RWO hat am ersten Spieltag einen Punkt aus dem Sportpark Höhenberg mitgenommen. Viel wichtiger als der Zähler war die beeindruckende Leistung der Kleeblätter.

Viktoria - RWO 1:1

Kleeblätter setzen eine Duftmarke

Martin Herms
01. August 2015, 19:58 Uhr
Foto: Tillmann

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RWO hat am ersten Spieltag einen Punkt aus dem Sportpark Höhenberg mitgenommen. Viel wichtiger als der Zähler war die beeindruckende Leistung der Kleeblätter.

Trainer, und Verantwortliche aller Vereine waren sich zuletzt einig: Viktoria Köln geht als absoluter Topfavorit in die neue Regionalliga-Saison - erst recht nach dieser überzeugenden Vorbereitung. Wie wertlos positive Testspielergebnisse letztlich sind, mussten die Domstädter am ersten Spieltag am eigenen Leibe erfahren. Vikoria-Trainer Tomasz Kaczmarek bezeichnete die Vorbereitung im Anschluss an das 1:1 (1:0) gegen Rot-Weiß Oberhausen gar als "andere Sportart - alles Makulatur. Nach diesem Auftakt wissen wir, was uns in der Saison erwartet. RWO war ein sehr starker Gegner, der uns alles abverlangt hat."

Der Linienchef der Viktoria konnte am Ende froh sein, dass seine hochgelobte Mannschaft in einem sehr guten Regionalliga-Spiel vor nur 1423 Zuschauern nicht als Verlierer vom Platz ging. Das lag zum einen an einer kleinen Portion Glück, aber zum anderen auch an einer äußerst fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidung, die nach 18 Minuten zum Strafstoßtor durch Kölns Kapitän Mike Wunderlich geführt hatte. Tim Hermes soll seinen Gegenspieler Jules Schwadorf während einer ungefährlichen Freistoß-Hereingabe von Michael Lejan festgehalten haben. "Ich kann den Pfiff nicht verstehen, da es abseits des Balles war. Außerdem ist Jules in mich reingelaufen. Das hat er clever gemacht, ein Elfmeter war das aber nicht", beteuerte Hermes nach dem Abpfiff. Unterstützung erhielt er von seinem Trainer Andreas Zimmermann. "Wenn solche Entscheidungen zur Regel werden, gibt es nach jeder zweiten Standardsituation einen Elfmeter."

Leider hat es nicht zum Lucky Punch gereicht, denn meine Jungs hätten den Sieg verdient gehabt
Andreas Zimmermann

Es war der einzige Wermutstropfen für Zimmermann an diesem sommerlichen Nachmittag. Speziell nach dem unglücklichen Rückstand drehten die Gäste richtig auf und waren die eindeutig spielbestimmende Mannschaft. Dominik Reinert hätte für die passende Antwort sorgen können, doch der ehemalige Duisburger traf mit seinem Geschoss aus 25 Metern nur die Latte (21.). Simon Engelmann (31.) und Alexander Scheelen (57.) vergaben weitere aussichtsreiche Möglichkeiten. Auf Seiten der Kölner sorgte lediglich der pfeilschnelle Ex-Wattenscheider Jules Schwadorf mit Einzelaktionen für Gefahr. Neuzugang Sven Kreyer blieb in 63 Minuten Einsatzzeit komplett blass.

RWO musste bis zur 58. Minute warten, ehe das fällige Tor erzielt wurde. Nach einer tollen Kombination über Alexander Scheelen und Dominik Reinert war Torjäger David Jansen zur Stelle und traf aus zehn Metern trocken ins kurze Eck. Tim Hermes hatte im Anschluss gleich doppelt die Chance zum Siegtreffer (77., 78.), zögerte in beiden Szene jedoch zu lange mit dem Abschluss. Auf der anderen Seite hatte erneut Schwadorf die beste Chance zum 2:1 (63.). Aus der Punkteteilung gingen die Kleeblätter eindeutig als moralischer Sieger hervor. "Ich bin begeistert von meiner Mannschaft", betonte Zimmermann. "Wir waren mental und spielerisch sehr stark. Leider hat es nicht zum Lucky Punch gereicht, denn meine Jungs hätten den Sieg verdient gehabt."

Zum ganz großen Wurf hat es am ersten Spieltag nicht gereicht, mit dieser Leistung hat Rot-Weiß Oberhausen innerhalb der Liga aber eine erste Duftmarke setzen können.

Autor: Martin Herms

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