Ralf Fährmann merkt man seinen Müdigkeit nicht an. Schalkes Nummer eins strotzt vor

Schalke

Zurück zur deutschen Torwartschule

06. Juli 2015, 15:50 Uhr
Foto: Redemann

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Ralf Fährmann merkt man seinen Müdigkeit nicht an. Schalkes Nummer eins strotzt vor "positive power".

"Positive power", genau das ist das neue Gefühl auf Schalke und das verkörpert für den Schnapper der Königsblauen vor allem der Cheftrainer. "Um eine positive Euphoriewelle entstehen lassen zu können, ist André Breitenreiter zur Zeit der beste Mann, denn er lebt das einfach vor", sagt der Torwart.

Diese Welle hingegen würde am Wörthersee allein wenig nützen, sie muss in einem Monat auch am Emscherstrand überschwappen. Aber die Grundlagen für das "neue Schalke" werden eben jetzt in Velden im schönen Kärnten gelegt. "Wir müssen einen anderen Fußball spielen, einen der auch etwas mehr euphorisiert, damit diese Euphorie auch auf die Zuschauer überspringt. Aber damit wir diesen Fußball spielen können, müssen wir jetzt erstmal ordentlich Fitness pumpen und Kraft tanken. Dafür ist das Trainingslager da", erläutert "Ralle".

Er hat ein sehr breit gefächertes 'Torwartauge'
Fährmann über den neuen Torwarttrainer Simon Henzler

Zweimal täglich setzt er sich mit seinen Mannschaftskollegen aufs Mountainbike und radelt die paar hundert Meter rauf zum Trainingsplatz. "Das ist super", findet Fährmann - was zählt aber ist auch für einen Schlussmann nicht im Sattel, sondern auf dem Platz. Dort gibt es gleich drei neue Kollegen. Neben dem von der U23 hochgezogene Michael Gspurning, auch Nachwuchskeeper Janik Schilder. Und nicht zuletzt Torwarttrainer Simon Henzler. "Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er hat ein sehr breit gefächertes 'Torwartauge' und setzt sehr viele Akzente und das in allen Bereichen. Ich denke, dass wir Torhüter, wozu ja auch Fabian Giefer gehört, wenn er fit ist, sehr von ihm profitieren werden", ist Fährmann überzeugt.

Der gebürtige Chemnitzer geht sogar noch weiter, sieht in dem Wechsel von Vorgänger Massimo Battara hin zu Henzler eine Rückbesinnung auf Werte, die man in der ganzen Welt zu schätzen weiß. Schließlich ist Deutschland das Land der Torhüter! "Es ist immer etwas schwierig, das zu beschreiben, aber ich bin einfach froh, von der englisch-italienischen wieder zur deutschen Torwartschule zurückzukehren", sagt Fährmann ohne Umschweife. "Mein Englisch ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht perfekt. Wenn Trainer und Spieler aber dieselbe Sprache sprechen, ist es einfach super. So kann man sich ideal ergänzen. Jetzt wächst das 'Team im Team' wieder zusammen. Es macht jetzt einfach richtig Spaß, das Torwarttraining wieder so zu absolvieren, wie es mal war." Kritik am alten Trainerstab lässt sich aus diesen Äußerungen unschwer herauslesen.

Fährmann: "Das Training ist anstrengender"

Was aber ist denn nun der Unterschied? Der 26-Jährige erklärt es so, dass es auch Laien verstehen: "Ich denke, wir machen jetzt wieder mehr Power, haben eine höhere Wiederholungszahl. Wir machen vier oder fünf Durchläufe, in der Vorbereitung noch mehr. In der Saison etwas weniger, da wird es spritziger. Aber in der englich-italienischen Schule waren es eher ein oder zwei Wiederholungen. Unter Massimo haben wir auch viele Flanken trainiert. Das gehört auch dazu, keine Frage. Aber ich denke, es ist auch einfach mal wichtig, jetzt das Körperliche in den Vordergrund zu stellen: Sprungkraft, Ausdauer, Schnellkraft. Flanken gehören dann schon eher zum Feintuning der deutschen Torwartschule. Im Moment trainieren wir mehr Abschlüsse und Eins-gegen-eins-Situationen. Und wir machen mehr Wiederholungen, das Training ist anstrengender."

Klartext von Fährmann! Aber wenn es sich einer erlauben kann, dann Schalkes Rückhalt - denn er hatte wohl den geringsten Anteil an der verkorksten Saison 2014/15. Aber die liegt seit einer Woche ja nun Gott sei Dank auch offiziell hinter den Gelsenkirchenern.

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