder von Beginn an zeigen - zeigte zu Beginn aber zu wenig: Beim 0:1 stand er im Niemandsland und konnte so die Flanke nicht abfangen (1.). Beim 0:2 zu zögerlich gegen Nordkvelle (20.). Im zweiten Durchgang ging er auf die rechte Abwehrseite. Defensiv machte er hier eine wesentlich bessere Figur als Castro - und zeigte auch gute Vorstöße: Mit präziser Hereingabe bereitete er Gündogans Lattentreffer vor (80.).


Mats Hummels (4-): Der Abwehrchef wirkte in der ersten Halbzeit völlig indisponiert - sein Zweikampfverhalten gegen Occean vor dem 0:2 entsprach mehr dem eines lauen Sommerkicks im Park (20.). Beim 0:1 hätte er durch schnelleres Einrücken schlimmeres verhindern können (1.). Auch sonst oft zu lässig im Zweikampfverhalten - wenngleich er sich im zweiten Durchgang deutlich seriöser präsentierte.

Marcel Schmelzer (2): Viel vorne unterwegs, sehr engagiert und mit einigen starken Hereingaben. Bereitete so das 3:3 vor (76.) und leitete das 2:3 ein (47.). Ein starker Auftritt - zumal er hinten als einziger Abwehrspieler ohne groben Aussetzer blieb.

Sven Bender (4): Ein unscheinbarer Auftritt des alleinigen Sechsers. Hatte zunächst Mühe, alle Löcher zuzulaufen, die seine Mitspieler ließen - mit zunehmender Spieldauer gelang dies aber besser. Hatte im Spielaufbau viele Räume - doch das ist bekanntlich nicht seine Stärke.

Kevin Kampl (5): Sehr aktiv und bemüht, aber mit großer Streuung in seinen Flanken. Bereitete aber mit seiner Rücklage auf Gündogan das 1:3 vor (34.) - ansonsten mit dürftigem Ertrag.

Ilkay Gündogan (3): Wenn die BVB-Offensive mal ins Rollen kam, dann war meist er es, der die Aktionen initiierte. Stark, wie er den Ball eroberte und sofort Aubameyang steil schickte - wenig später hatte der BVB das 1:3 erzielt (34.). Hätte fast auch getroffen, doch sein Schuss prallte von der Latte vor die Torlinie (80.). Sein Defensivverhalten bleibt ausbaufähig - so ließ er vor dem 0:2 den späteren Torschützen Nordkvelle im Mittelfeld ziehen (20.).
Shinji Kagawa (3): Hatte Pech, als er unmittelbar nach dem frühen 0:1 den Ball an die Latte nagelte (2.). In der Folge aber gedanklich oft zu langsam und zu lange am Ball, womit er einige aussichtsreiche Situationen vertändelte. Da war noch gehörig Lust nach oben - auch wenn er mit technisch starkem Volley das 2:3 erzielte (47.) und mit präziser Flanke das 4:3 servierte (84.).

Henrikh Mkhitaryan (2): Bester Mann in der BVB-Offensive, mit großem Aktionsradius und vielen gelungenen Aktionen. Er machte vor dem ersten BVB-Treffer den eigentlich schon verdaddelten Angriff durch eine kluge Spielverlagerung auf Kampl wieder scharf (34.) und spielte Aubameyang mit tollem langen Ball frei (49.). Zunächst Pech mit den eigenen Abschlüssen, mal landete der Ball knapp drüber (18.), mal am Pfosten (20.) - bis er doch per Kopf das 4:3 machte (84.).
Pierre-Emerick Aubameyang (3): Nach 34 Minuten stand er einfach mal richtig - nämlich genau dort, wo der gegnerische Torhüter den Ball hinfallen ließ. Schon stand es nur noch 1:3. Traf auch zum 3:3 - wobei er etwas Glück hatte, dass der Ball durch die Beine des Torhüters ging (76.). Zuvor hatte er noch auf fast groteske Weise freistehend am leeren Tor vorbeigeschossen (70.). Durchaus sinnbildlich für seinen Auftritt, bei dem längst nicht alles klappte.
Sokratis (2-): Kam für Castro und stabilisierte die Abwehr deutlich. Vor allem seine körperliche Präsenz gegen den wuchtigen Occean war wichtig. Note 2,5

Autor: Sebastian Weßling

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