Schalkes Personalplanung erscheint weiterhin kurzsichtig. Das schmälert den anfangs guten Eindruck der Saisonvorbereitung.

Schalke-Kommentar

Nicht gut vorbereitet

22. Juli 2015, 12:03 Uhr
Foto: firo

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Schalkes Personalplanung erscheint weiterhin kurzsichtig. Das schmälert den anfangs guten Eindruck der Saisonvorbereitung.

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Wenn man es überspitzt formuliert, dann klingt es fast wie Hohn: Schalke lässt Jefferson Farfan und Julian Draxler ziehen und holt stattdessen: Sascha Riether! Für sich betrachtet, mag jeder einzelne Transfer, falls er so zustande kommt, Sinn ergeben. Was S04 aber weiterhin vermissen lässt, ist eine klare, langfristige Strategie bei der Personalplanung; etwas, dass sich auch als Philosophie bezeichnen ließe. Oder wenigstens als Handschrift.

Es würde ja nicht wie in einem Managerspiel funktionieren, hatte Manager Horst Heldt gegenüber RevierSport kürzlich erklärt, aktuell drängt sich allerdings durchaus der Eindruck auf, dass nach dem Motto verfahren wird: „Wenn wir für Spieler X folgende Summe bekommen, können wir uns dafür Spieler Y und Z kaufen!"

Zu viele Fragezeichen für eine gelungene Vorbereitung

Dass Schalke in diesem Sommer eine mittelgroße Baustelle darstellen wird, war nach der zurückliegenden Saison dabei nicht nur abzusehen, sondern logisch. Gute zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel gegen den MSV Duisburg sind die Fragezeichen, die über dem Berger Feld schweben, aber ein bisschen zu zahlreich, um (noch) von einer gelungenen Vorbereitung sprechen zu können.

Denn zu solch einer gehört nicht nur, dass Trainer und Profis gute Stimmung ausstrahlen. Es müssen Spieler fitgemacht, Systeme und Automatismen einstudiert werden, die Fein-Abstimmungen erfolgen. Davon scheint Schalke noch weit entfernt. Denn nicht nur die Frage, ob Farfan, Draxler oder am Ende ein noch nicht bekannter Nachfolger Klaas-Jan Huntelaar mit Flanken füttern soll, ist noch nicht beantwortet. Was aus den Aussortierten „Problem-Profis“ Kevin-Prince Boateng und Felipe Santana wird, ist ebenfalls offen. Sidney Sam soll dagegen ab Donnerstag eine zweite Chance bekommen.

Der herbste Dämpfer für die Aufbruchstimmung bei den Königsblauen ist jedoch der Fall Thilo Kehrer. Der 18-Jährige will seinen Wechsel zu Inter Mailand erzwingen, besitzt angeblich nun zwei gleichzeitig laufende Verträge – und wie das ganze Theater ausgehen wird, vermag kein Mensch zu sagen. Nun auf geldgeile Jungprofis und teuflische Spielerberater zu schimpfen, würde zu kurz greifen.

Dass der Kapitän der U19-Meistermannschaft nicht gehalten werden konnte (davon ist mittlerweile auszugehen), wird letztlich auch auf Heldt zurückfallen. Denn dieser ist nicht nur Schalke-Vorstand für Sport, sondern auch für Kommunikation. Entweder in dem einen oder in dem anderen Aufgabenbereich ist da etwas schiefgelaufen, wenn nicht in beiden.

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