Spätestens im September wird Otto Addo mal wieder in Dortmund sein. Sein alter Kumpel Dede lädt zum Abschiedsspiel.

Otto Addo

Ex-BVB-Spieler träumt von Rückkehr ins Revier

13. Juli 2015, 19:06 Uhr
Foto: firo

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Spätestens im September wird Otto Addo mal wieder in Dortmund sein. Sein alter Kumpel Dede lädt zum Abschiedsspiel.

Für Addo, der im Juni seinen 40. Geburtstag feierte, ist das Revier so etwas wie eine „zweite Heimat“ geworden. Und nach der hat er immer noch ein wenig Sehnsucht.

Noch heute haben die meisten Fans von Borussia Dortmund den gleichen Gedanken, wenn sie den Namen Otto Addo hören. Den Gedanken an den 24. September 2003, als der BVB in der 1. Runde des Uefa-Cups bei Austria Wien spielte. Addo bekam in Minute 37 den Ball auf der rechten Seite, ließ einen Gegenspieler aussteigen und traf mit links ins lange Eck. Das Besondere: Addos Kreuzband war zu diesem Zeitpunkt schon gerissen, direkt nach dem Treffer musste er ausgewechselt werden.

Es ist dieses Tor, das dem gebürtigen Hamburger Kultstatus bei den Dortmunder Anhängern verschaffte. Zugleich war es das letzte große Highlight seiner aktiven Karriere. 2005 wechselte er nach Mainz, wo er nur wenig Einsatzzeit bekam, 2007 ging es weiter zum Hamburger SV. Dort war er nur noch für die zweite Mannschaft vorgesehen, lief aber unter Trainer Huub Stevens immerhin noch vier Mal für die Profis auf.

Es sollte einen Neuanfang geben. Damit komme ich klar
Otto Addo über den Abschied vom HSV

Im Jahr 2009 hat Addo die Seiten gewechselt. Der HSV ermöglichte ihm den Einstieg ins Trainergeschäft, zunächst als Co-Trainer der U19, später dann als Chef des ältesten Nachwuchsteams. Nachdem Addo 2013 die Fußball-Lehrer-Lizenz erworben hatte, durfte er interimsweise sogar im Tandem mit Rudolfo Cardoso die erste Mannschaft trainieren. Es war ein kurzer Ausflug auf die Bundesliga-Trainerbank, bevor es für ihn zurück zur U19 ging.

Im Sommer ging seine sechsjährige Tätigkeit für die Rothosen zuende. Addo erklärt: „Der Abschied war schon überraschend, ich kam mit allen beim Hamburger SV gut klar. Der Direktor Sport Bernhard Peters hatte aber andere Ideen, das hat nicht nur mich, sondern diverse Trainer der U-Mannschaft betroffen. Es sollte einen Neuanfang geben. Damit komme ich klar.“ Er hatte auch kaum eine andere Wahl.

Zum ersten Mal in seiner Karriere ist Addo nun arbeitslos. Noch wohnt er in Hamburg, doch er hat sich bereits darauf eingestellt, sich eine neue Bleibe suchen zu müssen. „Als Fußballer ist man ja nicht so ortsgebunden“, sagt er mit einem Lachen. Er ist sich aber auch bewusst, dass es für ihn aktuell schwer wird, wieder ins Trainergeschäft einzusteigen, sind doch inzwischen so ziemlich alle Trainerstellen besetzt. „Ich muss Geduld haben“, weiß Addo.

Was er sich für seine Zukunft vorstellt, weiß der ehemalige ghanaische Nationalspieler genau: „Ich möchte auch in Zukunft gerne Talente entwickeln, wie ich das in Hamburg getan habe. Ich kann mir aber auch eine Aufgabe im Seniorenbereich gut vorstellen. Die nötigen Lizenzen habe ich. Zudem habe ich auch bei der WM in Brasilien meine Erfahrungen gemacht und für den Trainer von Ghana als Scout gearbeitet.“

Darauf freue ich mich sehr, denn da werde ich viele Freunde treffen
Otto Addo über Dedes Abschiedsspiel

Solange er sich auf Jobsuche befindet, bleibt Addo immerhin Zeit, die Entwicklung seiner ehemaligen Vereine etwas genauer zu verfolgen. Er ist sich sicher, dass die Dortmunder unter Thomas Tuchel wieder den Sprung in die Top 3 schaffen werden: „Sie werden den Weg nach oben finden und die Bayern wieder ärgern.“ Der HSV wird für diesen Weg hingegen etwas länger brauchen, glaubt Addo: „Dort steht ein schwieriger Umbau an. Vielleicht kann Dortmund den Hamburgern da ein paar Tipps geben. Beim BVB wurde in der Vergangenheit auch mit vergleichsweise geringen Mitteln eine gute Mannschaft aufgebaut.“

Am 5. September darf Addo noch einmal selbst in Dortmund auflaufen. Dann steht das Abschiedsspiel seines Kumpels Dede an. „Darauf freue ich mich sehr, denn da werde ich viele Freunde treffen“, sagt Addo. Und er hätte nichts dagegen, sollte es ihn beruflich in Zukunft mal wieder ins Ruhrgebiet verschlagen. „Ich würde mich auf jeden Fall freuen, in Zukunft wieder in meine zweite Heimat zu kommen. Ich habe sechs Jahre im Revier gewohnt, das wäre perfekt für mich.“

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