Beim Niederrheinpokalspiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und den Sportfreunden Baumberg ist es abseits des Platzes zu Tumulten gekommen.

Ärger beim Pokalspiel

Vorwürfe gegen RWO-Vorstand Binder

Martin Herms
10. August 2015, 13:32 Uhr
Foto: Ketzer

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Beim Niederrheinpokalspiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und den Sportfreunden Baumberg ist es abseits des Platzes zu Tumulten gekommen.

Während der zweiten Halbzeit kam es im Gästeblock des Stadions Niederrhein zu einer Auseinandersetzung zwischen Anhängern der Monheimer und drei Oberhausener Fans, die zuvor in den Baumberger Bereich eingedrungen sind. Die Polizei und die Ordnungskräfte mussten einschreiten und konnten die Konfrontation letztlich beenden. Gegen die drei RWO-Anhänger wurde ein Platzverbot erteilt.

Nach Meinung der Gäste hätte es erst gar nicht zu einer Konfrontation kommen müssen. Der ehemalige Sportliche Leiter der Baumberger, Redouan Yotla, saß während der Partie ebenfalls im Gästeblock und verfolgte das Geschehen somit aus unmittelbarer Nähe. Yotla erhebt dabei öffentlich bei facebook Vorwürfe gegen RWO-Vorstandsmitglied und Sicherheitschef Thorsten Binder, dem das Geschehen seiner Aussage nach sogar zugesagt habe. "Oberhausens Vorstandsmitglied Thorsten Binder kam den Baumberger Fans vorher entgegen und sagte: 'Gleich knallts bei euch, dann seid ihr leise.' Der Sicherheitsdienst hatte bemerkt, dass die Oberhausener im Block waren, wollte aber nichts dagegen unternehmen. So etwas ist meiner Meinung nach grob fahrlässig. Die Oberhausener haben komplett versagt", poltert Yotla.

Der frühere Funktionär des Landesligisten erwägt, zusammen mit weiteren Baumbergern, rechtliche Schritte gegen Binder einzuleiten. "Es gibt jetzt schon zwölf Personen, die eine Anzeige gegen Thorsten Binder erwägen. Über sein Verhalten kann ich nur den Kopf schütteln."

Es gibt jetzt schon zwölf Personen, die eine Anzeige gegen Thorsten Binder erwägen
Redouan Yotla

Binder selbst wollte die Vorwürfe Yotlas nicht kommentarlos hinnehmen. Der zweite Vorsitzende der Kleeblätter versichert, dass die von Yotla erwähnten Aussagen von ihm nicht getroffen wurden. Zudem behält er sich seinerseits rechtliche Schritte vor. "Das ist komplett Hanebüchen und ich werde mich notfalls dagegen wehren", betont Binder, der den Vorfall wie folgt schildert: "Im Baumberger Block standen keine Unschuldslämmer, das weiß jeder, der sich in der Szene auskennt. Ich bin nach unserem Tor zum 1:0 massiv von den Baumbergern beleidigt worden, weil ich mich über den Treffer unserer Mannschaft gefreut habe. Das ist mein gutes Recht als Vorstandsmitglied. Auch unsere Spieler wurden permanent unter der Gürtellinie beleidigt. Dass drei Oberhausener Zuschauer in den Block eingedrungen sind, haben wir erst mitbekommen, als Bewegung im Block war. Danach sind die Ordnungskräfte sofort eingeschritten. Die Schilderung Yotlas ist an den Haaren herbeigezogen."

Unterdessen hat sich auch die Oberhausener Polizei zu Wort gemeldet. Gegenüber Binder wurde bestätigt, dass die Konfrontation im Gästebereich durch einen Angriff der Baumberger ausgelöst wurde. "Beide Parteien sind keine Kinder von Traurigkeit gewesen. Aber ausgelöst wurden die Tumulte von den Fans der Baumberger. Da haben uns szenekundige Beamte bestätigt."

Autor: Martin Herms

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