Rot-Weiss Essen hat eine Überraschung im DFB-Pokal trotz einer starken Leistung knapp und unglücklich verpasst.

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Essener verpassen Sensation nach Elfmeter-Lotterie

Nils Jewko
09. August 2015, 18:47 Uhr
Foto: firo

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Rot-Weiss Essen hat eine Überraschung im DFB-Pokal trotz einer starken Leistung knapp und unglücklich verpasst.

Die Mannschaft um Kapitän [person=5769]Moritz Fritz[/person] musste sich dem Zweitligisten Fortuna Düsseldorf nach torlosen 120 Minuten mit 1:3 nach Elfmeterschießen geschlagen geben. Michael Liendl verwandelte an der ausverkauften Hafenstraße den entscheidenden Strafstoß und wendete die Sensation im letzten Moment noch ab.

"Es war ein sehr intensives Spiel und ein wahrer Pokal-Fight, wie wir ihn auch erwartet hatten. Das Pendel hätte in beide Richtungen ausschlagen können und am Ende ist unser Sieg natürlich auch etwas glücklich", sagte Fortunas Coach Frank Kramer und schob nach: "Alle Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen und ich bin froh, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten." RWE-Coach Jan Siewert wollte sich erst gar nicht lange mit der Analyse der Begegnung aufhalten und zollte seinen Spieler gleich großen Respekt für ihre Vorstellung. "Ich bin unfassbar stolz auf mein Team. Wir haben genau das durchgezogen, was wir uns vorgenommen hatten", sagte der 32-jährige Fußball-Lehrer. Seine Offensive nahm er allerdings noch ins Gebet: "Leider konnten wir unser Chancenplus nicht ausnutzen und ein Tor erzielen. Das muss endlich anders werden, denn besser als heute kann man sich fast nicht verkaufen."

Auf dem Papier sorgte Siewert dagegen erneut für eine Überraschung. Im Vergleich zur 0:3-Niederlage zum Regionalliga-Auftakt gegen den SC Wiedenbrück stand [person=5784]Robin Heller[/person], der vor der Saison von der Fortuna nach Essen gewechselt war, für [person=12310]Niclas Heimann[/person] zwischen den Pfosten. Zudem beorderte der Linienchef mit [person=9173]Iyad Al-Khalaf[/person], [person=3566]Benjamin Baier[/person], [person=2063]Marcel Platzek[/person], [person=2110]Gino Windmüller[/person] und [person=5104]Cebio Soukou[/person] fünf weitere frische Kräfte ins Team. Frank Kramer tauschte nach der 1:2-Pleite gegen den SC Paderborn nur auf zwei Positionen und schickte [person=1736]Lars Unnerstall[/person] und [person=4547]Julian Schauerte[/person] für [person=1811]Michael Rensing[/person] und [person=8933]Kevin Akpoguma[/person] auf das Feld.

Für den ersten Aufreger sorgten bereits die Fanlager beider Teams vor der Partie. Im Essener wie auch im Block der Fortuna wurden Pyrotechnik und Böller gezündet, was einen verzögerten Anpfiff zu Folge hatte. Auf dem Rasen kochten die Emotionen dann ebenfalls schnell über. In der 19. Minute sprang [person=1749]Julian Koch[/person] mit beiden Beinen voran in [person=2002]Marwin Studtrucker[/person] und hatte Glück, dass Schiedsrichter Daniel Siebert nur Gelb zückte.

Fußball wurde an der Hafenstraße schließlich auch gespielt. RWE schaffte es von Beginn an, das Spiel ausgeglichen zu gestalten und ließ keinen Zwei-Klassen-Unterschied erkennen. Allerdings kamen die Essener in der ersten Hälfte nicht zu zwingenden Chancen, während [person=9686]Mathis Bolly[/person] die Führung für die Gäste auf dem Fuß hatte (15.). Nach dem Seitenwechsel legten beide Mannschaften einen Gang zu – allen voran aber der Regionalligist. Besonders Platzek, der erst Studtrucker mustergültig bediente (50.) und kurze Zeit später selbst nur knapp am Tor vorbeischoss (64.), war immer wieder an gefährlichen Aktionen beteiligt.

Hektisch wurde es dann in der Schlussphase. Bei den Düsseldorfern, die zuvor durch [person=2861]Sercan Sararer[/person], [person=22555]Michael Liendl[/person] und [person=2454]Didier Ya Konan[/person] ebenfalls gute Möglichkeiten hatten, musste [person=1648]Lukas Schmitz[/person] nach wiederholtem Foulspiel vorzeitig Duschen (83.). Trotz der nummerischen Überlegenheit von RWE entwickelte sich fortan ein Chancen-Festival auf beiden Seiten, das aber aus elf Metern entschieden werden musste. In der Lotterie versagten bei Baier, Richard Weber und Amar Cekic allerdings die Nerven, während Liendl den Sieg für den Favoriten perfekt machte.

Autor: Nils Jewko

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