Man stelle sich einmal vor, man müsste fünf Jahre hintereinander jedes Mal seinen Urlaub dazu nutzen, um in eine andere Stadt zu ziehen.

VfL

Perthel freut sich auf das Derby gegen seinen Ex-Klub

31. Juli 2015, 14:07 Uhr
Foto: firo

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Man stelle sich einmal vor, man müsste fünf Jahre hintereinander jedes Mal seinen Urlaub dazu nutzen, um in eine andere Stadt zu ziehen.

Schlichtweg eine Strapaze – Erholung rückt da völlig in den Hintergrund. So ging es Timo Perthel in den letzten fünf Jahren. 2010 ging es von Bremen nach Graz, 2011 dann nach Rostock, um nur ein Jahr später nach Duisburg zu wechseln. Auch dort blieb er nur zwölf Monate, bevor er nach Braunschweig zog, um nach einer Spielzeit zum VfL zu wechseln.

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Nun ist das Nomadenleben für Timo Perthel zu Ende. Erstmals seit vielen Jahren spielt Perthel eine zweite Saison im Profifußball beim gleichen Klub. „Es war wie verhext. Nach Graz war ich nur ausgeliehen, in Rostock kam der Abstieg, in Duisburg waren es die Finanzen und in Braunschweig hat es einfach nicht gepasst“, summiert der Außenverteidiger.

„Es war wie verhext“
Timo Perthel

Schluss damit – statt Umzugskisten packen, war Koffer packen angesagt. „Ich war mit meiner Familie erst zehn Tage in Amerika, dann in der Nähe von Graz bei den Eltern meiner Frau Ramona“, sagt Perthel, dessen Sohn von dem Amerikatrip trotz junger Jahre schlichtweg begeistert war: „Aus der Disney-World in Orlando wollte er gar nicht mehr weg.“ Doch auch nach drei Wochen stressfreiem Urlaub kam wieder die Zeit, die Fußballer nicht unbedingt lieben. „Sechs Wochen Vorbereitung waren okay. Ich bin froh, dass ich verletzungsfrei geblieben bin. Unser Trainer ist schon ein harter Hund, aber er will eben das Beste aus uns herausholen.“

Und auch deshalb schaut der Außenverteidiger positiv in die Zukunft. „Ich bin froh über die Personalentscheidungen von Christian Hochstätter, auch wenn es schade ist, dass Michael Gregoritsch uns verlassen hat“, sagt Perthel. Dennoch ist er überzeugt, dass der VfL mit den Rückkehrern Jan Simunek und Tobias Weis sowie den Neuzugängen hervorragend besetzt ist: „Ich bin sicher, wir haben uns deutlich verstärkt.“

Rückkehrer und Neuzugänge geben Hoffnung für eine gute Spielzeit
Persönlich hat Perthel in der Vorbereitung seinen Stammplatz auf der linken defensiven Außenbahn verteidigt. Beim Spiel in Paderborn zeigte sich der gebürtige Pfälzer von seiner Schokoladen-Seite und erhielt Bestnoten. „Der Sieg ist wichtig, aber jetzt müssen wir gegen Duisburg nachlegen“, weiß Perthel.

Ein paar ehemalige Mitspieler wie Kevin Wolze, Sascha Dum oder Dustin Bomheuer kennt er noch aus Duisburger Tagen. Beim Testspielsieg an der Wedau hatte er viele Hände zu schütteln. Doch vor dem Derby am Samstag ist Schluss mit lustig: „Da können sie machen, was sie wollen. Gegen uns werden sie nicht punkten. Ich drücke ihnen von Herzen die Daumen für den Klassenerhalt, aber die sechs Zähler aus den beiden Vergleichen gehen an den VfL.“

Saisonziele auszugeben fürchten sie in Bochum wie der Teufel das Weihwasser – auch Perthel. „Auch wenn es eine furchtbare Floskel ist, denken wir von Spiel zu Spiel. Alles andere ist bei dieser starken 2. Liga auch nicht angebracht.“ Vielleicht denkt der Linksverteidiger auch an die vergangene Saison: „Da waren wir in den ersten sieben Spielen ganz vorne dabei, und am Ende ist nicht einmal ein einstelliger Tabellenplatz dabei herausgesprungen.“

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