Beinahe ungewohnt redselig war VfL-Trainer Gertjan Verbeek nach dem Testspielsieg gegen Borussia Dortmund. In einer Sache lässt sich der Niederländer allerdings nicht in die Karten schauen.

VfL Bochum

Woche der Enttäuschungen steht bevor

18. Juli 2015, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Beinahe ungewohnt redselig war VfL-Trainer Gertjan Verbeek nach dem Testspielsieg gegen Borussia Dortmund. In einer Sache lässt sich der Niederländer allerdings nicht in die Karten schauen.

Knapp eine Woche vor dem Saisonstart beim SC Paderborn brachte der 2:1 (1:0)-Erfolg im Test gegen Borussia Dortmund einige Erkenntnisse. Die große Frage aber bleibt: Wer schafft es in die Startelf? Trainer Gertjan Verbeek stellte klar: "Ich weiß, wie ich gegen Paderborn spiele. Der Öffentlichkeit erzähle ich davon nichts. Ich spreche diese Woche mit den Spielern, aber die sind nicht doof. Einige werden enttäuscht sein." [person=4393]Timo Perthel[/person] sei bewusst, dass er mit [person=29326]Wijnaldum[/person] Konkurrenz habe. Gleiches gelte für [person=1634]Luthe[/person] und [person=4600]Riemann[/person]. "[person=311]Weis[/person] und [person=1787]Simunek[/person] sind auch Akteure, die Stammspieler sein könnten. Wenn diese Mannschaft komplett bleibt, dann haben wir eine starke Konkurrenzsituation", sagt Verbeek zufrieden. Ähnlich wie sein Gegenüber Thomas Tuchel will Bochums Cheftrainer möglichst variabel und unberechenbar sein – mit diesem Kader durchaus möglich. "Wir können verschiedene Systeme spielen, das haben wir trainiert", betont Verbeek. "Ich muss die Spielweise von Paderborn genau studieren und dann kann ich sagen, wie wir genau spielen."

Harte Duelle um die Positionen

Nach den Ausfällen der vergangenen Rückrunde und dem fehlenden Druck in der täglichen Trainingsarbeit herrscht beim VfL seit Anfang Juli ein regelrechtes Wettbieten um die elf Stammplätze. Ob Luthe gegen Riemann, Perthel versus Wijnaldum oder Simunek kontra [person=1403]Fabian[/person] – kaum ein Spieler soll sich mehr sicher fühlen. "Man probiert immer, die Qualität zu erhöhen. Dafür haben wir zum Beispiel [person=1738]Hoogland[/person] und Riemann geholt. Man wird sehen, was passiert. Die Konkurrenzsituation muss da sein."

Die Zweite Liga ist eine ganz andere Nummer
Andreas Luthe

Und dennoch: Eine Position sticht beim Gerangel um die Plätze heraus. Das Duell um die Nummer eins dürfte sich erst auf den letzten Zentimetern entscheiden. Andreas Luthe, lange Zeit geplagt von Rückenproblemen, zeigt sich stark verbessert, hielt mit zahlreichen Paraden vor der Halbzeit die Null gegen Dortmund und hat auch merklich an seinen fußballerischen Defiziten gearbeitet. Der Lohn: Die VfL-Fans verabschiedeten den Torwart, der zur Halbzeit durch den ebenfalls gut aufgelegten Konkurrent Riemann ersetzt wurde, mit Sprechchören positiver Natur. Gute Laune ist bei Luthe momentan sowieso vorprogrammiert. Bei der Feststellung, dass er eine starke Partie abgeliefert hatte, scherzte er: "Habt ihr ein anderes Spiel gesehen?" Der langjährige VfL-Stammtorwart wusste seine gute Leistung gegen den BVB aber auch seriös einzuordnen: "Ich wollte zu Null spielen, das war mir wichtig. Insgesamt war unsere Zielsetzung, ein gutes Gefühl mitzunehmen und in der letzten Trainingswoche noch einmal alles zu geben. Die Zweite Liga ist eine ganz andere Nummer."

Keine klare Nummer eins?

Die Auftritte der vergangenen Wochen sind auch der Lohn für eine disziplinierte Arbeit in den letzten Monaten. Auch Verbeek lobte: "Luthe hat sich erst mal richtig Zeit genommen, um fit zu werden. Das habe ich ihm auch klar gesagt. Nur wenn er 100-prozentig fit ist, kann er die Situation annehmen. Nach einem halben Jahr hat er verstanden, was wir wollen. Er ist topfit. Ich muss mich zusammen mit Torwarttrainer Peter Greiber und Co-Trainer Raymond Libgrets entscheiden, wer im Tor steht." Wer Verbeek kennt, der weiß: Es kommt immer anders, als man denkt. Mit einem kleinen Lächeln fügte der Niederländer hinzu: "Van Gaal hat das bei der Weltmeisterschaft gemacht. Beim Elfmeterschießen hat er den Torwart gewechselt."

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