Der Wolfsberger AC heißt eigentlich RZ Pellets WAC. Das wussten Sie nicht? Wir verraten Ihnen noch mehr über den kommenden BVB-Gegner.

BVB-Gegner

Was Sie über Wolfsberg wissen sollten

28. Juli 2015, 18:07 Uhr
Foto: firo

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Der Wolfsberger AC heißt eigentlich RZ Pellets WAC. Das wussten Sie nicht? Wir verraten Ihnen noch mehr über den kommenden BVB-Gegner.

Vor ausverkauftem Haus bei knapp 30.000 Zuschauern wird die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer im Klagenfurter Wörthersee-Stadion am Donnerstag alles daran setzen, dem scheinbar übermächtigen Favoriten aus dem Revier ein Bein zu stellen. Die Karten für das größte Spiel der Vereinsgeschichte waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft und werden aktuell schon zum siebenfachen Preis auf dem Schwarzmarkt gehandelt.
"Dieser Gegner ist ein Kaliber von einem anderen Stern", gibt WAC-Trainer Dietmar Kühbauer unumwunden zu. Mittelfeldakteur Roland Putsche weiß, "dass einige von uns sogar BVB-Fans sind. Es ist ein Riesenhighlight, sportlich ist es natürlich eine Hammeraufgabe."

RevierSport stellt den international noch völlig unbekannten Klub aus dem Lavanttal vor:

Jüngste Entwicklung:
Der 1931 gegründete Klub aus Kärnten hat einen fast schon märchenhaften Aufstieg hinter sich. Noch im Jahre 2010 kickten die Schwarz-Weißen in der drittklassigen Regionalliga Mitte.
Bereits im zweiten Zweitligajahr gelang den Wölfen unter der Leitung von Cheftrainer und Ex-Kaiserslautern-Akteur Nenad Bjelica der überraschende Aufstieg in die höchste Spielklasse der Alpenrepublik. Die in Jahre 2007 begonnene Kooperation mit dem SK St-Andrä, welche sich auch im damaligen Klubnamen "WAC/St-Andrä" wiederfand, wurde im Jahre 2012 beendet. Seitdem firmiert der Klub unter dem Namen "RZ Pellets WAC". Nach einem fünften und einem siebten Platz in den ersten beiden Erstligajahren reichte dem WAC ein erneuter fünfter Tabellenplatz 2014/2015 zur erstmaligen Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb.

2. Runde:
Die ersten beiden europäischen Pflichtspiele der Klubgeschichte absolvierte der Klub aus Kärnten siegreich. Gegen Shakhtar Soligorsk aus Weissrussland gelangen zwei Siege ohne Gegentor (1:0 in Soligorsk; 2:0 in Klagenfurt)

Vereinsname:
Vor Beginn der Spielzeit 2012/2013 bekam der "Wolfsberger Athletiksport-Club" einen Namenszusatz. Haupt-, Trikot- und Namenssponsor des Klubs ist die Brennstofffirma „RZ Pellets“ von Klub-Präsident Dietmar Riegler.

Stadion:
Aufgrund der geringen Kapazität der heimischen Lavanttal-Arena (7.300 Plätze, davon 4.000 Steher) muss der Klub seine Heimspiele im 48 Kilometer entfernten Klagenfurt austragen. Das EM-Stadion von 2008 fasst ca. 30.000 Menschen. Im normalen Ligabetrieb trägt der WAC hier häufig die zuschauerträchtigen Spitzenspiele gegen Red Bull Salzburg, Rapid Wien und den Süd-Rivalen Sturm Graz aus.

Fans:
Durchschnittlich 5.273 Fans verfolgten die Heimspiele der Wölfe in der Saison 2014/2015. Damit konnte der Klub einen Zuschaueranstieg von 15,1 % im Vergleich zur Vorsaison verbuchen. Beim Saisonauftakt gegen Austria Wien waren knapp 3.600 Besucher in der Lavanttal-Arena zu Gast.

Saisonstart:
Der Saisonstart am vergangenen Wochenende ging für das Team von Trainer Dietmar Kühbauer gehörig in die Hose. Mit 0:2 verlor der WAC zuhause gegen Austria Wien, Offensivakteur Silvio (früher bei Union Berlin) flog zudem wegen einer Schiedsrichterbeleidigung mit Rot vom Platz.

Trainer:
Dietmar "Didi" Kühbauer ist in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Zwischen 2000 und 2002 spielte er für den VfL Wolfsburg, beim amtierenden DFB-Pokal-Sieger hatte der Burgenländer zwischenzeitlich sogar das Kapitänsamt inne. In Österreich gilt Kühbauer aufgrund seiner aggressiven und gerne mal provokativen Art auf wie neben dem Platz nicht gerade als Liebling der Massen. Seine größten Erfolge als Coach feierte er zwischen 2010 und 2012, als er Admira Wacker Mödling zunächst zum Aufstieg in die Bundesliga und in der darauffolgenden Spielzeit auf Platz drei führte. Den WAC übernahm Kühbauer Anfang September 2013 auf dem letzten Tabellenplatz vom glücklosen Slobodan Grubor.

Stars:
Torwart Alexander Kofler spielte eine starke letzte Saison und hätte in den Augen vieler Experten und Fans eine Nominierung für die österreichische Nationalmannschaft verdient gehabt. Rechtsverteidiger Joachim Standfest (35) erlebte 2014/2015 seinen X-ten Frühling und wurde vom österreichischen Fachmagzin "Sportwoche" zum besten Außenverteidiger der Saison gekürt. Sein Pendant auf der linken Seite, Stephan Palla (Foto), ist momentan der einzige A-Nationalspieler im Kader. Der 26-Jährige gab im Mai dieses Jahres sein Debüt im philippinischen Nationaltrikot. Vorne wirbeln Neuzugang Philip Hellquist (der sich beim 3:1-Testspielsieg gegen Schalke 04 vor wenigen Wochen mit einem schönen Solo zum 2:0 bemerkbar machte) sowie der Spanier Jacobo Ynclan, der mit 16 Toren und 16 Assists in 83 Bundesligaspielen bester Erstliga-Scorer der Wolfsberger ist.

Ausfälle:
Innenverteidiger Daniel Drescher (Bänderriss) und der defensive Mittelfeldspieler Manuel Weber (Gehirnerschütterung) erlitten beim Zweitrundenrückspiel in Soligorsk schwere Verletzungen und können gegen den BVB nicht auflaufen.

Namen:
Kühbauer, Standfest, Hüttenbrenner, Tschernegg, Putsche - ja, der Kader des WAC lädt zugegebenermaßen zum ein oder anderen mehr oder weniger lustigen Wortspiel ein. Was insbesondere auf Twitter wohl zu vielen unterhaltsamen Posts führen dürfte. Da ist es doch nur zu passend, dass der Vize-Präsident des Klubs den Nachnamen Puff trägt...

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