Ist die Saison für Rot-Weiß Oberhausen vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hat? Der wohl langfristige Ausfall von Robert Fleßers könnte die Kleeblätter schwer treffen.

RWO

Rätselraten um Fleßers' Verletzung

Martin Herms
19. Juli 2015, 09:19 Uhr
Foto: Tillmann

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Ist die Saison für Rot-Weiß Oberhausen vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hat? Der wohl langfristige Ausfall von Robert Fleßers könnte die Kleeblätter schwer treffen.

Oberhausens Sportlicher Leiter Frank Kontny schüttelte mit verfinsterter Miene den Kopf. Auf die Frage, ob es Neuigkeiten im Fall Fleßers gebe, konnte er keine konkrete Antwort geben. "Es gibt keinen neuen Stand", sagte Kontny. "Robert wird derzeit von Spezialisten untersucht. Es ist noch nicht klar, warum er starke Schmerzen hat und ob er operiert werden muss. Ich hoffe, dass wir bald mehr wissen. Das liegt nun nicht in unseren Händen."

Seit Beginn der Vorbereitung vor knapp vier Wochen klagt der ehemalige Bundesliga-Profi über Probleme im Sprunggelenk. Schon zum Ende der letzte Saison hatten sich erste Beschwerden bemerkbar gemacht. Was zunächst wie eine Lappalie aussah, entpuppte sich vor dem Testspiel am vergangenen Dienstag gegen den VfL Bochum als Schock für alle Beteiligten. Fleßers wird seiner Mannschaft lange nicht zur Verfügung stehen. "Ich gehe von mindestens drei Monaten aus", sagte RWO-Coach Andreas Zimmermann im Anschluss an den 4:0-Sieg beim SC Velbert. Sollte eine Operation vonnöten sein, wird RWO die komplette Hinrunde auf seinen Lenker und Denker verzichten müssen.

Der Ausfall des 28-Jährigen hinterlässt eine große Lücke im Oberhausener Mittelfeld, die nur schwer zu schließen sein wird. In einer homgenen Mannschaft gehört Fleßers zu den wenigen Akteuren, die tatsächlich den Unterschied ausmachen können. In normaler Verfassung ist er der wohl kompletteste Spieler im gesamten RWO-Kader. Zimmermann muss sich nun mit der Frage beschäftigen, wie die Kleeblätter ohne Fleßers den hohen Erwartungen gerecht werden wollen. Zumindest kann er ab sofort wieder auf Alexander Scheelen zurückgreifen. Der kongeniale Partner von Fleßers musste die ersten Wochen der Vorbereitung aufgrund muskulärer Probleme kürzertreten, ist nun aber wieder einsatzbereit. Zimmermann geht davon aus, dass der Deutsch-Grieche zum Auftakt in Köln bei 100 Prozent angelangt sein wird. "Ich mache mir keine Sorgen. Alex hatte hervorragende Laktatwerte. In Velbert haben wir ihn geschont, weil wir auf Kunstrasen spielen mussten. Das hat nichts mit seiner jüngsten Verletzung zu tun", erklärt Zimmermann.

Offen ist jedoch die Stelle neben Scheelen. In Velbert durfte Kai Nakowitsch 90 Minuten vor der Abwehr spielen. Eingeplant ist der Neuzugang aus Essen jedoch vornehmlich für die Innenverteidigung. Kevin Krystofiak hatte seine Aufgaben auf der Sechs in der Vergangenheit stets solide erledigt, die spielerische Klasse eines Fleßers' besitzt er aber freilich nicht. Am wahrscheinlichsten ist derzeit eine offensive Variante mit Scheelen und Patrick Bauder im Zentrum. Im 4-4-2-System Zimmermanns müsste der Spielmacher in diesem Fall mehr Defensivarbeit leisten, als ihm lieb ist. Denkbar wäre demnach auch eine Rückkehr zum 4-2-3-1.

Zwei Wochen bleiben dem Trainerteam noch, um eine passende Lösung zu finden. Sollte diese nicht fruchten und im Fall Fleßers der Worst Case eintreten, wird sich der Gesichtsausdruck bei Kontny und Co. wohl weiter verfinstern.

Autor: Martin Herms

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