Im traditionsreichen Essener Testspiel-Derby zwischen dem ETB SW Essen und dem FC Kray sorgte ein Eigentor für die Entscheidung.

ETB - FC Kray

Eigentor entscheidet Traditionsduell

Miguel Thome
15. Juli 2015, 22:30 Uhr
Foto: Frank Gröner

Foto: Frank Gröner

Im traditionsreichen Essener Testspiel-Derby zwischen dem ETB SW Essen und dem FC Kray sorgte ein Eigentor für die Entscheidung.

Vor gut 320 Zuschauern entwickelte sich eine ausgeglichene erste Halbzeit, die ihren Höhepunkt bereits in der 16. Minute fand, als Kray-Verteidiger Jörn Zimmermann den Ball nach einem langen Ball am eigenen Keeper vorbei ins verwaiste Tor köpfte. Der Regionalligist, der im ersten Durchgang auch durch seine harte Gangart auffiel, vergab im weiteren Spielverlauf der ersten Hälfte seine wenigen guten Gelegenheiten.

Die zweite Hälfte war zunächst geprägt von einigen Wechseln, das Spielgeschehen stockte. Der ganz große Wechselmarathon blieb den Zuschauern allerdings erspart. „Das hatte einen klaren Hintergrund. Es ging darum, wie sich die Spieler in so einer Spielsituation verhalten, wenn man als Favorit 0:1 hinten liegt und gewinnen muss“, erklärte Kray-Trainer Micha Skorzenski. Im Verlauf erspielte sich der FC Kray ein deutliches Übergewicht, da der ETB sich mit der Führung im Rücken sehr weit zurückzog und über Konter den Erfolg suchte. In der Schlussphase hatte Kray noch einige Gelegenheiten, scheiterte aber stets an der schwarz-weißen Defensive um Keeper [person=3754]Tobias Ritz[/person] oder der eigenen Ungenauigkeit. So konnte der ETB einen überraschenden Sieg gegen den Favoriten landen und sich für die 0:4-Testspielpleite gegen Marl-Hüls rehabilitieren.

Dementsprechend zufrieden gab sich der neue ETB-Trainer Antonio Molina nach der Partie, dem vor allem die Willensleistung seiner Mannschaft imponierte. „Unsere Prämisse haben wir erreicht, wir wollten defensiv gut stehen, haben aber gegen so einen Gegner natürlich hier und da gute Gelegenheiten zugelassen. Mir war wichtig, dass wir ‚ETB-Mentalität‘ zeigen: Alles geben, was wir haben! Natürlich kann man viel verbessern gegen so spielstarke Gegner, aber wir arbeiten daran“, erklärte Molina.

Sein Gegenüber Skorzenski ärgerte sich nicht lange über die Niederlage und betonte den Gewinn, den derartige Testspiele bieten würden. „Ich konnte viele Schlüsse ziehen, zum Beispiel in Sachen Anlaufverhalten oder Spielaufbau, gerade in der zweiten Halbzeit, in der der ETB sehr tief stand und wir das Spiel machen mussten. Es war sehr schwer, in die letzte Angriffszone zu kommen." Die Gründe für die Niederlage sieht er vor allem in der harten Vorbereitung: „Wir arbeiten sehr, sehr stark im körperlichen Bereich. Allerdings haben wir auch gegen einen sehr guten Gegner gespielt, der uns unsere Schwächen aufgezeigt hat.“

Autor: Miguel Thome

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