Der 1:0-Sieg im Niederrheinpokalfinale bei Rot-Weiß Oberhausen ist für die Sportfreunde Baumberg bisher der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gewesen.

Ärger wegen Pokalspiel

Baumberg wütend auf Polizei und Verband

Martin Herms
31. Juli 2015, 17:26 Uhr
Foto: Tillmann

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Der 1:0-Sieg im Niederrheinpokalfinale bei Rot-Weiß Oberhausen ist für die Sportfreunde Baumberg bisher der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gewesen.

Dementsprechend groß war die Freude bisher darüber, dass sich der Landesligist wieder mit den Kleeblättern messen darf. Nur sollte das Highlight dieses Mal in Baumberg stattfinden. Aber nichts da: Die Polizei Mettmann und der Fußballverband Niederrhein machten den Baumbergern einen Strich durch die Rechnung. Auch die diesjährige Erstrunden-Begegnung wird im Stadion Niederrhein ausgetragen, so dirigiert es der Verbandsfußballausschuss um Pokalspielleiter Wolfgang Jades.

Insofern ist der Ärger bei den Monheimern groß. Zumal sie schon vor gut drei Jahren, als die Oberhausener noch in der dritten Liga gespielt haben, ein Pokalviertelfinale an der heimischen Sandstraße austragen durften. "Es ist einfach schade, dass solch kleinen Vereinen wie unserem die Möglichkeit genommen wird, solche Spiele zu Hause auszutragen", äußert sich Fußball-Obmann Redouan Yotla enttäuscht. "Gerade das macht doch diesen Pokal aus. Ich hätte RWO gerne auf unserem kleinen Kunstrasen gesehen. Da hätten die doch wahrscheinlich alle keinen Bock gehabt. So wird es den großen Vereinen wieder einmal leichter gemacht."

Grundlage dieser Entscheidung war wohl die Einschätzung der Polizei Mettmann. Dort sei man von rund 250 Fans aus Oberhausen - 50 davon als "hochgewaltbereit" eingestuft - ausgegangen. Ein Witz, wenn man bedenkt, dass zum Pokalviertelfinalspiel 2011/12 insgesamt rund 500 Zuschauer gezählt wurden. "Sie machen ja auch nur ihren Job", zeigt Yotla noch Verständnis, "aber die gehen einfach von völlig utopischen Zahlen aus." Neben dem nach den Monheimer Stadtwerken benannten heimischen MEGA-Stadion wurde auch das Monheimer Rheinstadion abgelehnt. Ein Ausweichen ins Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion oder ins Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion sei wegen Terminschwierigkeiten nicht möglich gewesen.

Für Yotla, der bei der 0:2-Niederlage gegen die damals von Mario Basler trainierten Oberhausener selbst noch 70 Minuten auf dem Platz stand, nehmen solche Entscheidungen dem Wettbewerb den Reiz: "Das nimmt ja Oberhausen schon die Attraktivität. Jeder, der jetzt RWO als Gegner zugelost bekommt, denkt sich doch: 'Oh nein, ein Risikospiel, hohe Kosten.' Da können wir besser Freundschaftsspiele gegen Zweitligisten aus der Region machen, die sind lukrativer."

Bei den Baumbergern, zuschauertechnisch ohnehin alles andere als auf Rosen gebettet, bedeutet der erzwungene Heimrechttausch außerdem weniger Einnahmen und weniger Unterstützung durch eigene Anhänger. "Es ist einfach den kleinen Vereinen gegenüber traurig, dass denen solche Highlights genommen werden. Gerade nach unserem Abstieg wäre eine gute Leistung vor heimischen Publikum die ideale Werbung gewesen."

Die kolportierte Zahl von 50 extrem gewaltbereiten Oberhausener Anhängern ist auch nach Einschätzung von RWO-Sicherheitschef Thorsten Binder deutlich überzogen. Die Kleeblätter seien zudem nicht mitverantwortlich für die Austragung im Stadion Niederrhein. "Wir haben nicht auf einen Tausch gedrungen", bekräftigt Binder. "Dass 50 extrem gewaltbereite Fans von unserer Seite kommen sollen ist Quatsch, da es bei diesem Spiel keinen potentiellen Gegner für eine mögliche Auseinandersetzung gibt. Diese Einschätzung habe ich dem ersten Vorsitzenden der Baumberger, Herrn Jürgen Schick, auch mitgeteilt."

Pokalspielleiter Wolfgang Jades war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.

Autor: Martin Herms

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