Gino Lettieri genießt gerade einen ungewohnten Luxus. Weil in Bayern gerade erst die Schulferien begonnen haben, ist seine Familie aus Bayreuth zu ihm gekommen.

MSV Duisburg

Lettieri setzt sich gegen Kritiker zur Wehr

05. August 2015, 18:50 Uhr
Foto: Ketzer

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Gino Lettieri genießt gerade einen ungewohnten Luxus. Weil in Bayern gerade erst die Schulferien begonnen haben, ist seine Familie aus Bayreuth zu ihm gekommen.

Am Mittwoch wurde er sogar von seiner Frau Daniela und seinen beiden Kindern zum Training gebracht. Für den Familienmenschen Lettieri sind solche Momente ganz besondere.

Auf einen besonderen Moment hofft der Fußballlehrer auch am Samstag, 8. August. Mit einem Sieg im DFB-Pokal gegen den schier übermächtigen Rivalen Schalke 04 könnte er mit seinem Team den Null-Punkte-Start in der Liga vergessen machen und wichtiges Selbstvertrauen tanken.

Selbstvertrauen braucht Lettieri schon vor dem Derby, denn nach den beiden Auftaktpleiten laufen die Fans in den Internetforen Sturm und kritisieren ihn erneut aufs Schärfste. Ein Umstand, den er kennt, schließlich stand er nach der FVN-Pokal-Blamage in Oberhausen schon in der Schlusslinie. „Nach dem Aus war alles Mist, drei Wochen später, als wir aufgestiegen waren, kamen die Leute aber an und meinten, dass ich alles richtig gemacht hätte“, sagt Lettieri.

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Auch die neuerliche Kritik will er nicht auf sich sitzen lassen. „Ich bin überrascht, dass nach zwei Spieltagen schon alles in Frage gestellt wird“, meint der Coach und erinnert an die Vorsaison: „Nach den ersten fünf Spielen galten wir als Absteiger, sind aber trotzdem aufgestiegen.“

Das letztjährige Ziel wurde erfüllt und auch jetzt ist er davon überzeugt, die Vorgabe, den Klassenerhalt, schaffen zu können: „Wir sind stark genug dafür, aber nach so kurzer Zeit kann niemand schon Wunderfußball erwarten. Wir brauchen Zeit.“

Schließlich sei der MSV mit dem geringsten Etat in der zweiten Liga unterwegs, zudem hat das Verletzungspech erneut hart zugeschlagen. Dadurch müsse er immer wieder improvisieren und experimentieren. So sei dann auch die in Bochum praktizierte Fünferkette zustande gekommen. Hinten ging sein Plan bis zum 0:1 zwar auf, doch nach vorne versagten die Zebras, weshalb er nun als „Defensivtrainer“ abgestempelt wird. „Das verstehe ich nicht“, schüttelt Lettieri den Kopf: „Wir haben in der letzten Saison mit 63 Treffern die zweitmeisten Tore geschossen. Und jetzt habe ich von der Offensive keine Ahnung? Leider wird hier alles sehr schnell vergessen. Ich bin hier, um die Klasse zu halten. Ich bin aber nicht da, um im Zirkus aufzutreten.“

Die große Bühne gegen Schalke will er aber trotzdem nutzen – auch um seine Kritiker zu zähmen. Lettieri verspricht: „Schalke wird kein Freundschaftsspiel. Wir haben die Möglichkeit, sie zu ärgern und wollen sie nutzen. Natürlich wollen wir eine Runde weiterkommen, schließlich ist es aus finanzieller Sicht extrem wichtig für den Verein und stärkt unser Selbstvertrauen.“ Zudem wäre es wieder einer der ganz besonderen Momente.

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