Der TuS Heven hat einen drastischen Umbruch nach dem Abstieg aus der Westfalenliga hinter sich. Der freie Fall soll gestoppt werden

TuS Heven

Eine Achterbahnfahrt der (Negativ-)Gefühle

19. August 2015, 09:07 Uhr

Der TuS Heven hat einen drastischen Umbruch nach dem Abstieg aus der Westfalenliga hinter sich. Der freie Fall soll gestoppt werden

„Und die nächste Fahrt geht rückwärts“, hallt es aus den Lautsprechern eines Fahrgestells auf der Kirmes. Für die Jungs vom TuS Heven 09 scheint die Rückwärtsfahrt kein Ende zu nehmen. Spielten sie in der Saison 2013/2014 noch in der fünfthöchsten Spielklasse, müssen sie nun zwei Etagen tiefer ran. Zwei mal hintereinander stiegen sie ab: Von der Oberliga über die Westfalenliga in die Landesliga.

Jürgen Litzmanski soll jetzt für den Richtungswechsel sorgen. Der 55-Jährige löste Ex-Coach Mark Heinrich ab. Als er bei den Hevenern im Mai unterschrieb, da zählten gerade einmal drei Spieler zu seinem Team. Sage und schreibe 24 Jungs verließen den Klub nach dem erneuten Abstieg. „Die Ausfälle musste ich erst einmal kompensieren. Ich habe ein relativ großes Netzwerk und so kam nach und nach Verstärkung dazu“, erzählt der neue Chef an der Seitenlinie. Pünktlich zum Saisonstart sind 24 neue Kicker auf den Achterbahnzug des TuS Heven gestiegen. Der Wagen ist nun komplett.

Eine Mammutaufgabe

„Die Jungs wurden größtenteils von ihren ehemaligen Vereinen aussortiert. Es war eine schwierige Aufgabe und zugleich eine große Herausforderung aus diesem zusammengewürfeltem Haufen, innerhalb von drei Wochen, eine Mannschaft zu formen“, betont Litzmanski. „Eine Mammutaufgabe“, die der Trainer bewältigt hat. Vor dem Saisonauftakt zeigt er sich optimistisch: „Natürlich kann ich keine großen Wunder erwarten, aber ich bin positiv überrascht, wie gut sich die Truppe entwickelt hat. Das hätte ich Anfangs niemals erwartet.“

Gemäß der „Salami-Technik“, wie sie Litzmanski nennt, möchte er sein Team zum Ziel Klassenerhalt führen: „Scheibe für Scheibe, Stück für Stück zum Erfolg“. Die Liga zu halten ist für den 55-Jährigen oberstes Gebot. Die Zuschauer wieder für den TuS Heven zu begeistern wäre dabei ein schöner Nebeneffekt. „Das wird ein langwieriger Prozess“, prophezeit Litzmanski, denn aktuell weiß er nicht wo seine neue Mannschaft steht. Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele zeigen, dass der Truppe vom Haldenweg eine rasante Achterbahnfahrt in der Landesliga bevorstehen wird.

Ein Ex-Profi zur Verstärkung

„Eine spannende Aufgabe“, findet der Coach, der vorher beim FC Frohlinde tätig war. Damit es erstmal wieder bergauf geht, dafür soll unter anderem Ex-Profi Burhan Akgül sorgen. Der 33-Jährige kickte einst in der zweiten Liga der Türkei bevor es ihm im Jahr 2013 zurück in sein Geburtsland Deutschland zog. Auf ihm sowie auf dem neuen Trainer Litzmanski liegen die Hoffnungen. Hoffnungen, den freien Fall zu stoppen, wobei der Auftakt in die Saison daneben ging. Am ersten Spieltag gab es für Heven eine 0:2-Auswärtsniederlage beim SC Obersprockhövel.

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