Viel Schweiß ist geflossen am Wörthersee. Wenn Schalke 04 ein Arbeiterverein ist, dann wurde die Mannschaft diesem Image im Sommertrainingslager seit Langem mal wieder gerecht.

Breitenreiter

"Haben erstes Etappenziel erreicht"

14. Juli 2015, 17:58 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Viel Schweiß ist geflossen am Wörthersee. Wenn Schalke 04 ein Arbeiterverein ist, dann wurde die Mannschaft diesem Image im Sommertrainingslager seit Langem mal wieder gerecht.

Vorneweg ging der neue Trainer André Breitenreiter, der nach zehn Tagen in Kärnten ein durchweg positives Fazit zog.
"Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Trainingslager", hob der Fußballlehrer an. Zwar fehlten ihm die deutschen U-Spieler Thilo Kehrer, Leroy Sané, Johannes Geis, Max Meyer sowie Perus Nationalspieler Jefferson Farfan, aber dafür hatte er den dezimierten Kader ja mit Jungs wie Florian Pick, Serkan Göcer, Hendrik Lohmar oder Daniel Koseler aufgefüllt. In Junior Caicara hatte er allerdings nur einen Neuzugang dabei. "Aber da ist ja noch etwas in der Pipeline", hofft Breitenreiter auf weitere Verstärkungen.

Ver- beziehungsweise gestärkt ist Schalke auch so. Denn die Stimmung innerhalb des Teams scheint fabelhaft. "Dieses Mannschaft wurde vorher als charakterlos und nicht leistungsbereit beschrieben. Wer hier jedes Training beobachtet hat, der weiß, dass dieser Eindruck absolut widerlegt wurde", erklärte der ehemalige Paderborner und kürte als "Gewinner" der Vorbereitung wenig überraschend "die Mannschaft".

"Das ist der Weg, den wir gehen wollen"
André Breitenreiter

Damit nicht genug: Breitenreiter, der sich bei den Fans in kurzer Zeit ein enormes Standing erarbeitet hat, sieht sogar das "erste Etappenziel" schon "sehr schnell erreicht. Die Stimmung ist von Einheit zu Einheit immer besser geworden", befand der 43-Jährige und blickte auf einen gelungenen Kennenlernprozess zwischen Spielern und Trainerteam zurück. Auch die Mannschaft hinter der Mannschaft nahm der kommunikative Niedersachse mit ins Boot - und natürlich auch die Fans, die in der ganzen Zeit mit Argusaugen hingeschaut hatten, was ihre Königsblauen da so trieben. "Es hat sehr viel Spaß gemacht. Das ist der Weg, den wir gehen wollen", bilanzierte er nach zwei Wochen auf Schalke ohne einen einzigen freien Tag.

Auf Schalke fast schon verdächtig: Außer dem leicht angeschlagenen Matija Nastasic gab es keinen Spieler, der mal eine Einheit verpasste. "Die Spieler haben sich auch gut auf die Vorbereitung vorbereitet", lobte Breitenreiter das Engagement der Profis. "Trotz müder Beine und schwerer Muskeln wollten die Jungs das hier durchziehen und so haben wir harte Arbeit und Gaudi miteinander verbunden."

Meyer und Sane bald wieder dabei

Auch taktisch habe die Mannschaft schon verinnerlicht, was der Trainer sehen will. "Sie greift auch jetzt schon auf die entsprechenden Spielformen zurück, ohne dass man darauf hinweisen muss", berichtete Breitenreiter. Dass er in den ersten Spielen zumeist noch am 4-4-2-System festgehalten hat und noch nicht so variabel agieren konnte wie demnächst geplant, war allein dem personellen Angebot geschuldet. Schließlich fehlte Spielmacher Meyer ja noch, gleiches gilt für die Flügelspieler Sané und Farfan. Letzter wird am 23. Juli zurückkehren, um dann Tags darauf den Leistungscheck zu absolvieren. Schon eine Woche eher kehren die Jungs aus der Knappenschmiede zurück. "Ich erwarte gute Werte" meinte "Breite" mit Blick auf den bevorstehenden Laktattest.

Denn nicht nur bei den "Soft Skills" will Schalke sich ganz anders präsentieren als in der Vorsaison, sondern auch bei messbaren Leistungswerten. Alle Spieler trainieren mit einem Brustgurt, der permanent Herzfrequenzen und Tracking-Daten übermittelt und auch in den Testspielen unter dem Trikot getragen wird. Unmittelbar hat das Trainerteam dann schwarz auf weiß, wer wie fit ist - oder auch nicht. Allen Romantikern erteilte Breitenreiter dann zum Schluss auch eine Absage: "Wenn ich höre, dass wir zu den Wurzeln zurückgehen, muss ich widersprechen. Wir trainieren ganz modern und waren nicht einmal im Wald, sondern haben immer mit Ball gearbeitet."

Männerschweiß hingegen ist im Fußball immer chic, und das gilt bei einem Verein wie Schalke 04 erst recht.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren