Bei Eintracht Braunschweig herrscht schon vor dem zweiten Saison-Spiel schlechte Laune.

Eintracht Braunschweig

Zwietracht zwischen den Fans

dpa
30. Juli 2015, 11:31 Uhr
Foto: firo

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Bei Eintracht Braunschweig herrscht schon vor dem zweiten Saison-Spiel schlechte Laune.

Sportlich war das 1:3 zum Auftakt gegen den SV Sandhausen ein früher Nackenschlag und stellte das neue taktische System von Trainer Torsten Liebknecht infrage. Mindestens genauso unerfreulich waren aber die Begleitumstände auf den Rängen im Stadion des Fußball-Zweitligisten.

"Wir wollen euch kämpfen sehen", hatten die Eintracht-Fans schon lange nicht mehr von ihren Lieblingen gefordert. Zudem wurde auch mit Pyrotechnik gezündelt. Problematisch ist aber vor allem die Zwietracht unter den Eintracht-Fans, die nach mehr als einem Jahr Pause wieder aufbrach.

Er sei auf das Spiel konzentriert gewesen und habe nichts wahrgenommen, sagte Lieberknecht über den ungewöhnlichen Streit der eigenen Fans. "Wir sind die Eintracht - und ihr nicht", rief die Gruppe von den Ultras Braunschweig (UB01) während der Auftaktpleite. "UB raus", antworteten die geschmähten Anhänger.

"Ich habe das auch mitbekommen", sagte Manager Marc Arnold. "Ich war auch erstaunt darüber." Er hatte die überraschende Interpretation, dass sich die Fangruppen "am Ende wieder zusammengerauft haben".

Wir sind die Eintracht und ihr nicht
Ultras Braunschweig zu den übrigen Anhängern

Dass die rivalisierenden Fangruppen wieder aufeinanderzugehen, gilt in Braunschweig aber als eher unwahrscheinlich. Auch wenn sich der Verein viel Mühe gibt und sogar eine externe Moderation eingeschaltet hat, um das Problem mit den Ultras zu lösen.

Im Herbst 2013 war der Konflikt in der Fanszene eskaliert, der aus Sicht der linken Ultras auch ein politischer ist. Nach dem Ärger beim Gastspiel in Mönchengladbach wurde die Gruppierung UB01 mit Stadionverbot belegt. Aufgehoben wurde dieses zum Start der neuen Saison "unter umfangreichen Bewährungsauflagen", wie der Verein schrieb: "Diese Maßnahme ist das Ergebnis eines rund 18-monatigen Moderationsprozesses, der von der Arbeitsstelle für Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG)/Zentrum Demokratische Bildung geleitet wird."

Dass sich Anhänger des gleichen Clubs nicht mögen und die Fanszene sich spaltet, ist nicht allein ein Braunschweiger Phänomen. Dies ist aus verschiedenen Gründen auch bei Hannover 96 oder Werder Bremen zu beobachten. Die misslungene Auftaktpartie der Braunschweiger macht die Befriedung aber nicht gerade leichter.

Autor: dpa

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