Schalke-Vorstand Horst Heldt hatte sich nach der harmonischen Jahreshauptversammlung erleichtert gezeigt:

RS-Kommentar zum FC Schalke

Rechnung mit Mahnung

09. Juli 2015, 10:07 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Schalke-Vorstand Horst Heldt hatte sich nach der harmonischen Jahreshauptversammlung erleichtert gezeigt:

Endlich abgehakt, diese furchtbare alte Saison! Von wegen! Auch, wenn seit dem 1. Juli offiziell das neue Geschäftsjahr läuft, die zurückliegende Spielzeit hat S04 in diesen Tagen am Wörthersee wieder eingeholt - und das in geradezu grotesker Weise.

Der Wechsel von Felipe Santana schien schon perfekt, scheiterte dann aber mit großem Getöse am Medizincheck. Das kommt in der Bundesliga nur höchst selten vor. Kaum zu glauben, aber wahr: Wenige Tage später kam es noch dicker. Der Wechsel von Sidney Sam zu Eintracht Frankfurt scheiterte ebenfalls an der ärztlichen Untersuchung. Etwas befremdlich mutete dabei an, dass die Blau-Weißen im Anschluss daran unappetitliche Details ("Blut im Urin") veröffentlichten. Es sollte wohl sowas heißen wie: "Seht ihr, es war immerhin keine Sache der Fitness."

Sei's drum. Bei einem Pleiten-, Pech- und Pannen-Streifen hätten wir an dieser Stelle abgeschaltet und das Drehbuch verflucht: Viel zu unrealistisch und übertrieben! Aber irgendwie auch typisch Schalke.
Ins Bild passt, dass die Königsblauen auch den dritten Problem-Profi offenbar partout nicht loswerden können. Wie schon bei Sam geht es aus Schalker Sicht auch bei Kevin-Prince Boateng nur noch darum, ihn irgendwie an den Man zu bekommen. Koste es, was es wolle.

Apropos: Schalke bekommt in diesen Tagen nicht nur noch einmal die Rechnung für die verfehlte Personalpolitik der letzten zwei Jahre, sondern gewissermaßen auch gleich noch eine Mahnung: Nie wieder Pflegefälle! Erfreulicherweise hat der neue Trainer André Breitenreiter von vornherein alle Spekulationen, dass er die Aussortierten vielleicht doch begnadigen könnte, im Keim erstickt. Nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken und dann ein echter Neustart - als ein Schrecken ohne Ende.

Im Moment fühlt sich der personelle Umbau allerdings eher wie Letzteres an. Oder wie eine äußerst komplizierte Operation. In Velden schuften die Königsblauen ohne den gewünschten Stürmer, Außenverteidiger und Ersatzkeeper. Von der geplanten Verkleinerung des Kaders ganz zu schweigen. Bis zum 31. August hat Heldt noch Zeit, vielleicht kann er die alte Saison ja dann abhaken - mit zweimonatiger Verspätung. Wahrscheinlicher aber ist, dass die Königsblauen für die Sünden der Vergangenheit noch etwas länger büßen müssen.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren